Umfrageaufschwung für die SPD Aus der 25-Prozent-Partei wird die 26-Prozent-Partei

Die Sozialdemokraten haben ihren Chef Gabriel beim Parteitag bei seiner Wiederwahl abgestraft. Immerhin gibt es einen Umfrage-Lichtblick. Mitleid kann es nicht gewesen sein, die Befragung wurde vor dem Treffen der Sozis gemacht.

SPD-Chef Gabriel beim Parteitag: Schlechtes Ergebnis bei Wiederwahl zum Vorsitzenden
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SPD-Chef Gabriel beim Parteitag: Schlechtes Ergebnis bei Wiederwahl zum Vorsitzenden


25-Prozent-Partei, so wird die SPD verspöttelt. In Umfragen liegen die Sozialdemokraten seit Monaten wie in einer Mörtelwanne fixiert bei 25 Prozent. In der neuen Emnid-Erhebung haben sie nun einen Prozentpunkt auf 26 Prozent zugelegt im Vergleich zur Vorwoche.

Die Umfrage wurde vom 3. bis 9. Dezember vom Institut für die "Bild am Sonntag" erhoben (Angaben zur Erhebung am Ende des Artikels), also vor dem SPD-Parteitag, auf dem die Genossen ihren Chef Sigmar Gabriel abstraften. Er wurde gerade einmal mit 74,3 Prozent der Stimmen zum Vorsitzenden wiedergewählt - das mit Abstand schlechteste Ergebnis seiner bisher vier Wahlen. Jusos und Parteilinke hatten ihm vorgeworfen, keine glaubwürdige Politik zu machen und einen Schlingerkurs zu fahren.

Als einzige weitere Veränderung verloren die Grünen einen Punkt, sie kommen nun auf neun Prozent. Die übrigen Parteien blieben unverändert: Die Union mit 37 Prozent, die Linkspartei mit zehn Prozent, die AfD mit acht Prozent, die FDP mit vier Prozent und Sonstige mit insgesamt sechs Prozent.

Gabriel mahnte am Samstag: "Wir müssen aufpassen, dass wir nicht eine Partei werden, wo die einen rigoros das eine, und die anderen rigoros das andere besprechen. Das ist doch im Kern das, was wir gestern in Teilen erlebt haben." Wenn man regieren wolle, müsse man auch die Bedingungen von Regieren kennen, mahnte der Vizekanzler und Wirtschaftsminister.

Steinmeier vor Gabriel

Viele Wähler halten eher Außenminister Frank-Walter Steinmeier als SPD-Kanzlerkandidat geeignet: Nach einer Umfrage von Infratest Dimap für die "Welt am Sonntag" sind 44 Prozent der Befragten der Meinung, dass Steinmeier der beste SPD-Bewerber um das Kanzleramt ist. Nur 17 Prozent sind für Gabriel. Sieben Prozent plädieren für SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann, fünf Prozent für Arbeitsministerin Andrea Nahles. Für die Umfrage hatte Infratest Dimap am 2. und 3. Dezember 920 berufstätige Bürger interviewt.

Steinmeier war bereits bei der Bundestagswahl 2009 als SPD-Kanzlerkandidat angetreten. Unter seiner Führung erzielten die Sozialdemokraten mit 23 Prozent ihr schlechtestes Ergebnis bei einer Bundestagswahl, sie mussten daraufhin in die Opposition gehen. 2013 war der Ex-Bundesfinanzminister Peer Steinbrück als Herausforderer von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gescheitert. Er holte bei der Bundestagswahl für die SPD 25,7 Prozent der Stimmen.

SPD-Chef Gabriel hat vor Kurzem seine Bereitschaft erklärt, als Kanzlerkandidat 2017 anzutreten.


Daten zum Umfrage:

Stichprobe: Emnid befragte 2321 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger.

Zeitraum: 3. bis 9. Dezember 2015

Statistische Fehlertoleranz: keine Angabe

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smartphone 13.12.2015
1. Wohl bekomms.....
also 26% sind keine 46% ....und damit sind wir bei der Sache. Das reicht also "nur" wieder mal für eine GROKO - dem GAU der bisher gezeigten Arbeitsleistung in den letzten Jahren. Sowas wie RRG kommt wohl nicht , wei die damit verbundene Abkehr von der NeoCon Agenda2010 und damit effektiver Bekämpfung der massiven Arbeitslosigkeit ( effektiv > 17 Mio ) ... BGE ist überfällig angesichts dieser (Politiker)Leistungen bisher
heavenstown 13.12.2015
2. Eine Schwalbe...
macht noch keinen Sommer...
schorsch_999 13.12.2015
3.
nach Vorratsdatenspeicherung nicht mehr wählbar -- die SPD wird das selbe Schicksal ereilen wie die FDP
Ehr367 13.12.2015
4. Vorsorge: 8 Mill. Bürger - ausgeraubt v. SPD/Grüne
Die Wähler nehmen alles ernst. Die SPD/Grüne brauchen sich nicht wundern, wenn in Zukunft über 8. Mill. ausgeraubte Bürger andere Parteien wählen. 8 Mill. ausgeraubte Bürger sind mit ihren Familien 20 Mill. Wählerstimmen, das hat die SPD noch nicht gemerkt. „Wer vorsorgt, wird geschröpft“ " Bürger fühlen sich abgezockt" Vor 2004 galt noch der Vertrauensschutz- auch in der Sozialgesetzgebung konnte man auf Treu und Glauben noch vertrauen. Über 8 Mill. Bürger, die nach dem Krieg Deutschland aufgebaut hatten, entschlossen sich eine Direktversicherung abzuschließen. Jeder war bemüht fürs Alter vorzusorgen. Dann brachten Rot/Grün das GKV- Modernisierungsgesetz 2004 "Raubrittergesetz" ( § 229 ) heraus, dass rückwirkend bei der Auszahlung der Direktversicherung zum 2. mal Kranken- und Pflegeversicherung abkassiert wurde. Die damalige Rot/Grüne Regierung plädierte vor 2004 fast täglich für die private Vorsorge , um Altersarmut zu vermeiden, um dann danach abzukassieren und diejenigen wieder um ihre Ersparnisse zu bringen. Zukünftige Generationen können der SPD/Grüne nicht mehr trauen, sie haben der Volkswirtschaft und den Menschen einen unermesslichen Schaden durch Verletzung von Vertragsschutz, Vertragstreue, Bestandsschutz und Verlässlichkeit zugefügt. SPD/CDU/CSU schaffen das Raubrittergesetz ( § 229 ), nicht ab! Dass die Sozialgerichte und das Bundesverfassungsgericht mit den Politikern einig sind, über die Ausraubung von 8. Mill. Rentnern, schreit zum Himmel und man muß die Neutralität der Gerichte immer häufiger in Frage stellen. Über 40 Milliarden Euro wurden hier abgezockt. Das Unwort des Jahres heißt: Raubritterpartei SPD § 229".
elspaco 13.12.2015
5. Steinmeier Kanzler?
Merkwürdig wie irgend jemand glauben könnte dass dieser transatlantische Möchtegern Außenminister,der in der Regel nur Worthülsen von sich gibt,Kanzler könnte.Der ist doch durch und durch eine Beamtenseele und wäre allenfalls fähig eine Kommunalbehörde zu leiten.Das Grauen hat einen Namen:SPD Spitzenpersonal.Das könnte man allerdings auch der CDU bescheinigen.
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