Mitgliederzahlen Alle Parteien gewinnen - nur nicht die Union

CDU und CSU haben im vergangenen Jahr nach SPIEGEL-Informationen erneut Mitglieder verloren. Alle anderen im Bundestag vertretenen Parteien wachsen - zum Teil kräftig.

CDU-Logo beim Bundesparteitag 2012
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CDU-Logo beim Bundesparteitag 2012


CDU und CSU haben als einzige der im Bundestag vertretenen Parteien in diesem Jahr Mitglieder verloren. Die Zahl der CDU-Mitglieder sank laut Angabe der Parteizentrale bis Ende November um 3510 auf 427.173. Die CSU verlor etwa 1000 Mitglieder und kommt auf rund 141.000 Mitglieder. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

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Die SPD konnte dagegen einen Mitgliederzuwachs von rund 10.000 verbuchen - Saldo Ende November: circa 443.000 Genossen. Auch auf die Grünen gab es einen Run: Anfang November zählte die Ökopartei 64.100 Mitglieder - ein deutlicher Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr.

Die Linke verzeichnet erstmals seit 2009 einen deutlichen Mitgliederzuwachs. Ihr gehörten am 9. November dieses Jahres 62.182 Menschen an, 3272 mehr als Ende 2016.

Die AfD wuchs von rund 26.000 Mitgliedern im Januar auf etwa 29.000 zum Jahresende. Die Liberalen gewannen zwar bis Anfang Dezember 11.513 neue Mitglieder - die Zahlen über Todesfälle und Austritte fehlen aber noch. Anfang 2017 lag die FDP bei 53.896 Mitgliedern.

Mit Ausnahme der Grünen hatten fast alle größeren Parteien seit der Wiedervereinigung kontinuierlich Mitglieder verloren.

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red



insgesamt 36 Beiträge
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Seite 1
angst+money 29.12.2017
1.
Tja. Sobald man Entscheidungen treffen muss, stößt man Leute vor den Kopf. Das haben Linke, SPD, FDP und afd schon ganz richtig erkannt. Nennt man auch "Angst des Schützen vor'm Elfmeter" - nur dass der in der Regel weiß, dass er dann am besten gar nicht erst antritt.
eckertoliver 29.12.2017
2. Davon kann man sich nichts kaufen
Ich erinnere mich noch sehr gut daran, wie in der SPD kurz vor der Bundestagswahl über steigende Mitgliederzahlen gejubelt wurde, während die Umfragewerte bereits wieder fast auf 20% herunter gefallen waren. Ich will gar nicht großartig bewerten, welche Aussagekraft diese Mitgliederzahlen haben. Davon kann man sich nichts kaufen. Entscheidend ist das Vertrauen der Bevölkerung in Form von Wählerstimmen. Da sind beide Parteien auf historisch niedrigen Werten. Wenn es nun unter Merkel und Schulz wieder zur GroKo kommt - und das wird es, wer zweifelt daran? - dann werden beide Parteien noch mehr Rückhalt in der Bevölkerung verlieren. Die Opposition wird die Finger in jede Wunde legen und mit der AfD ist jetzt noch eine Partei im Bundestag dabei die Themen ohne politische Korrektheit anspricht. Da kommen noch sehr schwere Jahre auf die Parteien zu.
v.papschke 29.12.2017
3. In den letzten Jahren
wurde nach meiner Erinnerung ,wenn es um Mitgliederschwund ging, fast immer nur von der SPD berichtet, garniert mit den entsprechenden Kommentaren. Jetzt also doch auch bei der CDU. Alles andere war auch nicht glaubhaft, denn in unserer Gegend hat die CDU seit ca. 2000 etwa 50% Wählerstimmen bei Kommunalwahlen verloren. Schön, wenn etwas mehr Realismus in der Berichterstattung um sich greift.
reflexxion 29.12.2017
4. die Unions-Parteien sind ja auch Lobbyparteien!
Mit dem normalen Bürger haben sie nichts am Hut. Total abgehoben geistern sie durch die Sphären der Industrieinteressen und wenn das doofe Stimmvolk dann merkt das man es mal wieder zur Gewinnmaximierung der Kapitalseigner mißbraucht hat, dann will man davon nichts gewusst haben. Erst heute kamen ungetarnte Warnungen der Kapitalslobby, das die SPD 8wieso ausgerechnet die weiß ich nicht) den Bürgern was vom Kuchen abgeben wollte, was der Industrie wiederum nicht passt weil man auch hier Steuersenkungen wie in den USA gerade beschlossen haben will. Es wäre ja auch unverfroren wenn die die das Geld erwirtschaften mal entlastet würden. Da es immer noch genug Dumm bei den Wählern gibt, die glauben wenn es ihrem Chef gut geht dann ginge es ihnen auch irgendwann mal gut werden schon genug Deppen immer wieder schwarz wählen. Sogar Merkel weiß nicht was sie da anders machen sollte. Was fehlt ist eine Erneuerung wie in Frankreich mit Macron oder begrenzt mit Kurz in Österreich: neue Köpfe und Ideen braucht das Land, die Altvorderen haben ausgedient - das sieht man doch auch schon wenn Typen wie Laumann über die Krankenversicherung reden. wenn nur 1/9 privat versichert ist, die aber 22% der Arzteinkommen liefern, dann ist das zwar vor Privatem 2-mal so viel, aber diese 11% könnte man ja auf das für 89% gezahlt wird locker verteilen. Da hat einer von Mathematik keine Ahnung, aber die große Klappe in den Medien kann er aufreißen. Deshalb fordere ich eine Bildungsinitiative erst mal in der Union, damit die Leute nicht mehr so dumm daherreden. Den Lindner von der FDP bitte dazuholen. Der hat gesagt es haben zwar 12 % die FPD gewählt das heisst aber auch 82% haben sie nicht gewählt, in der Summe also 94% aber was ist mit den restlichen 6%, sind die so was wie Schrödingers Katze also gleichzeitige Wähler und Nichtwähler?
peterkneter 29.12.2017
5.
Zitat von eckertoliverIch erinnere mich noch sehr gut daran, wie in der SPD kurz vor der Bundestagswahl über steigende Mitgliederzahlen gejubelt wurde, während die Umfragewerte bereits wieder fast auf 20% herunter gefallen waren. Ich will gar nicht großartig bewerten, welche Aussagekraft diese Mitgliederzahlen haben. Davon kann man sich nichts kaufen. Entscheidend ist das Vertrauen der Bevölkerung in Form von Wählerstimmen. Da sind beide Parteien auf historisch niedrigen Werten. Wenn es nun unter Merkel und Schulz wieder zur GroKo kommt - und das wird es, wer zweifelt daran? - dann werden beide Parteien noch mehr Rückhalt in der Bevölkerung verlieren. Die Opposition wird die Finger in jede Wunde legen und mit der AfD ist jetzt noch eine Partei im Bundestag dabei die Themen ohne politische Korrektheit anspricht. Da kommen noch sehr schwere Jahre auf die Parteien zu.
"Davon kann man sich nichts kaufen." Irrtum. Je mehr Mitglieder desto mehr Zuschüsse erhält die Partei Eine Partei erhält einen Grundbetrag und zusätzlich Geld pro Parlamentsmitglied und pro Mitglied.
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