Berlin - SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück taugt derzeit offenbar nicht als Zugpferd bei den Wählern. Laut einer aktuellen Umfrage fällt die SPD sogar weiter hinter die Union zurück. Die beiden Lager liegen demnach in der Wählergunst so weit auseinander wie noch nie seit der vergangenen Bundestagswahl 2009.
Im aktuellen Sonntagstrend des Meinungsforschungsinstituts Emnid für die "Bild am Sonntag" verliert die SPD einen Prozentpunkt und erreicht nur noch 27 Prozent. Gleichzeitig kann die Union ihre 40 Prozent behaupten. Damit trennen die beiden Volksparteien 13 Prozentpunkte.
Als einzige Partei zulegen konnten die Grünen, sie kommen auf 14 Prozent und damit auf einen Prozentpunkt mehr als zuletzt. Unverändert bleiben die Werte von FDP bei vier Prozent, der Linkspartei bei acht Prozent und der Piratenpartei bei vier Prozent. Emnid befragte zwischen dem 20. Dezember und 2. Januar mehr als 1800 Personen.
Auch im jüngsten ARD-"Deutschlandtrend" lag die Union klar vor der SPD. In dieser Umfrage erreichten CDU und CSU mit 41 Prozent sogar ihren höchsten Wert seit November 2007. In der ARD-Erhebung kam die SPD auf 29 Prozent.
Bürger stimmen Steinbrück in Gehaltsdebatte nicht zu
Für das Magazin "Focus" untersuchte das Institut Emnid, wie die Bürger über die von Steinbrück angestoßene Debatte über das Kanzlergehalt denken. Demnach hat der SPD-Kanzlerkandidat in dieser Sache keine große Rückendeckung. Der Umfrage zufolge stimmten etwa drei von vier Deutschen der Aussage des SPD-Kanzlerkandidaten nicht zu, der Bundeskanzler verdiene zu wenig. Emnid befragte mehr als 1000 Bürger.
Auch der SPD-Landesvorsitzende von Schleswig-Holstein, Ralf Stegner, räumte ein, dass niemand in der SPD die von Steinbrück angestoßene Debatte gut gefunden habe. Auch führende Grünen-Politiker waren auf Distanz zum SPD-Kanzlerkandidaten gegangen.
mmq/Reuters/dapd
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