Umfrage Wulff verliert weiter an Zustimmung

Der Bundespräsident verliert an Rückhalt in der Bevölkerung. Laut einer Umfrage für die ARD wollen nur noch 46 Prozent der Bundesbürger, dass Christian Wulff im Amt bleibt - ein deutlicher Rückgang gegenüber der Vorwoche.


Hamburg - Immer weniger Bürger stehen hinter Christian Wulff. Die Diskussion über die Kredit- und die Medienaffäre hat den Bundespräsidenten in den vergangenen Tagen in der Bevölkerung Zustimmung gekostet. In einer am Dienstag veröffentlichten Erhebung für die ARD sprachen sich 46 Prozent dafür aus, dass Wulff weiter im Amt bleiben sollte. Dies seien im Vergleich zur Umfrage vom vergangenen Donnerstag zehn Punkte weniger. Ebenfalls 46 Prozent der Befragten sind demzufolge dafür, dass Wulff zurücktreten sollte. Bei der letzten Erhebung für die ARD waren es noch 41 Prozent.

In der Umfrage, die in der Sendung "Hart aber fair" präsentiert wurde, ging es auch um einen möglichen Nachfolger für Wulff. Im Falle eines Rücktritts vertrete eine Mehrheit von 58 Prozent der Deutschen die Meinung, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel den früheren Chef der Stasiunterlagenbehörde, Joachim Gauck, als überparteilichen Kandidaten vorschlagen sollte. 31 Prozent seien nicht dieser Ansicht.

Gauck war Wulff 2010 unterlegen. Für Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) wären der Umfrage zufolge 35 Prozent der Befragten. Ex-Umweltminister Klaus Töpfer (CDU) kam auf 32 Prozent. Für die Erhebung befragte das Meinungsforschungsinstitut Infratest dimap am Montag 1000 Wahlberechtigte per Telefon.

Wulff steht wegen eines umstrittenen Privatkredites und eines Anrufs beim Chefredakteur der "Bild"-Zeitung in der Kritik. Umstritten ist, ob es dabei um eine Verschiebung eines Artikels über den Privatkredit ging oder ob Wulff die Berichterstattung verhindern wollte.

Wulff setzt unterdessen seine Alltagsarbeit fort. Am Dienstag traf er sich zunächst zu einem länger geplanten Meinungsaustausch mit CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe. Gegen Mittag fand der traditionelle Neujahrsempfang des Bundespräsidenten für das Diplomatische Corps in Wulffs Amtssitz, dem Berliner Schloss Bellevue, statt. Am Nachmittag erwartet Wulff Kanzleramtschef Ronald Pofalla (CDU) zu einem ebenfalls schon vor längerer Zeit anvisierten Gespräch.

ler/Reuters/dpa



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insgesamt 55 Beiträge
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Gebetsmühle 10.01.2012
1. es ist an der zeit endlich die würde des amts wieder herzumstellen
Zitat von sysopDer Bundespräsident verliert an Rückhalt in der Bevölkerung. Laut einer Umfrage für die ARD wollen nur noch 46 Prozent der Bundesbürger, dass Christian Wulff im Amt bleibt - ein deutlicher Rückgang gegenüber der letzten Woche. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,808276,00.html
allein die tatsache dass mehr als die hälfte der bundesbürger wulff nicht mehr als ihren präsidenten akzeptiert, sollte nun doch zum handeln aufrufen. ich wäre für töpfer, weil der eine integrationspersönlichkeit ist.
f.b. 10.01.2012
2. Pofalla beim Bundespräsidenten
Vielleicht sagt er ihm ja das Gleiche, was er schon mal seinem Parteifreund Bosbach gesagt hat, wäre doch mal was....
henniman 10.01.2012
3. Er bleibt aber trotzdem
Seht es ein: die Kampagne ist gescheitert, auch wenn es wehtut. Eine einzige zünftige Rede und er ist Hero. Natürlich werden wir dann auch vom Spiegel zuverlässig darüber informiert werden, wenn er in der Beliebtheitsskala ganz oben sein wird.
Freibeutler 10.01.2012
4. Volk
Zitat von sysopDer Bundespräsident verliert an Rückhalt in der Bevölkerung. Laut einer Umfrage für die ARD wollen nur noch 46 Prozent der Bundesbürger, dass Christian Wulff im Amt bleibt - ein deutlicher Rückgang gegenüber der letzten Woche. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,808276,00.html
Warum keine unterhaltsame Volksefragung durch eine Casting-Show bei RTL? Würde dem Steuerzahler viel Geld ersparen: Neuwahl des Bundespräsidenten: Warum keine Casting-Show? | Rentner-News (http://www.rentner-news.de/content/Neuwahl-des-Bundespr%C3%A4sidenten-Warum-keine-Casting-Show)
tontch 10.01.2012
5.
Zitat von Gebetsmühleallein die tatsache dass mehr als die hälfte der bundesbürger wulff nicht mehr als ihren präsidenten akzeptiert, sollte nun doch zum handeln aufrufen. ich wäre für töpfer, weil der eine integrationspersönlichkeit ist.
"""Wulff verliert weiter an Zustimmung""" Na und? Das hat keine Relevanz. Absolut bedeutungslos. Ich kann im Grundgesetz nichts darüber finden, dass die Ergebnisse von Meinungsumfragen den BP stürzen würden. Die Väter des GG haben schon sehr gut gewusst, welche Szenarien OK sind, um den BP zu stürzen. Wochenlanges empörtes Pressegeschrei bewirkt eben auch nix. Mich wundert nur immer wieder, wie seit Wochen von den Journalisten und den anderen Empörten (grund-) gesetzliche Normen einfach ignoriert werden. Das ist kein Demokratieverständnis.
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