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Umfrage: Jeder dritte Deutsche rechnet mit Krim-Krieg

  Putin (l.): Kann man dem Kremlchef trauen?  Zur Großansicht
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Putin (l.): Kann man dem Kremlchef trauen?

Die Krim-Krise sorgt für großes Misstrauen der Deutschen gegenüber Russland. Nur noch 15 Prozent halten die Moskauer Führung um Präsident Putin laut einer Umfrage für vertrauenswürdig. Jeder Dritte rechnet sogar mit einem Krieg um die Halbinsel.

Berlin - Es ist der tiefste Wert, der je in einem ARD-Deutschlandtrend gemessen wurde: Wegen der Krim-Krise halten nur noch 15 Prozent der befragten Deutschen Russland für einen vertrauenswürdigen Partner. Das sind drei Prozentpunkte weniger als noch vor einem Monat.

Knapp ein Drittel der Deutschen rechnet außerdem laut der Umfrage von Infratest dimap damit, dass es in der Krim-Krise zu einer bewaffneten Auseinandersetzung zwischen der Ukraine und Russland kommen wird.

Einen Ausschluss Russlands aus der Gruppe der G8-Staaten befürworten nur 19 Prozent. 12 Prozent plädieren für eine militärische Unterstützung der Ukraine, 7 Prozent für den Abbruch aller politischen Beziehungen zu Russland.

72 Prozent der Befragten sprachen sich für wirtschaftliche und politische Hilfen für die Ukraine aus. 62 Prozent befürworten politischen Druck seitens der USA und der EU auf Russland. Wirtschaftliche Sanktionen halten 38 Prozent für sinnvoll.

Die Mehrheit der Befragten (58 Prozent) sieht die EU und die Bundesregierung in der Pflicht, die Ukraine in der Auseinandersetzung mit Russland zu unterstützen. Ein gutes Drittel (37 Prozent) findet, dass sich Brüssel und Berlin nicht einmischen und die beiden Länder die Auseinandersetzung alleine austragen lassen sollten.

Daten zur Umfrage

Stichprobe: Infratest dimap befragte 1003 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger

Zeitraum: 4. und 5. März 2014

Statistische Fehlertoleranz: +/- 1,4 bis 3,1 Prozentpunkte

als/dpa/AFP

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1. Propagandaerfolg
heinzhelm 07.03.2014
Nun ja, dieses Ergebnis sollte ja wohl auch erzeugt werden durch die Stimmungsmache der letzten Tage. Man installiert mit westlicher Unterstützung eine Marionettenregierung in der Ukraine, die als erste Maßnahme Russisch als Amtssprache abschafft, als zweite eine EU Mitgliedschaft ansteuert – die Nato winkt schon. Dann stellt man massive Finanzspritzen in Aussicht nach dem Vorbild des netten Beraters bei der Sparkasse a la „gönnen Sie sich ruhig mal was, zurückzahlen können Sie ja, wenn wir Ihren Ölschiefer abbauen“. Wenn sich dann der Nachbar provoziert fühlt, was vorhersehbar war, stellt man ihn als Aggressor hin, beschließt Sanktionen und Drohgebärden und schwupps: das Volk kreischt und ruft, die Russen kommen. Die ganze Logik der gegenwärtigen Hass- und Hetzparolen beruht auf der Logik, die der begnadete Moralphilosoph George W. Bush einmal so formulierte: „Ours is a war against evil.“ Daraus folgt natürlich: Unsere Aggression ist legitim, weil wir die Guten sind. Hat man je gehört, dass z.B. die Chinesen jedes Mal Kampfjets oder Flugzeugträger in die Karibik geschickt hätten, weil die USA gerade mal wieder einen Nachbarn überfallen, der nicht spurt, oder irgeneinen anderen "Schurkenstaat? Wenn die das täten hätten die ja gar kaum noch Zeit, Eure billigen Smartphones zu produzieren.
2. Dürfte man noch erfahre, welche Fragen denn gestellt worden sind?
MatthiasSchweiz 07.03.2014
Das wäre doch elementar, zu wissen, auf welche Fragen da geantwortet worden ist... Und wie wäre es mit einer Umfrage, ob die USA als verlässlicher Partner gesehen werden?
3. Emanuel Kant
parcham7 07.03.2014
ist doch schon ein paar hundert Jahr verstorben und trotzdem haben die meiste Leute noch immer nicht gelernt SELBST zu denken, wie Kant gelernt hat: Sapere Aude, Denke selbst und lass das Denken nicht an Anderen ueber. Das Denken und damit Entscheiden wird jetzt an EU und US uebergelassen, damit die ihre Plaene zur weltweiten Hegemonismus weiterfuehren koennen.
4. Die Mehrheit der Befragten (58 Prozent) sieht die EU und die Bundesregierung in der Pflicht
ph.latundan 07.03.2014
die anzahl der dummen ist in deutschland groesser als man das denken sollte.
5. Nach der Party kommt langsam der Kater...
MatthiasSchweiz 07.03.2014
Oho, und endlich wachen die Medien in Deutschland langsam aus dem Freudentaumel über diese gelungene Volksrevolution, wo die Guten den Bösen vertrieben haben, auf: Panorama: Putsch in Kiew: welche Rolle spielen die Faschisten? http://daserste.ndr.de/panorama/archiv/2014/ukraine357.html NDR: Ukraine - Berichterstattung durch die West-Brille? http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/zapp/media/zapp7203.html Meiner Meinung nach müsste mal dringend über die Rolle und Vorgehensweise von diversen Politikern in Europa diskutiert werden, da fallen mir spontan gerade mal Elmar Brock und Catherine Ashton ein, auch über die Rolle der EU als Ganzes, und auch Konsequenzen gezogen, bis hin zu Rücktritten, genauso müsste über die Medienberichte hierzulande breit diskutiert werden. Genauso sollte man die zukünftige Haltung von Europa/EU gegenüber der Ukraine breit diskutieren. Kann doch nicht sein, dass man eine Regierung unterstützt mit zweifelhafter Legitimität, und Rechtsradikalen in deren Reihe. Überhaupt nichts aus der Geschichte gelernt? Und vor irgendwelchen Unterstützungen auch abklären, wer genau auf die Demonstranten / Polizisten geschossen hat. Aber sicher nicht mit Experten, die nur aus dem Westen stammen. Und auch die Haltung gegenüber den USA und Russland sollte eingehend überdacht werden. Meiner Meinung nach: Weniger devote Haltung gegenüber den Einen, mehr Zusammenarbeit mit den Anderen.
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