Umfrage Union schwächelt, Linke und AfD im Aufwind

Die Große Koalition verliert bei den Wählern offenbar an Sympathie. Im Vergleich zur Bundestagswahl hätten Union und SPD laut einer Umfrage zusammen rund fünf Prozent weniger Stimmen. Die Linke und die eurokritische AfD legen dagegen zu.

Merkel und Gabriel: Die Große Koalition verliert offenbar an Ansehen.
AFP

Merkel und Gabriel: Die Große Koalition verliert offenbar an Ansehen.


Hamburg - Die Wähler sind mit den Regierungsparteien anscheinend unzufrieden. Kamen Union und SPD bei der Bundestagswahl am 22. September noch zusammen auf 67,2 Prozent, würden laut einer Forsa-Umfrage für "Stern" und RTL derzeit nur noch 62 Prozent für die Parteien der Großen Koalition stimmen: 40 Prozent der Befragten wollen die Union wählen, einen Punkt weniger als in der Vorwoche. Die SPD bekäme unverändert 22 Prozent und bleibt damit auf ihrem niedrigsten Wert seit der Wahl. Die Grünen kommen erneut auf 10 Prozent.

Zulegen kann dagegen die Linke - um einen Punkt auf elf Prozent. So hoch lag sie zuletzt Mitte Februar 2011. Auch die eurokritische AfD gewinnt einen Punkt hinzu, sie erreicht 6 Prozent. Die FDP fällt dagegen um einen Punkt auf 4 Prozent, schafft also erneut nicht den Sprung über die Fünf-Prozent-Hürde ins Parlament. Auf sonstige Splitterparteien entfallen in der Umfrage, die vor der Zuspitzung der Krim-Krise durchgeführt wurde, insgesamt 7 Prozent.

Forsa-Chef Manfred Güllner führt den bröckelnden Rückhalt für die Große Koalition darauf zurück, dass sie viele Wähler enttäuscht habe. Statt an einem Strang zu ziehen, würden Union und SPD viel zanken und streiten. Eine Folge sei das Erstarken der systemkritischen Parteien Linke und AfD. Der FDP dagegen gelänge es nicht, den Unmut über die Große Koalition zu nutzen. "Sie verpasst ihre Chance zur Renaissance", wird Güllner zitiert.


Daten zur Umfrage

Stichprobe: Forsa-Institut befragte 2500 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger

Zeitraum: 24. bis 28. Februar 2014

Statistische Fehlertoleranz: +/- 2,5 Prozentpunkte

als

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jonas4711 05.03.2014
1. Die AfD legt zu?
Zitat von sysopAFPDie Große Koalition verliert bei den Wählern offenbar an Sympathie. Im Vergleich zur Bundestagswahl hätten Union und SPD laut einer Umfrage zusammen rund fünf Prozent weniger Stimmen. Die Linke und die eurokritische AfD legen dagegen zu. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/umfrage-union-schwaechelt-linke-und-afd-im-aufwind-a-956979.html
...dann ist für Deutschland noch nicht Hopfen und Malz verloren und der eine oder andere hat "Mut, sich seines eigenen Verstandes zu betätigen"..... Die AfD ist im derzeitigen Stadium des "alternativlosen" Euro-Rettungswahns des etablierten gesichtlosen "Parteien-Konglomerates" genauso wichtig, wie es dereinst die Grünen Weltverbesserer mal in Sachen Umweltschutz waren. Inzwischen haben die Grünen ihren Part weitgehend verspielt, es wäre wünschenswert, wenn diese Partei in Zukunft weniger Schaden anrichten könnte.....
unsgehtsgut 05.03.2014
2. Falsch
"Forsa-Chef Manfred Güllner führt den bröckelnden Rückhalt für die Große Koalition darauf zurück, dass sie viele Wähler enttäuscht habe. Statt an einem Strang zu ziehen, würden Union und SPD viel zanken und streiten." Das ist weniger das Problem. Die Menschen sind enttäuscht weil offensichtlich ist, dass weiterhin die Interessen der Bürger zugunsten der Wirtschaft mit Füßen getreten werden. Genmais, Handelsabkommen usw. Es ist dem Bürger schlichtweg egal, ob sich CDU und SPD streiten. Die Menschen erwarten nach Jahrzehnten endlich mal Politik FÜR die Menschen und nicht für Lobbyisten. Noch trauriger ist allerdings, dass dies alles der Wähler bei der nächsten Wahl wieder vergessen hat...eigentlich unglaublich traurig das alles.
elseppo 05.03.2014
3. Wie mans macht
Setzen sich CDU und SPD auseinander, dann "zanken" sie zu viel. Arbeiten beide zusammen, kann man die Parteien nicht mehr auseinander halten. Wir sind schon ein lustiges Völkchen.
anderermeinung 05.03.2014
4. vor der Bundestagswahl wünschten viele ...
eine Groko. Ich vermute: Wegen Harmoniebedürfnis, und damit alles so bleibt wie es ist (Angst, von Reformen negativ betroffen zu werden; die Meisten sind mit ihrer Sizuation zufrieden). Abgesichert durch die übergroße Mehrheit streiten die Abgeordneten gerne. Dass sie ausgesprochen bei den Diätenerhöhungen einig sind. begeistert das Volk natürlich nicht wirklich.
lullylover 05.03.2014
5. Seriös
Zitat von sysopAFPDie Große Koalition verliert bei den Wählern offenbar an Sympathie. Im Vergleich zur Bundestagswahl hätten Union und SPD laut einer Umfrage zusammen rund fünf Prozent weniger Stimmen. Die Linke und die eurokritische AfD legen dagegen zu. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/umfrage-union-schwaechelt-linke-und-afd-im-aufwind-a-956979.html
Endlich mal seriös berichtet und die AFD nicht als "rechtspopulistisch" bezeichnet.
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