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Umfrage: Großes Desinteresse an Europawahl

Die meisten wollen gar nicht wählen oder haben sich noch nicht entschieden: Die Europawahl stößt in Deutschland laut einer Umfrage auch gut eine Woche vor der Abstimmung auf nur wenig Interesse.

Mainz - Große Unentschlossenheit vor der Europawahl: Etwas mehr als eine Woche vor der Abstimmung über das neue EU-Parlament weiß nur jeder dritte Wahlberechtigte, für wen er stimmen will. Laut ZDF-Politbarometer sind 69 Prozent der Befragten ohnehin nur wenig oder gar nicht an dem Votum interessiert. Insgesamt 66 Prozent wollten entweder gar nicht wählen gehen oder seien noch unentschieden, ob sie teilnehmen und für welche Partei sie dann stimmen.

CDU und CSU können trotz Verlusten im Vergleich zur Europawahl 2004 mit einem deutlichen Sieg rechnen: Sie käme auf 39 Prozent (2004: 44,5 Prozent), die SPD erhielte 25 Prozent (2004: 21,5) - 2004 befand sich die Partei des damaligen Kanzlers Gerhard Schröder im Stimmungstief und erlitt eine schmerzhafte Niederlage.

Die FDP liegt bei 10 Prozent (2004: 6,1). Damit hätten Union und Liberale zusammen eine Mehrheit von 49 Prozent. Für die Grünen würden der Umfrage zufolge 10 Prozent stimmen (2004: 11,9), die Linke käme auf 8 Prozent (2004 PDS: 6,1), die sonstigen Parteien würden zusammen ebenfalls 8 Prozent erreichen. Die CSU würde bundesweit klar die Fünf-Prozent-Grenze überspringen.

Bei den Befragten, die sich bereits auf eine Partei festgelegt haben, gaben ähnlich wie vor fünf Jahren 60 Prozent an, dass für sie die Bundespolitik die wichtigere Rolle gespielt habe - nur für 35 Prozent stand die Europapolitik im Vordergrund. Nur 41 Prozent fühlen sich über die Europäische Union ausreichend informiert, 54 Prozent sprechen von einem persönlichen Informationsdefizit. "Daran hat sich seit der vorangegangenen Europawahl 2004 praktisch nichts geändert", heißt es in der Analyse der Umfrageergebnisse.

Die Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen hat für das Politbarometer von Dienstag bis Donnerstag dieser Woche 1348 zufällig ausgewählte Wahlberechtigte telefonisch befragt. Der Fehlerbereich liegt beim Anteil einer Partei von 40 Prozent bei rund plus/minus drei Prozent, bei Parteien mit einem Stimmenanteil von zehn Prozent bei plus/minus zwei Prozent.

als/ddp

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