Update - der SPON-Wahltrend Frauen wählen Union, Männer SPD

Die Wochenumfrage von SPIEGEL ONLINE zeigt, dass CDU und CSU besonders bei Frauen hoch im Kurs stehen. Männer wählen dagegen SPD und FDP. Hier gibt's die aktuellen Ergebnisse - und Sie können abstimmen.

Von und


Politik gilt immer noch als Männerdomäne, in allen Parteien sind deutlich mehr Männer als Frauen aktiv - das trifft insbesondere auf die CDU zu. Dort ist nur ein Viertel der Mitglieder weiblich. Dass deswegen besonders viele Männer auch die Union wählen, lässt sich daraus allerdings nicht ableiten - im Gegenteil. Das zeigt die Auswertung des SPIEGEL-ONLINE-Wahltrends. 39 Prozent der befragten Frauen würden demnach die Konservativen wählen. Bei den Männern sind es 35 Prozent. Dafür bevorzugen mehr Männer als Frauen die Sozialdemokraten, auch die FDP ist bei ihnen beliebter.

Diese und andere Ergebnisse zeigt die wöchentliche Umfrage von SPIEGEL ONLINE und dem Meinungsforschungsinstitut Civey. Im Superwahljahr 2017 stimmen unsere Leser regelmäßig über ihre Parteipräferenz ab - in Echtzeit, für jeden Nutzer zugänglich und mit repräsentativen Ergebnissen. Wir ordnen jede Woche ein, wer vorne liegt, wer verloren hat, und welche möglichen Gründe es dafür gibt. Nach jeder Auswertung können Sie die Sonntagsfrage erneut beantworten.

In der vergangenen Woche fragten wir: Welche Partei würden Sie wählen?

1. So haben Sie abgestimmt

Für die Union setzt sich der positive Trend fort: Sie legt im Vergleich zur Vorwoche um einen Prozentpunkt zu, käme auf 37,1 Prozent (lesen Sie hier die Auswertung der Vorwoche). Die SPD bleibt fast unverändert bei 20,4 Prozent. Die Grünen verlieren dagegen mehr als einen halben Prozentpunkt, liegen bei 9,3 Prozent. Die AfD ist mit 13,2 Prozent weiterhin drittstärkste Kraft. Linke und FDP bleiben fast stabil bei 9,5 und 6,2 Prozent. Es würde also auch weiterhin alles für eine Große Koalition sprechen - weder Schwarz-Grün noch Rot-Rot-Grün oder Schwarz-Gelb kämen auf die erforderlichen Mehrheiten.


2. Grüne auf dem absteigenden Ast

In der vergangenen Woche gaben die Grünen das Ergebnis ihrer Urwahl bekannt: Die Realo-Fraktion um Cem Özdemir und Katrin Göring-Eckardt wird die Partei in die Bundestagswahl führen. Für Freudensprünge sorgte das bei den Wählern offenbar nicht, die Grünen sinken in der Wählergunst weiter. Im Gegensatz zur Union: Unter allen Parteien legt sie am stärksten zu, seit Dezember sind es fast drei Prozentpunkte.

Die Konservativen profitieren weiterhin von der Sicherheitsdebatte nach dem Anschlag von Berlin und der Unsicherheit, wie sich die Wahl Donald Trumps zum neuen US-Präsidenten auf Europa und Deutschland auswirken wird. Demnächst will die SPD ihren Kanzlerkandidaten präsentieren - ob die Sozialdemokraten dann noch einmal zulegen können?


3. Männer und Frauen wählen anders

Männer und Frauen unterscheiden sich - das wird auch beim Wahlverhalten deutlich, wie die Auswertung zeigt. Mehr Frauen als Männer würden konservativ wählen. Die Männer bevorzugen dagegen eher die SPD und FDP. Bei den anderen Parteien ist die Präferenz weitgehend ausgeglichen.

Woran das liegen könnte, darüber kann nur gemutmaßt werden. Das Wahlverhalten hat sich in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder verändert. Vor 1970 war die SPD auch schon nicht sonderlich beliebt bei den Frauen. Das musste auch Willy Brandt erfahren. Bei der Bundestagswahl 1969 erhielt die Union bei den Frauen zehn Prozentpunkte mehr als die SPD. Kanzler wurde er dennoch.

Nach 1970 tendierten die Frauen dann eher dazu, links zu wählen. Inzwischen schwankt die Präferenz von Wahl zu Wahl, meint etwa Michael Kunert, Chef des Meinungsforschungsinstituts Emnid.

4. Union legt bei den über 65-Jährigen zu

Die SPD hat vor allem bei den Wählern über 65 Jahren an Beliebtheit im Vergleich zur Vorwoche verloren. Sie fiel in der entsprechenden Alterskohorte von 27,1 auf 23,4 Prozent. Profiteur ist wiederum die Union, die mehr als fünf Prozentpunkte bei den älteren Wählern zulegt. Mit 40 Prozentpunkten ist in dieser Altersgruppe - wie auch bei den anderen - am beliebtesten. Besonders auffällig ist auch weiterhin der hohe Zuspruch der AfD bei den 40- bis über 65-Jährigen.

Anmerkung der Redaktion: Bei der Befragung nach Altersgruppen und ihrer Parteipräferenz ist die statistische Fehlertoleranz derzeit verhältnismäßig groß, sehr feine Unterschiede sind in diesen Ergebnissen also nicht aussagekräftig. Durch wiederholte Befragungen fallen diese Resultate künftig präziser aus.

Sie wollen selbst die Sonntagsfrage beantworten? Stimmen Sie hier ab:

Hier können Sie mitmachen und sich als Teilnehmer registrieren. Den aktuellen Stand sehen Sie sofort, wenn Sie teilgenommen haben. Mehr zur Methodik, und wie aus den Rohdaten repräsentative Ergebnisse gewonnen werden, erfahren Sie weiter unten in diesem Artikel. SPIEGEL ONLINE wertet die Ergebnisse jede Woche aus und informiert Sie über spannende Entwicklungen und Veränderungen.



Sie wollen die Sonntagsfrage für den Bund beantworten? Stimmen Sie hier ab:




© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.