Umfrage: Riesige Mehrheit gegen den Krieg

Zumindest in der Irak-Politik kann Kanzler Gerhard Schröder auf den Rückhalt der Bevölkerung bauen. Eine überwältigende Mehrheit lehnt einen Krieg ab.

Berlin - Bei einer Umfrage der ARD-Sendung "Bericht aus Berlin" von infratest dimap, sagten 85 Prozent der Befragten, sie hielten einen Irak-Krieg für nicht gerechtfertigt. Nur 13 Prozent waren anderer Meinung.

Der drohende Irak-Krieg ist für 73 Prozent der Bundesbürger das Thema Nummer eins, weit vor Arbeitslosigkeit (21 Prozent) und allgemeinen Wirtschaftsfragen (zehn Prozent). Auch die Anhänger der CDU/CSU halten einen Krieg überwiegend (78 Prozent) für nicht gerechtfertigt.

Bei der Frage nach dem Abstimmungsverhalten Deutschlands über eine Uno-Resolution sind 15 Prozent für eine Zustimmung, 44 Prozent für eine Ablehnung und 38 Prozent für eine Enthaltung. Eine deutliche Mehrheit (59 Prozent) hält es für richtig, den Waffeninspektoren noch vier Monate Zeit zu geben, um eine friedliche Abrüstung des Irak zu erreichen. Für 23 Prozent ist das zu lang, für 15 Prozent zu kurz.

Wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre, würde die SPD nur noch auf 27 Prozent der Stimmen kommen. Das ist für die Sozialdemokraten ein weiteres Rekordtief - im Februar waren es noch 28 Prozent. Bündnis 90/Die Grünen kämen auf zwölf Prozent (gegenüber elf Prozent im Februar). Deutlich stärkste Fraktion würden CDU/CSU mit unverändert 49 Prozent, die dann die absolute Mehrheit im Bundestag hätten. Die FDP käme auf sechs Prozent, die PDS auf drei Prozent.

Alle führenden Politiker mussten in der Umfrage unter 1300 Menschen deutliche Ansehensverluste hinnehmen. Angela Merkel büßt zwölf Prozentpunkte ein (51 Prozent), Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement neun (35 Prozent) und Edmund Stoiber sechs (43 Prozent. Bundesaußenminister Joschka Fischer, mit dem 79 Prozent zufrieden/sehr zufrieden sind, verliert vier Prozentpunkte. Bundeskanzler Gerhard Schröder baut weitere drei Prozentpunkte auf 26 Prozent ab.

Den Einfluss der Interessensgruppen halten viele für zu groß: 50 Prozent finden, dass die Gewerkschaften zu viel Macht haben; nur 26 Prozent halten sie für zu gering. 38 Prozent halten die Macht der Arbeitgeberverbände für zu groß, 31 Prozent für zu gering.

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