Umfrage: Union legt trotz Schavans Plagiatsaffäre kräftig zu

CDU-Chefin Merkel: Allein weit vor SPD und Grünen Zur Großansicht
dapd

CDU-Chefin Merkel: Allein weit vor SPD und Grünen

Die Debatte um Annette Schavan hat der Union offenbar nicht geschadet: Im Vergleich zur Vorwoche können CDU und CSU laut einer Umfrage sogar um zwei Prozentpunkte zulegen - und haben auch ohne FDP einen komfortablen Vorsprung auf Rot-Grün.

Berlin - Die Deutschen scheinen die Union wegen der Aufregung um Annette Schavan nicht abstrafen zu wollen, ganz im Gegenteil: Trotz der Debatte um ihre Doktorarbeit klettern CDU und CSU laut dem Wahltrend von "Stern" und RTL im Vergleich zur Vorwoche um zwei Prozentpunkte. Bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr würden sich 43 Prozent für die Union entscheiden. Das ist in dieser Umfrage der beste Wert seit mehr als sieben Jahren.

Der Fall Schavanhat nach Ansicht von Forsa-Chef Manfred Güllnerpraktisch keine Auswirkungen auf das Bild der Union. "Die Menschen werten diese Sache als lange zurückliegenden, individuellen Fehltritt", sagte er dem "Stern". Zudem honorierten sie, dass Schavan viel ruhiger und sachlicher gehandelt habe als Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg, der vor zwei Jahren nach Aberkennung seines Doktortitels zurückgetreten war.

Dass Schavan Kanzlerin Angela Merkel besonders nahe stand, habe Güllner zufolge für die breite Öffentlichkeit keine Rolle gespielt: "Die Menschen kreiden die Schavan-Debatte Merkel nicht an."

Für die Umfrage wurden 2505 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger in der Zeit vom 4. bis 8. Februar befragt - also noch vor dem Rücktritt der Ministerin. Diese zog sich am 9. Februar vom Amt der Bildungsministerin zurück.

Werte der Opposition stagnieren

Nach der verlorenen Niedersachsen-Wahl am 20. Januar hatte die Union leicht an Zustimmung verloren, doch inzwischen hat sie die Vertrauensdelle wieder vollständig wettgemacht. Bei der FDP dagegen verpufft der Rückenwind nach ihrem überraschend guten Abschneiden in Niedersachsen. Die Partei fällt um einen Prozentpunkt auf nur noch drei Prozent. Die Liberalen wären damit nicht im neuen Bundestag vertreten.

Die Opposition kann im Gegensatz zur Union nicht zulegen: Der SPD wollen unverändert 25 Prozent der Wähler ihre Stimme geben. Die Grünen verschlechtern sich gar um einen Prozentpunkt auf 14 Prozent, bleiben damit aber deutlich über ihrem Wahlergebnis von 10,7 Prozent bei der letzten Bundestagswahl. Die Linke verharrt bei sieben Prozent. Die Piraten hätten mit drei Prozent weiterhin keine Chance auf den ersten Einzug ins Bundesparlament. Auf sonstige Parteien entfallen fünf Prozent.

Rot-Grün bleibt damit auch gemeinsam schwächer als die große Regierungspartei allein: Für SPD und Grüne würden sich zusammengerechnet mit 39 Prozent deutlich weniger Menschen entscheiden als für die Union.

fdi

Diesen Artikel...
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
Auf anderen Social Networks teilen
  • Xing
  • LinkedIn
  • Tumblr
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Digg
  • reddit
insgesamt 116 Beiträge
zudummzumzum 13.02.2013
Sind wir wirklich so weit, dass absolutes Nichtstun sich dermaßen in politisches Kapital ummünzen lässt? Hat die deutsche Angst vor Veränderungen uns dermaßen im Griff? Gut zu wissen, dass auf der Titanic die Musik bis [...]
Zitat von sysopDer Rücktritt von Annette Schavan als Bildungsministerin schadet der Union offenbar nicht: Im Vergleich zur Vorwoche können CDU und CSU laut einer Umfrage sogar um zwei Prozentpunkte zulegen - und haben auch ohne FDP einen komfortablen Vorsprung auf Rot-Grün. Umfrage: Union legt nach Rücktritt von Schavan zu, Opposition verliert - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/umfrage-union-legt-nach-ruecktritt-von-schavan-zu-opposition-verliert-a-883047.html)
Sind wir wirklich so weit, dass absolutes Nichtstun sich dermaßen in politisches Kapital ummünzen lässt? Hat die deutsche Angst vor Veränderungen uns dermaßen im Griff? Gut zu wissen, dass auf der Titanic die Musik bis zum Untergang gespielt hat. Aber ich spüre schon das eiskalte Wasser, wie es langsam die Beine hochkriecht. Diese Umfrage macht mir Angst!
der eigenen Wahlklientel durch die SPD-Spitze muß ja irgendeine Konsequenz haben. Die Union kann sich zurücklehnen und braucht im Prinzip nur stillhalten, für ihren Erfolg sorgen die SPD-Spitze und Herr Steinbrück, der nicht [...]
Zitat von sysopDer Rücktritt von Annette Schavan als Bildungsministerin schadet der Union offenbar nicht: Im Vergleich zur Vorwoche können CDU und CSU laut einer Umfrage sogar um zwei Prozentpunkte zulegen - und haben auch ohne FDP einen komfortablen Vorsprung auf Rot-Grün. Umfrage: Union legt nach Rücktritt von Schavan zu, Opposition verliert - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/umfrage-union-legt-nach-ruecktritt-von-schavan-zu-opposition-verliert-a-883047.html)
der eigenen Wahlklientel durch die SPD-Spitze muß ja irgendeine Konsequenz haben. Die Union kann sich zurücklehnen und braucht im Prinzip nur stillhalten, für ihren Erfolg sorgen die SPD-Spitze und Herr Steinbrück, der nicht vermittelbare Kandidat!
bernix 13.02.2013
Schavan interessiert niemand. Die Bundesbürger fühlen sich von Frau Merkel gut vertreten... Wenn man genauer hinterfragt, haben die meisten aber keine Antwort. Und wenn man mit den richtigen Fragen nachhakt, kann es [...]
Zitat von sysopDer Rücktritt von Annette Schavan als Bildungsministerin schadet der Union offenbar nicht: Im Vergleich zur Vorwoche können CDU und CSU laut einer Umfrage sogar um zwei Prozentpunkte zulegen - und haben auch ohne FDP einen komfortablen Vorsprung auf Rot-Grün. Umfrage: Union legt nach Rücktritt von Schavan zu, Opposition verliert - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/umfrage-union-legt-nach-ruecktritt-von-schavan-zu-opposition-verliert-a-883047.html)
Schavan interessiert niemand. Die Bundesbürger fühlen sich von Frau Merkel gut vertreten... Wenn man genauer hinterfragt, haben die meisten aber keine Antwort. Und wenn man mit den richtigen Fragen nachhakt, kann es schon mal passieren, dass der Befragte sauer wird, weil er erkennt wie falsch er liegt.....
sonnigegruesse 13.02.2013
Also was denn nun: => RTL Umfrage 13. 02. http://www.rtl.de/rtl-nachrichtenarchiv/1413502/koalition-liegt-in-umfrage-hinter-rot-gruen.html NTV 10.02. : [...]
Also was denn nun: => RTL Umfrage 13. 02. http://www.rtl.de/rtl-nachrichtenarchiv/1413502/koalition-liegt-in-umfrage-hinter-rot-gruen.html NTV 10.02. : http://www.n-tv.de/politik/Deutsche-sehen-CDU-geschaedigt-article10094476.html Spiegel 13.02.: Der Spiegel sieht natürlich wieder mal die CDU vorne....Bertelsmann, Burda, Springer lassen schön grüßen! Augstein würde sich im Grabe umdrehen, was aus dieser großen, deutschen Zeitung geworden ist! Merkel murkst vor sich hin, Steinbrück wird zerlegt und und geschreddert, doch die Deutschen wollen keine Veränderung: LIEBER DAS BEKANNTE UNGLÜCK ALS DAS UNBEKANNTE GLÜCK.....Armes Deutschland.
aspi01 13.02.2013
Ist doch klar: Wer eigenes Geld verdient, muss sich vor rot-grün fürchten, denn die Staats-Raffkes haben klar angekündigt, dass sie den arbeitenden Bürger massive Zusatzbelastungen aufdrücken werden. Die Märchenstunde, dass die [...]
Ist doch klar: Wer eigenes Geld verdient, muss sich vor rot-grün fürchten, denn die Staats-Raffkes haben klar angekündigt, dass sie den arbeitenden Bürger massive Zusatzbelastungen aufdrücken werden. Die Märchenstunde, dass die geplanten Belastungen nur Spitzenverdiener treffen soll, glaubt eh keiner. Zusätzlich haben viele Menschen Angst, dass der rot-grüne Unternehmer-Hass die stabile deutsche Wirtschaft gefährdet und die Arbeitslosigkeit einen gewaltigen Satz nach oben macht. Zu Recht: Allein schon die von rot-grün geplante 12-prozentige Steuererhöhungen für das Übernachtungsgewerbe wird mehrere hunderttausend Jobs kosten, ganz zu schweigen von der Vermögenssteuer auf Fabriken und Maschinen oder hohe Erbschaftsteuer auf Firmenvermögen, die dazu führt, dass Mittelständler ihre Firmen an Heuschrecken verkaufen müssen, um die Steuern bezahlen zu können! "Armut für Alle" ist nicht das, was sich der Wähler unter Gerechtigkeit vorstellt...
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Politik
alles aus der Rubrik Deutschland
alles zum Thema Bundestagswahl 2013

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Mittwoch, 13.02.2013 – 09:33 Uhr
  • Drucken Versenden Feedback
  • Kommentieren | 116 Kommentare
Das Wahljahr 2013
Die Niedersachsen haben entschieden - allerdings sehr knapp. Ein hauchdünner Vorsprung von einem Mandat für eine rot-grüne Koalition ermöglicht es dem SPD-Herausforderer Stephan Weil, den erst seit 2010 amtierenden David McAllister (CDU) als Regierungschef abzulösen. Nach dem anstehenden Machtwechsel zu Rot-Grün wird Schwarz-Gelb nur noch über 15 der 69 Stimmen im Bundesrat verfügen. Die schwächelnde FDP erreichte mit 9,9 Prozent der Stimmen ein sehr starkes Ergebnis - profitierte dabei aber von vielen strategisch wählenden CDU-Anhängern. Dennoch: Durch den Erfolg bleibt Philipp Rösler vorerst Parteichef, Fraktionschef Rainer Brüderle übernimmt lediglich die Spitzenkandidatur für die Bundestagswahl.






TOP



TOP