Berlin - Die von der SPD ins Spiel gebrachte doppelte Staatbürgerschaft für Menschen mit Migrationshintergrund wird "in jedem Fall" zum Wahlkampfthema. Das kündigte Unionsfraktionschef Volker Kauder an. Denn CDU und CSU sähen dauerhafte doppelte Staatsbürgerschaften weiterhin kritisch, sagte Kauder der "Bild"-Zeitung. "In der Praxis würden zahlreiche Probleme entstehen - zum Beispiel bei Auslieferung von Straftätern", warnte der CDU-Politiker.
Kauder reagierte damit auf die Ankündigung von SPD-Chef Sigmar Gabriel, im Falle eines rot-grünen Wahlsiegs die dauerhafte doppelte Staatsbürgerschaft einzuführen. "Ich finde, das ist etwas, was wir endlich machen sollten", hatte Gabriel gesagt.
Nach der bisherigen Gesetzesregelung erwirbt ein in Deutschland geborenes Kind, von dem sich ein Elternteil seit acht Jahren rechtmäßig hier aufhält, neben der Staatsangehörigkeit der Eltern zusätzlich die deutsche Staatsangehörigkeit. Das Kind muss sich jedoch mit Eintritt der Volljährigkeit zwischen einer von beiden entscheiden. Hat es sich bis zum 23. Lebensjahr nicht entschieden, geht die deutsche Staatsangehörigkeit verloren. Die SPD will ermöglichen, dass beide Staatsbürgerschaften dauerhaft behalten werden können.
als/AFP
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