Umfragen: Rot-Grün in Stuttgart und Mainz möglich

Die Atomkatastrophe in Japan beschert der CDU von Regierungschef Mappus in Baden-Württemberg offenbar Umfrageverluste. Eine Woche vor der Landtagswahl rutschte die Union unter 40 Prozent. Wie in Rheinland-Pfalz ist damit auch im Ländle eine rot-grüne Koalition möglich.

Mappus: Die CDU verliert in den UmfragenZur Großansicht
DPA

Mappus: Die CDU verliert in den Umfragen

Mainz/Stuttgart - In Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz sind laut Umfragen rot-grüne Koalitionen möglich. Rund eine Woche vor den Wahlen in beiden Bundesländern schneiden die Grünen gut ab. Sie profitieren offenbar von der neuen AKW-Debatte nach der Katastrophe in Japan. Laut dem ZDF-"Politbarometer" liegen die Grünen mit ihrem Fraktionschef Winfried Kretschmann bei 25 Prozent. Sie könnten damit sogar den Ministerpräsidenten stellen, da die SPD bei 22,5 Prozent liegt.

Die CDU sackt in der Umfrage auf 38 Prozent ab. Die FDP muss mit fünf Prozent um den Einzug in den Landtag bangen. Die Linken würden mit 4,5 Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern. Eine rot-grüne Koalition wird der Umfrage zufolge in Baden-Württemberg von den Wählern bevorzugt. So fänden 46 Prozent ein Bündnis von SPD und Grünen gut, wohingegen eine schwarz-gelbe Regierung nur 31 Prozent gut fänden.

In Stuttgart regieren CDU und FDP derzeit unter Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU). Er muss sich mit SPD-Spitzenkandidat Nils Schmid und Kretschmann gleich zwei Herausforderern stellen. Bei der Frage, wen sie lieber als Ministerpräsidenten hätten, liegt Schmid mit 37 Prozent vor Mappus mit 33 Prozent. Im direkten Vergleich mit Kretschmann liegt Mappus dagegen mit 37 Prozent vor seinem Herausforderer von den Grünen, der auf 32 Prozent kommt.

Auch nach dem am Donnerstagabend veröffentlichten ARD-Deutschlandtrend ist in Baden-Württemberg ein Regierungswechsel möglich. In der Sonntagsfrage kommt die CDU auf 39 Prozent. Die Grünen erreichen 24 und die SPD 22 Prozent. Die FDP liegt bei 5,5 Prozent, die Linken bei 4,5 Prozent.

In Rheinland-Pfalz zeichnet sich eine klare Mehrheit für Rot-Grün ab. Beim "Politbarometer" liegt die CDU mit 35 Prozent knapp hinter der SPD. Die FDP muss mit fünf Prozent auch in Mainz um den Einzug in den Landtag fürchten. Die Linken würden mit vier Prozent den Sprung ins Parlament verpassen. Damit hätten SPD (37 Prozent) und Grüne (13 Prozent) eine deutliche Mehrheit.

In Rheinland-Pfalz regiert die SPD derzeit allein unter Ministerpräsident Kurt Beck. Er liegt der Umfrage zufolge im direkten Vergleich vor seiner CDU-Herausforderin Julia Klöckner. Für Beck als Ministerpräsident sprechen sich 51 Prozent aus, für Klöckner nur 36 Prozent.

Im ARD-Deutschlandtrend liefern sich SPD und CDU zwar ein Kopf-an-Kopf-Rennen, aber zusammen mit den Grünen kann die SPD auch in dieser Umfrage auf eine Mehrheit hoffen. In der Sonntagsfrage liegen SPD und CDU bei jeweils 36 Prozent. Die Grünen erreichen 13 Prozent. Die FDP mit fünf und die Linken mit vier Prozent müssen um den Einzug in den Landtag bangen.

Die Debatte um die Atomenergie beeinflusst in beiden Ländern die Wahlentscheidung. In Baden-Württemberg sagen laut ZDF-Politbarometer 68 Prozent, dass das Thema einen wichtigen Einfluss auf ihre Entscheidung hat. In Rheinland-Pfalz sind es 58 Prozent. Die größte Kompetenz wird dabei jeweils den Grünen zugesprochen. In Baden-Württemberg erreichen sie einen Wert von 47 Prozent, in Rheinland-Pfalz von 39 Prozent.

als/Reuters

Diesen Artikel...
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
Auf anderen Social Networks teilen
  • Xing
  • LinkedIn
  • Tumblr
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Digg
  • reddit
insgesamt 128 Beiträge
Die richtige Strategie zur Zielerreichung kann nur darin bestehen, die FDP unter 5 Prozent zu halten! Frau Homberger wird gewiss ihren Beitrag dazu leisten, falls noch nicht hinreichend erfolgt ...
Die richtige Strategie zur Zielerreichung kann nur darin bestehen, die FDP unter 5 Prozent zu halten! Frau Homberger wird gewiss ihren Beitrag dazu leisten, falls noch nicht hinreichend erfolgt ...
Robert Rostock 18.03.2011
Unbestätigten Gerüchten aus ungewöhnlich gut informierten Kreisen zufolge soll es bereits an diesem Sonntag noch eine Landtagswahl in Deutschland geben. Kann ich mir aber nicht vorstellen, denn darüber wäre doch bestimmt [...]
Zitat von sysopDie Atomkatastrophe in Japan beschert der CDU von Regierungschef Mappus in Baden-Württemberg offenbar Umfrageverluste. Eine Woche vor der Landtagswahl rutschte die Union unter 40 Prozent. Wie in Rheinland-Pfalz ist damit auch im Ländle eine rot-grüne Koalition möglich. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,751713,00.html
Unbestätigten Gerüchten aus ungewöhnlich gut informierten Kreisen zufolge soll es bereits an diesem Sonntag noch eine Landtagswahl in Deutschland geben. Kann ich mir aber nicht vorstellen, denn darüber wäre doch bestimmt berichtet worden, und es hätte doch auch zu dieser Wahl Umfragen beim ZDF-Politbarometer oder beim ARD-Deutschlandtrend gegeben.
Ignaz 18.03.2011
Ich wundere mich sowieso, dass im Ländle überhaupt noch jemand daran denkt CDU zu wählen. Was muss noch passieren?
Ich wundere mich sowieso, dass im Ländle überhaupt noch jemand daran denkt CDU zu wählen. Was muss noch passieren?
Schmockse 18.03.2011
Das "Ländle" ist bekannt, dass die meisten Wähler reflexartig wählen. Manch einem, der jetzt das *wahre Gesicht des Herrn Mappus erkannt hat*, kommt in der Wahlkabine nicht daran vorbei, sein schwarzes Kreuzchen zu [...]
Zitat von sysopWie in Rheinland-Pfalz ist damit auch im Ländle eine rot-grüne Koalition möglich.
Das "Ländle" ist bekannt, dass die meisten Wähler reflexartig wählen. Manch einem, der jetzt das *wahre Gesicht des Herrn Mappus erkannt hat*, kommt in der Wahlkabine nicht daran vorbei, sein schwarzes Kreuzchen zu machen, schon aus Tradition! Eng wird es für den Herrn Mappus nur, kommt DIE LINKE. in den Landtag und das ist kaum zu erwarten, im "Ländle"! Ich bin jedenfalls als Pälzerin gespannt, wie die Badenser, Schwobe und Württemberger wählen, spannender als bei uns, da wird der Elektromeister Kurt bestimmt ein wenig "Grün" in seinem Kabinett dulden müssen!
Wenn für die Wahl geworben würde, gäbe es ggf. Rot-Rot. Das kann doch keiner in Sachsen-Anhalt wollen!
Zitat von Robert RostockUnbestätigten Gerüchten aus ungewöhnlich gut informierten Kreisen zufolge soll es bereits an diesem Sonntag noch eine Landtagswahl in Deutschland geben. Kann ich mir aber nicht vorstellen, denn darüber wäre doch bestimmt berichtet worden, und es hätte doch auch zu dieser Wahl Umfragen beim ZDF-Politbarometer oder beim ARD-Deutschlandtrend gegeben.
Wenn für die Wahl geworben würde, gäbe es ggf. Rot-Rot. Das kann doch keiner in Sachsen-Anhalt wollen!
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Politik
alles aus der Rubrik Deutschland
alles zum Thema Stuttgart 21

© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Freitag, 18.03.2011 – 11:24 Uhr
  • Drucken Versenden Feedback
  • Kommentieren | 128 Kommentare


Atomkraft in Deutschland
Leistung älterer deutscher Kernkraftwerke
Kraftwerk Betriebs-
start
Defekte Netto-
leistung
in MW
Brunsbüttel 1977 80 771
Isar 1 1979 44 878
Neckarwestheim 1 1976 47 785
Philippsburg 1 1980 39 890
Biblis A 1974 66 1167
Biblis B 1976 78 1240
Unterweser 1978 49 1345
Gesamt 7076
Quelle: Bundesumweltministerium, Bundesamt für Strahlenschutz, IAEA - Power Reactor Information System, Informationskreis KernEnergie





TOP



TOP