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Umfrage zum Bahnhofsstreit: Stuttgart 21? Ja, bitte!

Baden-Württemberg sehnt sich offensichtlich nach einem Ende des Bahnhofstreits: Laut einer Umfrage der Freien Universität Berlin befürworten 50 Prozent der Befragten den Bau von Stuttgart 21. 69 Prozent wollen, dass der Kompromissvorschlag von Heiner Geißler diskutiert wird.

Gegner des Bahn-Projekts Stuttgart 21: In der Minderheit? Zur Großansicht
DPA

Gegner des Bahn-Projekts Stuttgart 21: In der Minderheit?

Hamburg/Berlin - Ist das umstrittene Bahn-Projekt Stuttgart 21 vielleicht doch nicht so unbeliebt in der Bevölkerung, wie die Demonstrationen vermuten lassen? Diesen Schluss lässt jedenfalls eine repräsentative Umfrage von TNS Infratest Politikforschung im Auftrag der Freien Universität (FU) Berlin zu, die am Sonntag veröffentlicht wurde.

Die besten Chancen werden darin dem Kompromissvorschlag des Schlichters Heiner Geißler (CDU) zugestanden. Geht es nach dem Politiker, soll der Fernverkehr unter die Erde verlegt werden und die Regionalbahnen weiter im Kopfbahnhof verkehren. 69 Prozent der rund 1000 Befragten sprachen sich Anfang August für eine ernsthafte Verhandlung des Vorschlages aus.

Laut Umfrage sind - ähnlich wie in früheren Untersuchungen -

  • rund 50 Prozent der Befragten für das Projekt,
  • 35 Prozent dagegen,
  • 15 Prozent unentschieden.

Im Großraum Stuttgart liegt die Zahl der Befürworter mit 58 Prozent sogar noch etwas höher. Große Differenzen zeigen sich dabei unter den Anhängern der verschiedenen Parteien. So finden

  • 73 Prozent der CDU-Anhänger die Verlegung des Bahnhofes richtig,
  • bei den SPD-Sympathisanten liegt der Wert bei 51 Prozent,
  • bei den Grünen nur bei 25 Prozent.

"Die Umfrage zeigt zum einen eine gewisse Resignation der Baden-Württemberger angesichts des lange andauernden Streits um das Bahn-Projekt", sagt der Politologe Peter Grottian von der FU Berlin gegenüber dem SPIEGEL. Andererseits verdeutliche das Ergebnis zum Kompromissvorschlag auch "die Sehnsucht der Bürger nach einer Lösung des Dauerkonflikts".

cbu/dpa

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1. Sie können auch
Flugwuppich 07.08.2011
Zitat von sysopBaden-Württemberg sehnt sich offensichtlich nach einem Ende des Bahnhofstreits: Laut einer Umfrage der Freien Universität Berlin befürworten 50 Prozent der Befragten den Bau von Stuttgart 21. 69 Prozent wollen, dass der Kompromissvorschlag von Heiner Geißler diskutiert wird. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,778805,00.html
Das Volk abstimmen lassen, wenn das Ergebnis den Gegnern nicht passt, steht man wieder am Anfang! Jede Wette!
2. Der Bahnhof kommt
Quatschtuete 07.08.2011
Zitat von sysopBaden-Württemberg sehnt sich offensichtlich nach einem Ende des Bahnhofstreits: Laut einer Umfrage der Freien Universität Berlin befürworten 50 Prozent der Befragten den Bau von Stuttgart 21. 69 Prozent wollen, dass der Kompromissvorschlag von Heiner Geißler diskutiert wird. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,778805,00.html
war doch schon von Anfang an klar. Warum man sich so einem überflüssigen und nutzlosen Schiedsverfahren unterworfen hat, war nur dem Wahlkampf geschuldet. Inzwischen regiert wohl wieder die Vernunft und nicht das gelangweilte von den grünen Org´s instrumentalisierte Rentnermilieu.
3. Unterschied
sprechweise, 07.08.2011
Zitat von sysopBaden-Württemberg sehnt sich offensichtlich nach einem Ende des Bahnhofstreits: Laut einer Umfrage der Freien Universität Berlin befürworten 50 Prozent der Befragten den Bau von Stuttgart 21. 69 Prozent wollen, dass der Kompromissvorschlag von Heiner Geißler diskutiert wird. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,778805,00.html
Es zeigt sich wieder, dass es einen Unterschied gibt zwischen lautstarken Dagegnern und der Mehrheit. Dagegensein ist keine demokratische Tugend per se. Dennoch sollten echte demokratische Elemente gestärkt werden. a) mehr/unbeschränkte für Volksabstimmungen. (Das verfassungsmässige Verbot das Volk über die Finanzhaushalte abstimmen zu lassen, zeigt deutlich, dass eben NICHT alle Macht vom Volke ausgeht, sondern dass die Verfassung totalitäre Elemente begünstigt) b) besserer Schutz der Meinungsfreiheit (Keine Ausreden wegen Religion, Namensrecht und "Ehrverletzungen") Hilfreich wäre natürlich auch ein höheres Niveau im Journalismus, aber das kann schlecht verordnet werden.
4. Nicht Repäsentativ
dillerjohann 07.08.2011
Umfragen sind Umfragen und können Abstimmungen nicht ersetzten,da sie nicht den Bürgerwillen repräsentieren. Sie sind auch nicht Hilfreich eine Diskussion zu beenden,oder positiv zu beeinflussen ,da sie weder Unabhängig noch Querschnitt der Bevölkerung aufzeigen.
5. ............
lis, 07.08.2011
Zitat von FlugwuppichDas Volk abstimmen lassen, wenn das Ergebnis den Gegnern nicht passt, steht man wieder am Anfang! Jede Wette!
Naja, mit der gleichen Berechtigung kann man auch sagen, "wenn das Ergebnis den Befürwortern nicht passt, steht man wieder am Anfang". Bisher hat sich die DB-Spitze auch nicht gerade durch Kompromissbereitschaft ausgezeichnet. Im Gegenteil - sie hat immer dann das Feuer wieder angefacht, wenn sich der "Brand" zu legen schien. Das Schiedsverfahren war eigentlich von Anfang an für die Katz. Beide Seiten wollen keinen Tentimeter von den eigenen Positionben abrücken. Der Geisler-Vorschlag scheint immerhin bedenkswert (da der Bahnhof so tatsächlich mehr Kapazität bekäme), wird aber den Baumschützern z.B. nicht passen und die DB will sowieso nicht. Eine Volksabstimmung scheint mir der einzige Weg, um Klarheit darüber zu bekommen, was die Bevölkerungsmehrheit will. Und diesen Willen dann auch demokratisch legitimiert umsetzen zu können - egal ob für oder gegen S21.
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Auszüge aus dem S21-Gutachten
Grundlagen
"Unsere Überprüfung der Simulationsergebnisse hat gezeigt, dass die geforderten 49 Ankünfte im Hauptbahnhof Stuttgart in der am meisten belasteten Stunde und mit dem der Simulation unterstellten Fahrplan mit wirtschaftlich optimaler Betriebsqualität abgewickelt werden können. Die vom Schlichter (Heiner Geißler) geforderten anerkannten Standards des Eisenbahnwesens sind eingehalten."
Unstimmigkeiten in der Simulation
"Auch nach den Zusatz-Überprüfungen bleiben eine Anzahl Unstimmigkeiten im Simulationsmodell bestehen. Sie sind nach unserer Einschätzung in einer Größenordnung, die das Gesamtresultat zwar zahlenmäßig etwas verändern, ohne dass jedoch die Resultatseinstufung aus dem Bereich "wirtschaftlich optimal" heraus fällt."
Tendenz zur Verspätung
"Es kommt zu einem leichten Verspätungsaufbau im Zulauf zum Hauptbahnhof und anschließend auch wieder auf der Wegfahrt von Stuttgart nach außen. Die im Hauptbahnhof eingeplanten Fahrplanreserven erlauben dagegen einen Verspätungsabbau, der größer als die beiden anderen Durchschnittswerte ist, woraus sich die Gesamteinstufung "wirtschaftlich optimal" mit leicht abnehmender Verspätungstendenz ergibt.

Es kann nicht Aufgabe eines Audits sein, die in Deutschland geltenden Normen in Zweifel zu ziehen. Dieses Thema gehört auf die politische Ebene und berührt die Frage, welche strategischen Vorgaben der Unternehmenseigner an die Unternehmensführung vorgibt."
Anbindung des Flughafens
"Zweigleisige westliche Anbindung des Flughafens an die Neubaustrecke: Diese ist notwendig zum Erreichen des Qualitätsziels. Es kommt bei der Fahrplankonstruktion zu Zugkreuzungen auf der besagten Anbindung."
Wendlinger Kurve
"Große Wendlinger Kurve (zweigleisige und kreuzungsfreie Anbindung der Strecke aus Tübingen an die Neubaustrecke): Die Untersuchungen zeigen, dass mit der vorgelegten vereinfachten Wendlinger Kurve zwei Züge pro Stunde und Richtung zulässig sind. Ein dritter, vom Land Baden-Württemberg geforderter Zug in den Spitzenstunden ist die auslösende Ursache für einen kreuzungsfreien Ausbau, womit selbstredend zusätzliche Kapazität und Flexibilität für das ganze Projekt geschaffen wird. Die Frage nach dem Kosten/Nutzen-Verhältnis kann im Rahmen des vorliegenden Audits nicht beantwortet werden."
Erweiterung um zwei Gleise
"Erweiterung des Tiefbahnhofs um ein 9. und 10. Gleis: Alle Simulationsdurchläufe erfolgten ohne die Unterstellung eines 9. und 10. Gleises. Die Fahrplankonstruktion nutzt die Möglichkeit, an den 400 Meter langen Bahnsteigen zwei Nahverkehrszüge hintereinander halten zu lassen. Kombiniert mit den im Fahrplan relativ langen Haltezeiten der meisten Nahverkehrszüge genügen die acht Gleise für einen stabilen Betrieb. Die Detailanalysen der Verspätungsverlaufs-Diagramme zeigen, dass die beim unterstellten Fahrplan eingeplanten - teilweise langen - Haltezeiten in Stuttgart Hauptbahnhof lokal zu einem Verspätungsabbau beitragen."

dpa


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