Umfrage zur Berlin-Wahl Grüne brechen ein, Piraten können hoffen

Die Chancen von Renate Künast, Klaus Wowereit zu beerben, schwinden immer mehr. Zwei Wochen vor der Wahl in Berlin sind die Grünen in einer Umfrage kräftig abgesackt und liegen nun hinter der CDU. Von der Schwäche der Grünen profitiert die Piratenpartei.

Grünen-Spitzenfrau Künast: Hinter der CDU
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Grünen-Spitzenfrau Künast: Hinter der CDU


Berlin - Zwei Wochen vor der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus scheint der Kampf um das Rote Rathaus entschieden. Die Grünen sind in der neuen Forsa-Umfrage für die "Berliner Zeitung" kräftig eingebrochen und liegen erstmals seit Mai 2010 wieder hinter der CDU. Grünen-Spitzenkandidatin Renate Künast hätte danach keine Möglichkeit mehr, Klaus Wowereit (SPD) als Regierenden Bürgermeister abzulösen.

Die Grünen fielen laut Umfrage um 5 Punkte auf nur noch 19 Prozent. Das ist der niedrigste Forsa-Wert seit knapp zwei Jahren. Die SPD legte noch einmal um 2 Punkte zu, auf jetzt 32 Prozent. Auch die CDU mit Spitzenkandidat Frank Henkel kletterte auf 21 Prozent (plus 2). Die Linke kommt auf 11 Prozent und verliert 2 Punkte. Die FDP liegt weiterhin unter der Fünf-Prozent-Hürde. Die Liberalen würden mit derzeit 4 Prozent den Einzug ins Abgeordnetenhaus verpassen.

Wie die "Berliner Zeitung" unter Berufung auf die Meinungsforscher von Forsa berichtet, verlieren die Grünen derzeit vor allem Anhänger an die Piratenpartei. Das hat Folgen: Denn die Piraten könnten der Umfrage zufolge mit 5 Prozent ins Parlament einziehen.

Würden sich die Umfragergebnisse bestätigen, wäre der rot-rote Senat nach zehnjähriger Regierungszeit am Ende. Die SPD mit dem derzeit Regierenden Bürgermeister und Spitzenkandidat Wowereit könnte aber mit den Grünen oder mit der CDU regieren. Allerdings bevorzugen laut Forsa nur 18 Prozent der SPD-Anhänger ein Bündnis mit der Union. Rot-Grün dagegen gilt als die beliebteste Option.

Auch im Falle einer Direktwahl des Bürgermeisters hätte Grünen-Spitzenkandidatin Künast keine Chance mehr. 48 Prozent (plus 1) der Berliner würden sich für Amtsinhaber Wowereit entscheiden. Künast dagegen liegt auch im direkten Vergleich hinter CDU-Spitzenkadidat Frank Henkel. Henkel kommt auf 17 Prozent (plus 3). Künasts Wert dagegen sei seit Oktober 2010 von 35 auf nunmehr 16 Prozent abgestürzt, heißt es.

Forsa befragte für die Umfrage vom 5. bis 30. August 1100 Berliner.

phw/dapd



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insgesamt 78 Beiträge
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Florian_Geyer 02.09.2011
1. ...
Zitat von sysopDie Chancen von Renate Künast, Klaus Wowereit zu beerben, schwinden immer mehr. Zwei Wochen vor der Wahl in Berlin sind die Grünen in einer Umfrage kräftig abgesackt und liegen nun hinter der CDU. Von der Schwäche der Grünen profitiert die Piratenpartei. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,784149,00.html
Abwarten und ne Molle mit nem Korn trinken. Aber sollten die Grünen nicht stärkste Partei werden und den regierenden Bürgermeister stellen können (die regierende Bürgermeisterin) dann dürfen sie sich bei ihren im Geiste verwandten Linken bedanken. Wer nichts gegen die Aufrechterhaltung der Ordnung unternimmt wird bestraft. Hätte die CDU eine zugkräftigen charismatischen Kandidaten, der auch rhetorisch begabt ist, würde diese Partei sicherlich noch mehr Stimmen erhalten. Aber das schöne an diesem Ergebnis wird wohl sein, wenn es denn so kommt, dass Wowereit regierender Bürgermeister bleibt und das ist auch gut so, gell Frau Nahles?
Guderian 02.09.2011
2. Das war zu erwarten.
---Zitat--- Henkel kommt auf 17 Prozent (plus 3). Künasts Wert dagegen sei seit Oktober 2010 von 35 auf nunmehr 16 Prozent abgestürzt, heißt es. ---Zitatende--- Warum sollten die Grünen auch für das Kopieren der CDU Wahlkampfparolen mehr Zustimmung erhalten als das Original?
Steinwald 02.09.2011
3. f
ich finde es schön zu sehen, daß berlin genauso wenig aus prenzlauer berg besteht, wie malle ausm ballermann. die grüne kifferklientel kann sich ja im rausch als nabel der welt fühlen, daß sies nicht sind und nie sein werden, zeigen solche umfragen ja. ansonsten: eigentlich schade, ich mag die künast. und zweitens: findet ihr nicht auch, daß in letzter zeit die rechtschreib- und vertippfehler bei spon zunehmen?
Arne11 02.09.2011
4. gegen titelzwang
Zitat von sysopDie Chancen von Renate Künast, Klaus Wowereit zu beerben, schwinden immer mehr. Zwei Wochen vor der Wahl in Berlin sind die Grünen in einer Umfrage kräftig abgesackt und liegen nun hinter der CDU. Von der Schwäche der Grünen profitiert die Piratenpartei. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,784149,00.html
Gut so, neue Parteien braucht das Land! Die Zustände in Berlin - Auto abfackeln, U-Bahn Morde, die verzweifelten Hilferufe Heinz Buschkowskis - ich hoff auf die Freiheit, aber den Piraten würde ich ihren Erfolg nicht neiden.
Rainer Daeschler, 02.09.2011
5. Grüne Kapitäne?
Der Wähler in Berlin beobachtet natürlich auch die eigentlich "grünrote" Koalition in Baden-Württemberg, doch leicht rutscht dabei das Wort "rotgrün" raus. Der grüne Ministerpräsident Winfrid Kretschmann ist unangefochten der Sympathieträger, doch schon auf der Ebene darunter, den Ministern, gibt die SPD den Ton an und lässt es auch jeden wissen. Ein grüner Minister darf nur so lange etwas entscheiden, bis er aus dem Superministerium aus Wirtschaft und Finanzen, der 2. Staatskanzlei in Stuttgart, zurückgepfiffen wird. Das ist kein gutes Vorbild für andere Bundesländer, wo sich die Grünen anschicken die stärkste Partei bilden zu wollen und reduziert die Partei zu einem Kandidaten, der nur so viel Stimmen braucht, um Ressorts wie Umwelt, Kultur und Bildung besetzen zu können. Vor den einflussreichen Ministerien haben die Grünen in Baden-Württemberg sich gedrückt. Das heißt nicht, dass die Berliner Grünen auch so denken, doch die grünen Schwaben und Badener geben hier ein schlechtes Vorbild und der Wähler schraubt seine Erwartungen herunter. Möglicherweise ist das auch einer der Gründe, dass die Zuspruch für Renate Künast zurückgegangen ist. Man will die Grünen auf dem Brücke haben, aber die Kapitänsrolle traut man ihnen nicht mehr zu.
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