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Umfrage Guttenberg verliert durch Plagiatsaffäre an Glaubwürdigkeit

Verteidigungsminister Guttenberg: Kratzer am Image Zur Großansicht
dapd

Verteidigungsminister Guttenberg: Kratzer am Image

Es ist ein Dämpfer für Karl-Theodor zu Guttenberg: Der Ruf des Verteidigungsministers hat wegen der Plagiatsvorwürfe gelitten - in einer Umfrage erklärten 24 Prozent der Befragten, dass der CSU-Politiker bei ihnen an Vertrauen verloren habe.

Berlin/Hamburg - Geht es nach dem Willen der CSU, dann ist die Plagiatsaffäre von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg politisch ausgestanden. "Ich finde, politisch ist diese Angelegenheit erledigt", sagte der parlamentarische Geschäftsführer der CSU-Landesgruppe, Stefan Müller, am Mittwoch im ZDF-"Morgenmagazin".

Am Mittwochmittag soll der Verteidigungsminister im Bundestag Rede und Antwort zu den Fehlern in seiner Doktorarbeit stehen. "Ich gehe davon aus, dass er dort auch die Fragen, die aufgeworfen worden sind, auch ausreichend erklären wird", sagte Müller. Guttenberg hatte am Montag "gravierende Fehler" in seiner Arbeit eingeräumt und erklärt, auf den Doktortitel dauerhaft verzichten zu wollen.

Sicher ist: Guttenbergs Image hat infolge der Plagiatsvorwürfe gelitten. Einer Umfrage des "Stern" zufolge sagten 24 Prozent der Befragten, der Minister habe bei ihnen an Vertrauen verloren. Glaubwürdigkeit bescheinigt ihm nur noch jeder Zweite (50 Prozent) - neun Punkte weniger als in einer entsprechenden "Stern"-Umfrage vor drei Wochen.

Die große Mehrheit (70 Prozent) jedoch sagte, an ihrem Vertrauen zu dem Minister habe sich nichts verändert. Fast drei Viertel (73 Prozent) sprachen sich Ende voriger Woche für seinen Verbleib im Amt aus. Sogar die Anhänger von SPD, Grünen und der Linken waren mehrheitlich gegen einen Rücktritt.

Den Plagiaten in der Dissertation messen viele Deutsche offenbar keine politische Bedeutung bei. Auf die Frage, ob die Fälschungsvorwürfe für zu Guttenbergs Bewertung als Politiker wichtig seien, meinten 56 Prozent, die Doktorarbeit betreffe sein Privatleben. Nur 39 Prozent bejahten die Frage. Für die Forsa-Umfrage wurden 1004 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger am 17. und 18. Februar befragt.

Spürbare Vorbehalte gibt es ausgerechnet in der Bundeswehr, obwohl der Minister dort bislang einen hervorragenden Ruf genießt: Der Bundeswehrverband sieht Guttenbergs Plagiatsaffäre mit Sorge. Es werde bei einigen "der Kopf geschüttelt nach dem Motto: Hat das jetzt auch noch sein müssen", sagte der Verbandsvorsitzende Ulrich Kirsch am Mittwoch im Radiosender Bayern2.

Schon bei den Vorfällen auf dem Schulschiff " Gorch Fock" sei nicht überall ein so ganz tolles Krisenmanagement gelaufen. Zu Guttenberg müsse nun ein wenig Ruhe in die Bundeswehr bringen. "Und das kann zu Guttenberg - er ist weiter der Minister der Verteidigung - nur selber lösen, indem er sich klar positioniert, wie es weitergehen soll. Uns treibt um, wie geht es mit der Reform weiter", sagte Kirsch. Es seien ja noch keine Entscheidungen gefallen.

Der Verbandschef nannte vor allem die Frage der Finanzierung. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) werde die Vorgaben machen. "Und da weiß ich natürlich heute nicht, wie der Minister zu Guttenberg sich jetzt künftig durchsetzen wird. Das wird ganz schwierig für ihn, das wird ganz schwierig für uns", sagte Kirsch.

hen/dpa/AFP

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insgesamt 109 Beiträge
dieHEI 23.02.2011
... keiner Umfrage, die Du nicht selbst in Auftrag gegeben hast...
... keiner Umfrage, die Du nicht selbst in Auftrag gegeben hast...
ecce homo 23.02.2011
...glaubten die meißten es ginge nur um Fussnoten und hatte Guttenberg noch nicht "gestanden".
...glaubten die meißten es ginge nur um Fussnoten und hatte Guttenberg noch nicht "gestanden".
sukowsky 23.02.2011
Oh jeh, wegen einer doofen Doktorarbeit wird nun alles hin sein. Kommt Hochmut vor dem Fall? Wollens nicht hoffen - gebt ihn noch eine Chance und auch den Kommandanten vom Schulschiff der Bundesmarine.
Oh jeh, wegen einer doofen Doktorarbeit wird nun alles hin sein. Kommt Hochmut vor dem Fall? Wollens nicht hoffen - gebt ihn noch eine Chance und auch den Kommandanten vom Schulschiff der Bundesmarine.
Strichnid 23.02.2011
Man sollte mal eine Umfrage mache mit dem Unterpunkt: "Finden Sie, dass bei beliebten Politikern mildere Maßstäbe bei der Beurteilung von Betrug angelegt werden sollten als bei anderen Menschen?" Und erst danach die [...]
Man sollte mal eine Umfrage mache mit dem Unterpunkt: "Finden Sie, dass bei beliebten Politikern mildere Maßstäbe bei der Beurteilung von Betrug angelegt werden sollten als bei anderen Menschen?" Und erst danach die Frage, wie Guttenbergs Betrug zu beurteilen ist.
de.nada 23.02.2011
Na, ich hatte mal was von 60% Prozent gelesen, die sich durch Werbung gut informiert wähnen. Von einer Werbung, bei der lügen erlaubt, vergleichen aber nicht erlaubt ist. 70% halten Guttenberg für glaubwürdig. Ist denn das [...]
Na, ich hatte mal was von 60% Prozent gelesen, die sich durch Werbung gut informiert wähnen. Von einer Werbung, bei der lügen erlaubt, vergleichen aber nicht erlaubt ist. 70% halten Guttenberg für glaubwürdig. Ist denn das selbst glaubwürdig ? Muß man da ja kritischer Weise erst mal fragen. Er hat "uns" "unseren" humanitären Sicherungseinsatz aus den Händen der Werbestrategen gerissen und festgestellt "wir" haben einen Einsatz mit kriegsähnlichen Zuständen zu bezahlen. Logisch, wozu denn sonst die Bundeswehr ? Nun nimmt er aber seine Frau und einen Talkmaster mit dahin, wo eher Krieg ist als was anderes. Das ist ja an sich schon ein fast "historisches Verhalten" wie es kaum in persiflierenden Filmen zu finden ist, aber das er mehrheitlich mit dem Attribut "glaubwürdig" versehen ist, verstehen wohl nur Fans von Werbung. Jetzt hat er formal auch noch selbst die Initiative zur Rücknahme seines Dr. der Rechte ergriffen, nachdem der ja erst mal nur auf Rechtmäßigkeit überprüft werden sollte. Was er mit so einem Verhalten an "staunender Juristenaufmerksamkeit" auf sich zieht, ist im Grunde nur eine "Standesangelegenheit" in Sachen Glaubwürdigkeit. Aber 70% für jemanden, der aus einem verlogenen "humanitären Sicherungseinsatz" eine ehrliche "kriegsähnliche Familienshow" gemacht hat, gelten in Sachen Glaubwürdigkeit wohl sowieso ganz andere Maßstäbe. Dafür ist aber, so viel ich weiß, keine fremde Urheberschaft bekannt.
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Guttenbergs Schummelaffäre
Karl-Theodor zu Guttenberg soll an mehreren Stellen seiner 475 Seiten umfassenden Doktorarbeit "Verfassung und Verfassungsvertrag" fremde Textpassagen ohne Quellenangabe verwendet haben. Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE hat der Minister unter anderem Textpassagen aus einem Vortrag des CDU-Europaabgeordneten Andreas Schwab und aus einer Rede des Verfassungsjuristen Gerhard Casper übernommen. Beide Autoren wurden nicht korrekt ausgewiesen. Es sieht sehr danach aus, dass er auch ganze Textpassagen aus mehreren Zeitungen nahezu wortgleich abgeschrieben hat.




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