Umstrittene Embryonen-Tests Parlamentarier legen PID-Gesetzentwurf vor

Es ist ein Vorstoß, um den Dauerstreit um die Präimplantationsdiagnostik zu lösen: Eine fraktionsübergreifende Gruppe von Parlamentariern hat einen Gesetzentwurf vorgestellt, der die PID in engen Grenzen erlauben soll. Die Gegner wollen allerdings bald nachziehen.

Untersuchung im Labor: Der Bundestag muss eine Regelung für die PID finden
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Untersuchung im Labor: Der Bundestag muss eine Regelung für die PID finden


Berlin - Seit Jahren ist die Präimplantationsdiagnostik (PID) politisch, juristisch und moralisch höchst umstritten, eine gesetzliche Regelung soll Klarheit bringen. Und schon jetzt formieren sich Gegner und Befürworter im Bundestag. Bislang gibt es drei Anträge für Gesetzentwürfe - den ersten legte eine Gruppe von Abgeordneten aus allen Fraktionen am Dienstag vor.

Das Papier sieht vor, die PID eingeschränkt zuzulassen. Die Ausnahme ist demnach gegeben, wenn die Eltern von einer schweren erblichen Vorbelastung wissen oder wenn eine Tod- oder Fehlgeburt droht. In beiden Fällen sei dies die humane Alternative etwa zur Pränataldiagnostik, bei der die Untersuchung erst im Mutterleib stattfinde, sagte der CDU-Politiker Peter Hintze. Im ARD-Morgenmagazin prognostizierte er eine parlamentarische Mehrheit für den Vorschlag einer "behutsamen Zulassung" der umstrittenen PID. Seine Mitstreiterin, die FDP-Politikerin Ulrike Flach, erläuterte im Deutschlandfunk, grundsätzlich solle die PID verboten werden, daneben solle es aber eine Ausnahmeregelung geben, wenn es in der Familie schwere Erbschäden gebe oder die Gefahr einer Fehlgeburt bestehe. Voraussetzung sei die Zustimmung einer Ethikkommission.

Flach wies darauf hin, dass es ähnliche Gesetze bereits in anderen europäischen Ländern gebe, beispielsweise in Frankreich. Durch die eingeschränkte PID werde Familien unendliches Leid erspart. Es sei "hochethisch", den Frauen zu ersparen, in die Schwangerschaft zu gehen, wenn Embryonen geschädigt seien.

Zu der Gruppe um Hintze und Flach gehören auch die SPD-Abgeordnete Carola Reimann und Petra Sitte von der Linkspartei sowie Jerzy Montag von den Grünen. FAZ.net berichtete am Dienstag, auch Familienministerin Kristina Schröder und Sozialministerin Ursula von der Leyen (beide CDU), sowie die SPD-Politiker Edelgard Buhlman und Hubertus Heil unterstützten den Entwurf.

Die SPD-Gesundheitsexpertin Carola Reimann unterstrich, die PID solle eine individuelle Einzelfallentscheidung sein. Auf eine Liste mit Krankheiten als Indikation für die PID sei von den Antragstellern bewusst verzichtet worden. Es sei von 100 bis 200 betroffenen Paaren pro Jahr in Deutschland auszugehen. Hintze betonte, mit der angestrebten "behutsamen Zulassung" der PID werde ein Signal an die betroffenen Paare gegeben, dass sich der Gesetzgeber ihrer Not annehme. Es sei nicht begründbar, warum eine Untersuchung von Zellen in der Petri-Schale verboten werden sollte, die Untersuchung im Mutterleib aber jederzeit ebenso möglich sei wie eine Abtreibung bei medizinischer Indikation.

Gegner breiten ebenfalls Entwurf vor

In der vergangenen Woche hatte ein anderer Kreis von Bundestagsabgeordneten aller Fraktionen sich auf Eckpunkte für ein umfassendes Verbot der PID verständigt. Ein dritter, ebenfalls fraktionsübergreifender Entwurf soll laut FAZ.net auf eine stärkere Einschränkung als der Hintze-Flach-Entwurf abzielen. Die PID soll demnach nur dann legal sein, wenn eine Erkrankung des Kindes zum Tod während der Schwangerschaft oder in den ersten Lebensjahren führen könnte.

Kritiker der Untersuchungsmethode argumentieren unter anderem, das Grundgesetz verbiete die Tötung menschlichen Lebens. PID lasse sich außerdem nicht eingrenzen: Die Tür für "Designer-Babys" sei dann aufgestoßen.

Befürworter meinen hingegen, es sei unethisch, den Menschen diese Möglichkeit der Medizin zu nehmen. Schließlich sei auch die Untersuchung des Embryos auf Erbgutschäden während der Schwangerschaft erlaubt - ein Abbruch sei für die Frauen dann deutlich belastender als die Aussonderung eines Embryos in der Petrischale.

Im deutschen Embryonenschutzgesetz von 1990 wurde die Präimplantationsdiagnostik noch nicht ausdrücklich geregelt und galt daher als strafbar. Mit einem Urteil vom Juli dieses Jahres hat der Bundesgerichtshof (BGH) allerdings die Auswahl künstlich befruchteter Eizellen bei Paaren mit einer Veranlagung zu schweren Genschäden erlaubt. Deswegen steht nun eine gesetzliche Regelung an. Die Abstimmung im Bundestag soll ohne den sogenannten Fraktionszwang stattfinden.

anr/ler/dpa/dapd/AFP

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wanderprediger, 21.12.2010
1. Pro PID - gegen Leid
Zitat von sysopEs ist ein Vorstoß, um den Dauerstreit um die Präimplantationsdiagnostik zu lösen: Eine fraktionsübergreifende Gruppe von Parlamentariern hat einen Gesetzesentwurf vorgestellt, der die PID in engen Grenzen erlauben soll. Die Gegner wollen allerdings bald nachziehen. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,735828,00.html
Tja, das könnte ein erster Schritt in die richtige Richtung sein. Ich glaube aber nicht daran, dass es soweit kommt, die Gegner der PID sind Politiker und sog. Christen, denen es eine Freude ist Menschen leiden zu sehen und daher die PID verbieten wollen. Mit Leid macht man Menschen gefügig.
elbröwer 21.12.2010
2. PID ist Fortschritt
Was den Familien nutzt sollte gemacht werden. Jeder Fortschritt wird durch irgendwelche Bedenken religiöser Art gebremst. Halten die das Volk für zu blöd eigenverantwortlich mit diesem Fortschritt umzugehen. Wenn es kriminelle oder unethische Auswüchse gibt steckt doch fast immer ein Politiker dahinter.
mr.gamer 21.12.2010
3. Was gibt es da zu regeln?
Zitat von sysopEs ist ein Vorstoß, um den Dauerstreit um die Präimplantationsdiagnostik zu lösen: Eine fraktionsübergreifende Gruppe von Parlamentariern hat einen Gesetzesentwurf vorgestellt, der die PID in engen Grenzen erlauben soll. Die Gegner wollen allerdings bald nachziehen. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,735828,00.html
Das ist doch alleine Sache der werdenden Eltern, ob und welche Selektions-, bzw. Befruchtungsverfahren sie einsetzen und nach welchen Kriterien sie selektieren. Na und? Welches Recht soll hier eigentlich geschützt werden? Das eines menschlichen Zellhaufens, ohne Bewußtsein und Schmerzempfinden? Das ist mal wieder so typisch: Intolerante, durch die Kirche religiös irregeleitete Personen behindern den wissenschaftlichen Fortschritt.
rtavi 21.12.2010
4. .
Zitat von mr.gamerDas ist doch alleine Sache der werdenden Eltern, ob und welche Selektions-, bzw. Befruchtungsverfahren sie einsetzen und nach welchen Kriterien sie selektieren. Na und? Welches Recht soll hier eigentlich geschützt werden? Das eines menschlichen Zellhaufens, ohne Bewußtsein und Schmerzempfinden? Das ist mal wieder so typisch: Intolerante, durch die Kirche religiös irregeleitete Personen behindern den wissenschaftlichen Fortschritt.
Ich bin generell für PID zur Ausselektierung von genetisch geschädigten Embryonen. Eine Selektion nach Geschlecht oder Augenfarbe, was "Designer-Baby" ja bedeutet, halte ich allerdings für höchst problematisch. Wo das hinführt sieht man ja in manchen Gegenden von z.B. China oder Indien. Wie allerdings eine Untersuchung auf genetische Krankheiten solchen Designer-Babys Vorschub leisten soll, ist mir nicht ganz klar.
wkaiser, 21.12.2010
5. ...
Zitat von sysopEs ist ein Vorstoß, um den Dauerstreit um die Präimplantationsdiagnostik zu lösen: Eine fraktionsübergreifende Gruppe von Parlamentariern hat einen Gesetzesentwurf vorgestellt, der die PID in engen Grenzen erlauben soll. Die Gegner wollen allerdings bald nachziehen. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,735828,00.html
Diese Diskssion ist nur lächerlich.... Eine Gesellschaft, die sich für die Abtreibung entschieden hat, hat diese Frage nämlich gleich mit beantwortet. "Ist es moralisch vertretbar, im Reagenzglas erzeugte Embryonen außerhalb des Mutterleibs auf Erbkrankheiten zu untersuchen?" wird auf der PID-Themanseite gefragt. Die Frage "Ist es moralisch vertretbar, im Mutterleib erzeugte Embryonen innerhalb des Mutterleibs auf Erbkrankheiten zu untersuchen?" ist ja, wie schon erwähnt, mit "Ja" beantworet worden. Diese Geeire um die erste Frage ist daher absolut nicht nachvollziehbar. Hier kämpft man um einen Zellklumpen, der noch nicht so recht weiß, ob er Frosch oder Mensch werden soll, und hat gleichzeitig überhaupt kein Problem damit, einen 3 Monate alten Fötus mit gleicher Zielsetzung zu selektieren und abzutreiben. Dumme Spinner sind das alles nur noch.
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