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Umweltpolitik Wie Schwarz-Gelb Wachstumschancen verspielt

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2. Teil: Kein Aufbruch, nirgends

Mutig werden die schwarz-gelben Umweltpolitiker allein bei dem Plan, die Laufzeiten der Atomkraftwerke zu verlängern. Diesen Kurs lehnen weite Teile der Bevölkerung ab. Gelockt werden sollen die Kritiker damit, dass mehr als die Hälfte der zusätzlichen Erträge aus einer solchen Verlängerung "abgeschöpft" werden und der Entwicklung erneuerbarer Energien zufließen soll. Dass dies wirklich dem Ausbau der erneuerbaren Energien nutzen wird, ist eine gewagte Behauptung. Denn der geplante Wegfall der nuklearen Kapazitäten stellte für Energieversorger bisher einen enormen Anreiz dar, in Ökostrom zu investieren. Ob Fördergelder, die über eine Stiftung verteilt werden, genauso gut wirken, ist mehr als fraglich. Der Atom-Aufbruch macht es zudem schwer, sinnvolle Modifikationen etwa bei der Solarförderung zu vermitteln. Die Fördersätze für Solarstrom sind auch nach Ansicht von Branchenlobbyisten zu hoch und verteuern völlig unnötig Solarmodule weltweit. Dass die neue Regierung aber als erstes Atomkraft fördert und zugleich Solarstrom bestraft, sendet ein für sie wenig schmeichelhaftes Signal aus.

Kein Aufbruch, nirgends. Dabei könnte allein ein ambitioniertes neues Klimaschutzprogramm der Bundesregierung bis 2020 mehr als 600.000 neue Arbeitsplätze schaffen, hat das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung soeben errechnet.

  • Klimaschutz freut die Baubranche, die Häuser dämmen kann
  • und Handwerker, die neue Heizkessel montieren.
  • Maschinenbauer profitieren, weil ihre innovativsten Produkte Abnehmer finden.
  • Wer über Patente und Technologien zum Energie- oder Rohstoffsparen verfügt, kann optimistisch in die Zukunft blicken, weil auch weltweit die Nachfrage boomt.
  • Zudem spart Klimaschutz massiv Energieausgaben für Erdöl und Erdgas, die sonst nach Russland oder Saudi-Arabien entrichtet werden müssten. Das Geld bliebe in Deutschland und könnte hier investiert werden.

Setzt die Politik die richtigen Ziele und Anreize, hält auch Siemens-Chef Peter Löscher ein "grünes Wirtschaftswunder" für möglich. So zu denken, ist aber vielen in der schwarz-gelben Koalition noch immer fremd. Für sie gilt der alte Gegensatz von Ökonomie und Ökologie.

Wie überholt das angesichts des Booms der Umwelttechnologien ist, müsste Kanzlerin Merkel in ihrer Partei durchsetzen - doch seit ihrem Intermezzo als "Klima-Kanzlerin" 2007 tut sie es nicht mehr. Auch die FDP verschenkt mit ihrem dauerhaften Fremdeln gegenüber Umweltthemen großes Potential: Ein guter Teil des liberalen Klientels geht längst in Biosupermärkten einkaufen oder verdient als Mittelständler Geld mit Umwelttechnologien.

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insgesamt 36 Beiträge
Incredibleois 16.10.2009
Aber wie ist das nur möglich?!? Im CDU/CSU Regierungsprogramm steht doch, die wollen sich für Ökologie und Nachhaltigkeit einsetzen! Die werden doch nicht geschwindelt haben, oder?!?
Zitat von sysopDie Koalition von Union und FDP sucht verzweifelt nach einer Leitidee. Ihre Umweltpolitiker könnten ein passendes Projekt liefern: grünes Wirtschaftswachstum durch Innovation. Doch mutig werden die Koalitionäre allein bei dem umstrittenen Plan, die Laufzeiten der Atomkraftwerke zu verlängern.
Aber wie ist das nur möglich?!? Im CDU/CSU Regierungsprogramm steht doch, die wollen sich für Ökologie und Nachhaltigkeit einsetzen! Die werden doch nicht geschwindelt haben, oder?!?
brux 16.10.2009
Das stimmt ja alles, aber der Wähler hat sich nun einmal für Gelb-Schwarz entschieden, nicht für Grün-Rot. Dass die Schwarzen eine "Weiter So"-Ideologie haben, ist doch bekannt. Genauso ist bekannt, dass die Gelben [...]
Zitat von sysopDie Koalition von Union und FDP sucht verzweifelt nach einer Leitidee. Ihre Umweltpolitiker könnten ein passendes Projekt liefern: grünes Wirtschaftswachstum durch Innovation. Doch mutig werden die Koalitionäre allein bei dem umstrittenen Plan, die Laufzeiten der Atomkraftwerke zu verlängern. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,655420,00.html
Das stimmt ja alles, aber der Wähler hat sich nun einmal für Gelb-Schwarz entschieden, nicht für Grün-Rot. Dass die Schwarzen eine "Weiter So"-Ideologie haben, ist doch bekannt. Genauso ist bekannt, dass die Gelben mit dem Wirtschafts-Establishment im Bett liegen. Der Wähler muss also ganz bewusst so entschieden haben. Unkenntnis kann nicht reklamiert werden. Der Wähler ist im allgemeinen nicht sehr helle und kann mit Zukunftsvisionen nichts anfangen. Das Gute ist, dass der Wähler auch den Preis für seine Kurzsichtigkeit zahlen wird: Als Arbeitsloser, als Stromkunde, als Flutopfer. Die paar Intellektuellen im Lande werden sich in den Zynismus flüchten und Harald Schmidt weiter hohe Einschaltquoten garantieren.
Henk 16.10.2009
Fernab jeglicher parteipolitischer Präferenz sollte doch auch dem letzten Protagonisten auf der politischen Bühne - unabhängig von seiner Parteizugehörigkeit - klar geworden sein, dass nur die kluge und weitsichtige Verbindung [...]
Fernab jeglicher parteipolitischer Präferenz sollte doch auch dem letzten Protagonisten auf der politischen Bühne - unabhängig von seiner Parteizugehörigkeit - klar geworden sein, dass nur die kluge und weitsichtige Verbindung ökologischer und ökonomischer Leitlinien das Potential hat, auch in den nächsten Jahrzehnten generationenübergreifend soziale und wirtschaftliche Wachstumschancen zu generieren und auszubauen. Stattdessen leiden die gesamten Koalitionsverhandlungen (und auch die spätere Politik der neuen Regierung?) unter dem Grundrauschen aktiver Lobbyarbeit und kurzsichtigen Entscheidungen. Den Rest erledigt Mutlosigkeit. Wenn vor allem die FDP so sehr auf grundlegende Erneuerung drängt, warum spielt bei ihr das Thema Umweltpolitik nur eine untergeordnete Rolle? Einen wirklich innovativer und großer Schritt sieht anders aus. Dabei wäre genau das jetzt das richtige Signal. Schade...
caldor1984 16.10.2009
Die Global Warming- Debatte hat sich wohl leider doch nur als ein Hype herausgestellt, auf den die deutschen Politiker nur kurz aufgesprungen sind, um Beliebtheitspunkte zu sammeln (siehe Frau Merkel). Nachhaltigkeit funktioniert [...]
Die Global Warming- Debatte hat sich wohl leider doch nur als ein Hype herausgestellt, auf den die deutschen Politiker nur kurz aufgesprungen sind, um Beliebtheitspunkte zu sammeln (siehe Frau Merkel). Nachhaltigkeit funktioniert nur bis zur nächsten Wahl, was danach kommt interessiert doch nicht. Naja aber die Deutschen haben Gelb-Schwarz ja gewählt, also sollte man sich jetzt auch damit zufrieden geben.
hollo43 16.10.2009
... das ist nun wirklich unglaublich, dass hier nun Umweltpolitiker der FDP (gibt es die wirklich?) lamentieren! Mir war garnicht aufgefallen, dass die FDP für grüne Politik geworben hätte. Die haben doch - oder war es die CDU [...]
Zitat von IncredibleoisAber wie ist das nur möglich?!? Im CDU/CSU Regierungsprogramm steht doch, die wollen sich für Ökologie und Nachhaltigkeit einsetzen! Die werden doch nicht geschwindelt haben, oder?!?
... das ist nun wirklich unglaublich, dass hier nun Umweltpolitiker der FDP (gibt es die wirklich?) lamentieren! Mir war garnicht aufgefallen, dass die FDP für grüne Politik geworben hätte. Die haben doch - oder war es die CDU - das Wort von der "Verspargelung der Landschaft" - und andere Kampfbegriffe - erfunden oder geprägt. Deshalb liegt hier nun wirklich keine "Wahllüge" vor.
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