Hamburg - So stark wie jetzt waren die Grünen in diesem Jahr noch nie: Bei der neuen Forsa-Umfrage für RTL und "Stern" legte die Partei im Vergleich zur Vorwoche um zwei Punkte auf 16 Prozent zu.
Die Kür von Katrin Göring-Eckardt zur Spitzenkandidatin sowie die Diskussion über eine mögliche Koalition mit der Union scheinen sich damit bei den Wählern auszuzahlen.
Die Union verlor dagegen drei Punkte und fällt auf 36 Prozent zurück. Unverändert wollen 26 Prozent der Wähler für die SPD stimmen, acht Prozent für die Linke und vier Prozent für die FDP. Etwas erholen konnten sich die Piraten. Sie verbesserten sich um einen Punkt auf fünf Prozent und haben damit wieder Chancen auf einen Einzug in den Bundestag. Auf sonstige Parteien entfallen fünf Prozent.
Damit hätten sowohl Union und FDP (gemeinsam 40 Prozent) als auch SPD und Grüne (zusammen 42 Prozent) keine eigene Mehrheit. Als Ausweg bliebe nur eine große Koalition (zusammen 62 Prozent) - oder ein Bündnis von Union und Grünen (gemeinsam 52 Prozent).
Ein schwarz-grünes Bündnis wird dabei von rund jedem dritten Bundesbürger (35 Prozent) positiv beurteilt. Mit "weniger gut" oder "schlecht" urteilten 58 Prozent. Sympathien für Schwarz-Grün haben insbesondere die Frauen (38 Prozent) und die Jüngeren, 18- bis 29-Jährigen (45 Prozent). Unter den Wählern der Grünen sind 50 Prozent offen für eine Zusammenarbeit mit der Union. Bei Anhängern der Union fänden 47 Prozent ein Zusammengehen mit den Grünen gut.
Viele sind jedoch skeptisch, ob Schwarz-Grün das Land auch tatsächlich besser regieren würde als Schwarz-Gelb. 29 Prozent sind davon überzeugt. 20 Prozent glauben dies nicht. 41 Prozent sehen keinen Unterschied. Vorbehalte gibt es gegen einen möglichen Finanzminister Jürgen Trittin: 52 Prozent aller Bürger und selbst 40 Prozent der Grünen-Wähler trauen ihm diesen Job nicht zu.
Ob den Piraten im Herbst 2013 tatsächlich der Sprung ins Parlament gelingt, liegt nach Ansicht von Forsa-Chef Manfred Güllner auch in der Hand der etablierten Parteien. Sie müssten verloren gegangenes Vertrauen zurückgewinnen. Die Piraten selbst bräuchten nur allen Unzufriedenen eine Heimat zu bieten, dann würde der Unmut über die anderen Parteien sie in den Bundestag tragen. Allerdings dürften die Newcomer, die an diesem Wochenende in Bochum ihren Bundesparteitag abhalten, sich nicht als exotische Außenseiter präsentieren. Güllner: "Sie müssen für den Normalbürger wählbar sein."
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