Ungarn "Migrantenschreck"-Betreiber wegen Waffenhandels festgenommen

"60 Joule Mündungsenergie strecken jeden Asylforderer nieder": Mit solchen Worten soll Mario Rönsch im Netz illegal Gaspistolen verkauft haben. Nun ist der Rechtsextremist in Ungarn gefasst worden.

Gaspistolen (Symbolbild)
imago/ Christian Ohde

Gaspistolen (Symbolbild)


Die ungarische Polizei hat den deutschen Rechtsextremisten Mario Rönsch am frühen Morgen festgenommen. "Die Durchsuchungen dauern an", bestätigte die Berliner Generalstaatsanwaltschaft entsprechende Medienberichte.

Die Anklagebehörde habe um Mitternacht einen europäischen Haftbefehl wegen Waffenhandels in das Fahndungssystem eingestellt, berichtete die ARD-"Tagesschau". Die Beamten griffen den Mitte 30-Jährigen demnach in seiner Budapester Wohnung auf.

Der Erfurter Rönsch gilt als mutmaßlicher Kopf des Waffenhandels "Migrantenschreck". Dieser bewarb Schreckschusswaffen mit Werbesprüchen wie "60 Joule Mündungsenergie strecken jeden Asylforderer nieder" und lieferte die Waffen mit potenziell tödlichen Gummigeschossen auch nach Deutschland.

Die deutschen Behörden hatten jahrelang nach Rönsch gefahndet. Auch deutsche Ermittler waren laut "Tagesschau" bei dem Zugriff gegen den Rechtsextremisten in Ungarn dabei - eine Finanzfahnderin und zwei Polizisten des Berliner Landeskriminalamts.

Rönsch soll mit Anonymousnews.ru und der berüchtigten Facebook-Seite "Anonymous.Kollektiv" auch zwei große Hetzseiten im Internet betrieben haben, berichtete die "Süddeutsche Zeitung". Darüber seien rassistische Posts und Verschwörungstheorien verbreitet worden.

Die ungarische Zeitung "Magyar Idök" hatte bereits im Mai 2017 ein Foto von Rönsch mit dem Herausgeber des rechtspopulistischen Magazins "Compact", Kai Homilius, veröffentlicht - als Gäste der Rechtsaußen-Partei Jobbik im Parlament in Budapest. Die Behörden des Landes hatten aber vorgegeben, über Rönschs Aufenthalt in dem Land nichts zu wissen.

apr



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