Umfrage nach Dienstwagen-Debakel: SPD sackt auf 20 Prozent ab

Noch knapp sieben Wochen bis zur Bundestagswahl - und die SPD steht laut neuer Forsa-Umfrage so schlecht da wie noch nie in diesem Jahr. Infolge von Ulla Schmidts Dienstwagen-Debakel kommt sie demnach nur noch auf 20 Prozent, der Abstand zur Union beträgt 17 Prozentpunkte.

Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt: Ihre Dienstwagenaffäre kostet die SPD Stimmen
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Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt: Ihre Dienstwagenaffäre kostet die SPD Stimmen

Hamburg - Die Wahlaussichten für die Sozialdemokraten werden immer düsterer. Die SPD ist in der Wählergunst laut einer neuen Umfrage auf ein Jahrestief abgestürzt. Nach der Diskussion um den Dienstwagengebrauch von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt und der Vorstellung des SPD-Kompetenzteams sackten die Sozialdemokraten im Vergleich zur Vorwoche um drei Punkte auf 20 Prozent ab, ermittelte Forsa im Auftrag von "Stern" und RTL.

So schlecht habe die Partei in dieser Umfrage zuletzt im August 2008 abgeschnitten, kurz vor dem Sturz des damaligen Parteichefs Kurt Beck. Zugleich vergrößerte sich der Rückstand der SPD zur Union: Zwar fielen CDU/CSU um einen Punkt auf 37 Prozent. Doch mit nunmehr 17 Punkten ist der Abstand zwischen den beiden Volksparteien so groß wie noch nie in diesem Jahr.

Schuld am Umfrage-Desaster ist laut "Stern" die Dienstwagenaffäre von Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD). Auf deren Höhepunkt in der vergangenen Woche habe die SPD im Tageswert sogar nur eine Zustimmung von 16 Prozent gehabt. Forsa-Chef Manfred Güllner sagte der Online-Ausgabe des "Stern": "Die Affäre hat alles aufgewühlt, was an Vorbehalten gegenüber der SPD schon da war: Unfähigkeit, weit weg von den Leuten, selbst die Gesundheitsreform war plötzlich wieder ein Thema und wurde negativ gesehen."

Die Entscheidung von SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier, Schmidt vorerst nicht in sein Wahlkampfteam aufzunehmen, halten nach der am Mittwoch veröffentlichten Umfrage 65 Prozent der Deutschen für richtig. Gerade einmal 14 Prozent der Bürger glauben allerdings, dass die SPD mit diesem Schattenkabinett aus ihrem Tief kommt.

Die kleinen Parteien konnten der Umfrage zufolge von den Verlusten der großen Parteien profitieren: Die FDP stieg um einen Punkt auf 14 Prozent. Auch die Grünen gewannen einen Punkt, sie kletterten auf 13 Prozent. Die Linke verbesserte sich um zwei Punkte auf elf Prozent. Für sonstige Parteien würden wie in den Wochen zuvor fünf Prozent der Wähler stimmen.

Der Vorsprung von Union und FDP blieb trotz der Verschiebungen unverändert. Gemeinsam kommen sie laut dieser Umfrage erneut auf 51 Prozent - und liegen damit zum zweiten Mal in Folge sieben Punkte vor SPD, Grünen und Linkspartei, die zusammen auf 44 Prozent kommen.

Forsa hatte vom 27. bis 31 Juli rund 2.500 repräsentativ ausgewählte Bundesbürger befragt.

anr/AP/dpa

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