Berlin - Es wird eng für die Union und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU): Laut einer Umfrage des Insa-Meinungstrends im Auftrag der "Bild"-Zeitung haben CDU und CSU gegenüber der Vorwoche einen Prozentpunkt verloren und würden nur noch auf 33 Prozent der Stimmen kommen, wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre.
Damit wäre die Union zwar immer noch stärkste Kraft im Bundestag - aber der Vorsprung wäre äußerst knapp: Die SPD holt auf, befindet sich nach ihrem Wahlsieg in Nordrhein-Westfalen im Aufwind. Die Sozialdemokraten kämen demnach auf 32 Prozent, das entspricht einem Plus von drei Punkten.
Drittstärkste Kraft würden die Grünen (14 Prozent), gefolgt von den Piraten (acht Prozent, minus ein Prozentpunkt) und der Linkspartei (sechs Prozent). Die FDP käme mit vier Prozent (minus ein Prozentpunkt) nicht mehr ins Parlament.
Das Wahlergebnis im bevölkerungsreichsten Bundesland und der Rauswurf von Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) durch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hätten der Union "offensichtlich geschadet", sagte Insa-Chef Hermann Binkert. Um Kanzlerin zu bleiben, bräuchte Merkel 2013 mindestens einen neuen Partner. "Aber das ist keiner in Sicht."
In der NRW-Landesgruppe der CDU stößt die Entlassung Röttgens auf scharfe Kritik. Wie die "Rheinische Post" unter Berufung auf Teilnehmer berichtete, schilderten CDU-Abgeordnete auf der Sitzung am Montagabend, die Parteibasis habe "schockiert" auf den Rauswurf Röttgens aus dem Bundeskabinett reagiert.
"Das ist ein Affront gegen die NRW-Landesgruppe und gegen alle Wahlkämpfer", sagte demnach der Abgeordnete Uwe Schummer. Der Politiker habe einen "Vertrauensverlust gegenüber Angela Merkel" festgestellt und darauf verwiesen, dass sich insbesondere bürgerliche Wähler für die "Charakterfrage" interessierten, wie Menschen miteinander umgingen. Mehrere Abgeordnete forderten, in die Analyse tiefer einzusteigen. Röttgen sei nicht die alleinige Ursache für das Wahldebakel gewesen.
Der CDU-Spitzenkandidat bei der NRW-Landtagswahl war nach dem desaströsen Ergebnis für die Union noch am Wahlabend als Landeschef zurückgetreten. Drei Tage später warf ihn Merkel aus dem Kabinett.
hen/dapd
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