Umfrage: SPD holt auf, Grüne verlieren

Die SPD legt nach dem Sieg in Bremen auch bundesweit in der Gunst der Wähler zu. Bei einer Umfrage verbesserten sich die Sozialdemokraten auf 28 Prozent und liegt damit nur noch sechs Punkte hinter der Union. Die Grünen verloren überraschend.

Mainz - Die SPD holt auf. Im neuen ZDF-Politbarometer legten die Sozialdemokraten nach der siegreichen Bremen-Wahl um zwei Prozentpunkte auf 28 Prozent zu. CDU und CSU büßten dagegen einen Prozentpunkt ein. Die Union kommt damit derzeit auf 34 Prozent.

Die Grünen büßten überraschend ebenfalls einen Punkt ein und sind mit 22 Prozent drittstärkste Kraft. Die Linke bleibt demnach bei sieben Prozent, wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre. Damit hätte ein rot-grünes Bündnis derzeit eine komfortable Mehrheit.

Die FDP bleibt trotz des Wechsels an der Parteispitze von Guido Westerwelle zu Philipp Rösler im Stimmungstief. Sie käme auf vier Prozent, wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre und hätte damit keinen Sitz im Parlament.

Beliebtester Politiker ist der Umfrage zufolge nach wie vor SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier, vor Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU). SPD-Chef Sigmar Gabriel landet auf dem sechsten Platz.

In der Debatte über den nächsten Kanzlerkandidaten der SPD sind 43 Prozent der Meinung, die SPD hätte die größten Chancen mit Steinmeier. 25 Prozent setzen auf den früheren Bundesfinanzminister Peer Steinbrück, dagegen nur 15 Prozent auf Gabriel. Bei den SPD-Anhängern fällt die Einschätzung noch deutlicher aus: Bei ihnen liegt Steinmeier mit 51 Prozent vor Steinbrück mit 25 und Gabriel mit 18 Prozent.

Wähler beurteilen Rösler spektisch

Die Erwartungen an Rösler sind weiter von Skepsis geprägt. 53 Prozent trauen ihm nicht zu, die FDP erfolgreich in die Zukunft zu führen. Vor drei Wochen waren es allerdings noch 57 Prozent. 39 Prozent glauben, dass die FDP mit Rösler Erfolg haben wird, vor drei Wochen waren es nur 30 Prozent.

Eine knappe Mehrheit von 56 Prozent der Befragten erwartet ferner, dass der Höhenflug der Grünen anhalten wird. 42 Prozent gehen nicht von einer dauerhaften Stärke der Partei aus.

Die Forschungsgruppe Wahlen befragte für das ZDF-Politbarometer von Dienstag bis Donnerstag 1.228 Wahlberechtigte.

als/DAPD/dpoa

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 110 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Ach ja...
Terrorkater 15.04.2011
Umfragen sind Umfragen, Wahlergebnisse sind Wahlergebnisse. BIs zur nächsten wichtigen Wahl werden wieder irgendwelche Showmaßnahmen ergriffen, und schon steigt die Koalition, auch die FDP wird sicher wieder in den BT einziehen. Das werden die schon hinmurksen. Ändern wird sich nichts in Deutschland.
2. F.d.p.
Schmockse 15.04.2011
Zitat von sysopFür die FDP sieht es trotz des angekündigten Personalwechsels düster aus.
Ich traue ihm nicht einmal zu, eine Arztpraxis erfolgreich zu führen. Aber es ist gut, wenn sich öffentlich nachvollziehbar eine Partei zerlegt, weil Macht wichtiger als Sachverstand, Erfahrung und Thematik ist.
3. lange her
Barxxo 15.04.2011
Zitat von sysopDie Grünen segeln auf der Erfolgswelle weiter empor]
Es ist eben schon eine Weile her, dass grüne Wähler so richtig enttäuscht wurden. Eine neue Generation grüner Wähler wächst heran. Die erste deutsche Beteiligung an einem Krieg unter Rot-Grün ist lange vergessen... Ströbele(1999):"In unserem Programm steht eindeutig: Wir tragen keine Kampfeinsätze mit. Dafür sind wir in den Bundestag gewählt worden." Wir wissen, wie die Realität aussah. Die "Energiewende" wird im Chaos enden und Ärmeren in unserem Land wird es richtig dreckig gehen. Aber das ist ja nicht die grüne Klientel.
4. -
meinefresse 15.04.2011
Zitat von Barxxo[...]Die "Energiewende" wird im Chaos enden und Ärmeren in unserem Land wird es richtig dreckig gehen. Aber das ist ja nicht die grüne Klientel.
Denen geht es doch jetzt schon richtig dreckig, dazu braucht es keine Grünen. Die Energiekonzerne könnten mit ihren Gewinnen die Energiewende in sehr kurzer Zeit selbst mit den aktuellen Strompreisen locker nebenbei finanzieren - aber das wäre schlecht für den Shareholder Value. Der Preis an der Strombörse in Leipzig liegt immer noch die meiste Zeit deutlich unter 6Ct. Langsam sollte man doch über eine (Wieder-)Verstaatlichung aller Infrastruktur nachdenken...
5. Grüne
Schwarzwälder 15.04.2011
Die Grünen sind gegen Atomkraft - das ist ja schön und gut. Aber die Grünen sind auch für Multikulti und ziemlich islamfreundlich. Ich wundere mich, dass die Grünen-Wähler das nicht in ihre Entscheidung einbeziehen.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Politik
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Deutschland
RSS
alles zum Thema Merkels schwarz-gelbe Regierung 2009-2013
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 110 Kommentare