Union-SPD Merkel will Kanzlerfrage vor Verhandlungen klären

Angela Merkel will einem Zeitungsbericht zufolge schon vor Beginn möglicher Koalitionsverhandlungen mit der SPD festlegen, dass die Union den Kanzler stellt. Welche Person den Posten übernehmen soll, will sie allerdings nicht beschließen.


Berlin - Voraussetzung für Verhandlungen über inhaltliche Fragen sei, dass die SPD akzeptiere, dass die Union den Kanzler stelle, berichtet die "Welt am Sonntag" unter Berufung auf Unions-Kreise. Die CDU-Vorsitzende Angela Merkel will dem Bericht zufolge das CDU-Parteipräsidium am Montag auf diese Linie festlegen. Dabei solle allerdings nur der Anspruch der Union auf die Kanzlerschaft festgelegt werden, nicht aber, wer Kanzler werden soll. Die SPD wolle bei den Gesprächen mit der Union zunächst über Inhalte und erst zum Schluss über Personalien reden.

Der saarländische Ministerpräsident Peter Müller sagte der Zeitung, die Union habe den Anspruch, in der Regierung den Kanzler zu stellen. "An diesem Punkt kann sie sich auch bei einer großen Koalition nicht bewegen", sagte Müller. Es gehöre zu den politischen Spielregeln, dass die stärkste Kraft auch den Regierungschef stelle. "Wir sind in die Wahl gegangen mit der Kanzlerkandidatin Angela Merkel, die Union ist stärkste Kraft geworden, und deswegen ist völlig klar, dass der Kanzler Angela Merkel heißen muss."



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