Umfrage Koch profitiert nicht von Jugendgewalt-Kampagne

Vergebliche Mühe um Wählerstimmen? Laut einer Umfrage kann Roland Koch mit der Debatte um härtere Jugendstrafen nicht bei seinen Wählern punkten. Fast zwei Drittel der Hessen meinen, ihr Ministerpräsident habe an Profil eingebüßt.


Berlin/Wiesbaden - Längere Haft, Erziehungscamps, unter 14-Jährige vor Gericht: Roland Koch war der Wortführer in der Debatte um härtere Jugendstrafen - wochenlang heizte Hessens Ministerpräsident die Diskussion mit immer neuen Vorschlägen an, wie man junge Kriminelle mit härtere Gesetzen bestrafen könnte.

Debatten-Anheizer Koch: Niederlage in der Wählergunst
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Debatten-Anheizer Koch: Niederlage in der Wählergunst

Doch einer aktuellen Umfrage zufolge kann Koch nicht von seiner Kampagne profitieren: Wie das Meinungsforschungsinstitut Emnid für den Fernsehsender N24 ermittelte, hat Koch massiv in der Gunst seiner Wähler eingebüßt: Ganze 58 Prozent der hessischen Bürger sind der Meinung, der Minister habe in den vergangenen Wochen an Profil verloren. Damit dürfte das ehrgeizige Ziel Kochs, erneut die absolute Mehrheit für die CDU bei den Landtagswahlen am 27. Januar zu holen, immer unrealistischer werden.

Im Bundestrend hingegen bleibt das Urteil gespalten: 41 Prozent sehen die Kampagne als entschlossenes Vorgehen; ebenso viele Befragte sagten, Koch habe dadurch politisches Ansehen verloren. Die Arbeit Kochs beurteilten in der bundesweiten Befragung 45 Prozent als schlecht (2004: 37 Prozent). Die Zahlen stützen sich laut Emnid auf die Angaben von etwa 1000 Bürgern und wurden am Montag erhoben.

Unterdessen haben Bemühungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel um moderatere Töne den Koalitionsstreit über Jugendkriminalität nicht eingedämmt. Die SPD warf Koch vor, er vergifte das Klima zwischen den Koalitionspartnern. Koch selbst und führende Unionspolitiker verteidigten die Forderung nach schärferen Gesetzen, mit denen Koch bei der Wahl am 27. Januar sein Amt verteidigen will.

amz/dpa



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