Neue Uno-Zahlen: Mehr als 60.000 Menschen im Syrien-Konflikt getötet

Die Zahl der Opfer im syrischen Bürgerkrieg steigt von Tag zu Tag. Nach neuesten Angaben der Vereinten Nationen sind es mehr als 60.000 Opfer, die der Konflikt bisher gefordert hat. Uno-Menschenrechtskommissarin Pillay nennt die Angaben "schockierend".

Ein Verletzter wird in Aleppo weggetragen: Tausende Tote im Bürgerkrieg Zur Großansicht
REUTERS

Ein Verletzter wird in Aleppo weggetragen: Tausende Tote im Bürgerkrieg

New York - Angriffe auf die Zivilbevölkerung sind im Syrien-Konflikt mittlerweile zum Alltag geworden. Nach Angaben der Vereinten Nationen sind in dem blutigen Bürgerkrieg mittlerweile mehr als 60.000 Menschen getötet worden. Das geht aus einem neuen Bericht hervor, den die Menschenrechtskommissarin Navi Pillay am Mittwoch vorlegte. Der Report beruhe auf sieben unterschiedlichen Quellen.

"Die Zahl der Opfer ist viel höher, als wir erwartet hatten, und ist wirklich schockierend", sagte Pillay. Die Zahlen bezögen sich auf den Zeitraum von 15. März 2011 bis 30. November 2012, in diesen Monaten seien 59.648 Menschen ums Leben gekommen, so die Kommissarin. Da der Konflikt andauere, gehe die Uno davon aus, dass es mittlerweile weit mehr als 60.000 Opfer gebe.

Der Aufstand gegen den syrischen Staatschef Baschar al-Assad hatte im März 2011 begonnen. Bisher hatte die Uno immer von mehr als 45.000 Toten gesprochen. Millionen Menschen sind auf der Flucht. Trotz größter internationaler Bemühungen zeichnet sich keine diplomatische Lösung des Konflikts ab.

Am Mittwoch bombardierte Assads Luftwaffe nach Angaben der Regimegegner mehrere Vororte der Hauptstadt Damaskus. Die staatliche Luftwaffe attackierte im Vorort Maliha der Hauptstadt Damaskus eine Tankstelle, mindestens 30 Menschen starben. Unter den Opfern sollen sich vor allem Zivilisten befinden.

heb/Reuters/AFP

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insgesamt 26 Beiträge
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1. Kriegswirren
hostalneutral 02.01.2013
Ich bin verwundert und verstört, wegen der merkwürdigen Beiträge hier: Es ist doch unbestreitbar, daß in diesem Bürgerkrieg zehntausende Opfer gezählt werden. Komischerweise wird dieser Krieg von SPON wahlweise als Aufstand, Rebellion, Konflikt, oder als das was es ist, nämlich ein Bürgerkrieg bezeichnet. Dies zeigt einerseits die Verwirrung, was einen Krieg darstellt, andererseits, die jeweiligen politischen Einstellungen der Autoren. Aber auch hier im Forum geht's ab: Schauderhaft ist dieses Klein/ Klein der Argumentation. Natürlich bleibt im Krieg als erstes die Wahrheit auf der Strecke. Sie ist das erste Opfer. Und ja, alle im Krieg Beteiligten lügen, was das Zeug hält. Aber die Opfer, die Toten existieren, ob es jetzt 11.111 sind oder 44.444. Ebenso ist es klar, daß diese Opfer unter Umständen zu Tode kommen, die Kriegshandlungen eigen sind. Seien es Sprengungen von technischen Einheiten, Massaker, Angriffe auf taktische Militäreinheiten, oder Rachefeldzüge etc. etc. Wer hier was dem Kriegsgegner unterstellt, oder sich selbst zugute hält, bleibt, wie üblich, der historischen Aufarbeitung überlassen. Zuletzt bleibt aber, daß sich derart große Teile der Bevölkerung gegen das bestehende Regime wehren, daß sie sich im Krieg mit dem bestehenden Regime befinden. Für dieses Regime, das System Assad, können aber noch allenfalls die Russen Entschuldigungen finden und die nur, weil es um die eigene, die russische Position geht.
2. Es ist Krieg und keiner sieht hin!
Palmstroem 02.01.2013
Zitat von sysopAP/ SNNDie Zahl der Opfer im syrischen Bürgerkrieg steigt von Tag zu Tag. Nach neuesten Angaben der Vereinten Nationen sind es mehr als 60.000 Opfer, die der Konflikt bisher gefordert hat. Uno-Menschenrechtskommissarin Pillay nennt die Angaben "schockierend". http://www.spiegel.de/politik/deutschland/uno-mehr-als-60-000-menschen-im-syrien-konflikt-getoetet-a-875454.html
Im Irak starben in 6 Jahren Bürgerkrieg 100.000 Menschen - in Syrien sind es in einem Jahr schon 60.000. Trotzdem gibt es kaum Interesse an dem Konflikt, keine Lichterketten, keine Friedensdemo, keine antiamerikanischen und antiisraelischen Aktion, keine Proteste gegen Folter - es fehlt halt der Böse - G.W.Bush.
3. Dieser....
jested_echo! 02.01.2013
Satz-Trotz größter internationaler Bemühungen zeichnet sich keine diplomatische Lösung des Konflikts ab- hat leider einen gravierenden Fehler! Es ist nur eine Seite der Buergerkriegsparteien, naemlich die sogenannten ""Rebellen"" die JEDE Bemuehung und JEDEN Vorschlag fuer eine friedliche Regelung des Syrienkonfliktes ablehnen!!
4. Christenverfolgung mit Unterstützung des Westens
koala2 02.01.2013
Zu den 60.000 Toten bis 30.November kommen mindestens 5.000 weitere Tote im Dezember laut Wikipedia. So das es mindestens 65.000 Tote sind. Der Konflikt wird sicherlich noch Monate wenn nicht noch Jahre dauern. Der Westen unterstützt die sunnitischen Islamisten, die gelten als die guten. Vielleicht weil sie die Scharia einführen? Diese Scheinheiligkeit die ist unmöglich. Und dann regt man sich auf das so viele Christen verfolgt werden.
5. Schreckliche Vereinfachung!
wernerz 02.01.2013
Zitat von jested_echo!Satz-Trotz größter internationaler Bemühungen zeichnet sich keine diplomatische Lösung des Konflikts ab- hat leider einen gravierenden Fehler! Es ist nur eine Seite der Buergerkriegsparteien, naemlich die sogenannten ""Rebellen"" die JEDE Bemuehung und JEDEN Vorschlag fuer eine friedliche Regelung des Syrienkonfliktes ablehnen!!
Woher nehmen Sie die abenteuerliche Kühnheit für eine solche Behauptung? Tatsächlich zeigt sich doch für uns Aussenstehende ein Bild, das beide Seiten als Mörder zeigt. Inwieweit die jeweilige Seite dabei ihr Süppchen kocht und die schrecklichen Zutaten dazu von den im Hintergrund mit Interessierten und Agierenden dazu geliefert bekommt, kann man, mit Ausnahme der offensichtlichen russischen Interessen, nur erahnen. Tatsache ist wieder einmal die schreckliche Gewissheit, dass es auch hier, wie stes i m m e r nur die ärmsten und im Grunde unbeteiligten Schwachen trifft.
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Hauptstadt: Damaskus

Staatsoberhaupt:
Baschar al-Assad

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