Kanzlerumfrage: Kraft beliebter als Merkel
NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft erlebt gerade einen kometenhaften Aufstieg: Sogar als Kanzlerkandidatin hätte sie laut einer Umfrage große Zustimmung - mehr als Amtsinhaberin Angela Merkel.
Berlin - Hannelore Kraft surft auf einer breiten Sympathiewelle. Nach ihrem glatten Sieg in Nordrhein-Westfalen hätten viele Deutsche sie auch gern auf noch verantwortungsvollerem Posten: Die Ministerpräsidentin hätte derzeit laut einer Umfrage große Zustimmung als Kanzlerkandidatin - sogar mehr als Amtsinhaberin Angela Merkel. Sollten beide zur Wahl antreten, wären 43 Prozent der Deutschen für die Sozialdemokratin Kraft und 34 Prozent für die Christdemokratin Merkel als Kanzlerin. Das ergab eine am Freitag veröffentlichte Umfrage im Auftrag von "Zeit Online".
Kraft hat allerdings mehrmals gesagt, dass sie nicht Kanzlerkandidatin werden will. Dennoch sind auch 24 Prozent der Deutschen dafür, dass die SPD Kraft als Kandidatin aufstellt. Für SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier sind 18 Prozent, für Ex-Finanzminister Peer Steinbrück 14 Prozent und für SPD-Chef Sigmar Gabriel 8 Prozent. Unter den SPD-Anhängern verbuchte Kraft sogar noch bessere Werte: 29 Prozent der SPD-Wähler sprachen sich für Kraft als Kanzlerkandidatin aus, 22 Prozent für Steinbrück, 21 Prozent für Steinmeier und elf Prozent für Gabriel.
Das Institut YouGov hatte dafür den Angaben zufolge vom 14. bis 16. Mai 1006 Menschen befragt - bevor bekannt wurde, dass Merkel Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) entlässt.
Unter der Führung von Kraft war die nordrhein-westfälische SPD bei der Landtagswahl am Sonntag wieder zur stärksten Partei in dem Land geworden. Die 50-Jährige hatte nach ihrem Wahlerfolg aber bekräftigt, dass sie als Ministerpräsidentin in Düsseldorf bleiben will. Juso-Chef Sascha Vogt sprach sich dennoch für ihre Kanzlerkandidatur aus. "Hannelore Kraft fliegen in der Partei die Herzen zu, und auch wir Jusos wären begeistert, wenn Sie sich doch noch entschließen würde zu kandidieren. Die Entscheidung darüber liegt aber bei ihr", sagte er dem Berliner "Tagesspiegel".
ler/dpa/AFP
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