Uno-Generalsekretär Guterres "Ich wünsche mir mehr deutsche Uno-Blauhelme"

Die Weltgemeinschaft hat zuletzt weniger Geld für Uno-Missionen bewilligt. Uno-Generalsekretär Guterres fordert nun mehr Bundeswehrsoldaten für die Friedenstruppen.

Deutsche Blauhelmsoldaten auf der Fregatte "Bayern" (Archiv)
imago/ photothek

Deutsche Blauhelmsoldaten auf der Fregatte "Bayern" (Archiv)


Uno-Generalsekretär Antonio Guterres hat mehr Engagement von Deutschland bei den Blauhelmsoldaten-Einsätzen der Weltgemeinschaft gefordert. "Die reichen Länder müssen mehr direkte Verantwortung für Uno-Friedenseinsätze übernehmen. Wir müssen in der Lage sein, Frieden durchzusetzen", sagte Guterres dem "Stern". Neben besserer Ausbildung und Ausrüstung gehöre dazu auch deutlich mehr Personal: "Ich wünsche mir mehr deutsche Uno-Blauhelme", sagte er.

Die Weltgemeinschaft müsse auch ihre Anstrengungen im Kampf gegen den Klimawandel verstärken. Selbst die Umsetzung des Pariser Klimaschutzabkommens werde "nicht reichen", sagte er. "Es ist nun einmal so: Für unseren Planeten gilt Alarmstufe Rot." US-Präsident Donald Trump hatte im Juni den Ausstieg seines Landes aus dem Pariser Abkommen verkündet.

"Politisches Versagen in der Flüchtlingskrise"

Zuletzt waren nur wenige Bundeswehrsoldaten an den Uno-Missionen beteiligt, unter anderem in Mali und im Sudan. Auch der Etat der Uno-Blauhelmsoldaten war zuletzt geschrumpft. Die Uno-Vollversammlung reduzierte im Sommer 2017 das Budget um 600 Millionen Dollar auf rund sieben Milliarden Dollar. Guterres hatte bereits damals versucht, dagegenzusteuern. Hinzu kommt, dass deutsche Soldaten womöglich teurer sind als jene aus anderen Uno-Nationen, wie die "Frankfurter Rundschau" bereits 2011 feststellte.

Die Flüchtlingskrise 2015 bezeichnete Guterres nun als "komplettes politisches Versagen. Die Menschen sahen einen nicht enden wollenden Flüchtlingsstrom, der vollkommen unkontrolliert über den Balkan Richtung Norden zog. Überforderte Regierungen, niemand erklärte sich verantwortlich".

Europa müsse die Zuwanderung besser koordinieren, sagte der Uno-Generalsekretär. "Wir müssen mehr Wege für legale Migration auch nach Europa öffnen. Denn Staaten, die Migration massiv beschränken, fügen sich selbst wirtschaftlichen Schaden zu." Europa werde in naher Zukunft Millionen Menschen benötigen, die sich um die alternde Bevölkerung kümmerten.

Guterres rief zur Unterstützung des Globalen Migrationspakts auf, der bis Ende das Jahres ausgehandelt werden soll. Die Vereinbarung soll die Rechte von Migranten weltweit stärken und mehr Möglichkeiten zur legalen Einreise eröffnen. Die USA hatten im Dezember angekündigt, sich nicht länger an der Ausarbeitung des Vertrags zu beteiligen.

apr/AFP



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