Verteidigungsministerium Berater soll doppelt bezahlt worden sein

In der Berateraffäre um Ursula von der Leyen werden neue Vorwürfe laut: Einem Medienbericht zufolge soll ein Manager dieselbe Leistung zweimal abgerechnet - und so 25.000 Euro zu viel kassiert haben.

Ursula von der Leyen (Archivbild)
DPA

Ursula von der Leyen (Archivbild)


Die Anschuldigungen gegen das Ressort von Ursula von der Leyen und die Firma Accenture in der Berateraffäre mehren sich: So soll ein Manager des Unternehmens Beratungsstunden für IT-Projekte 2017 doppelt abgerechnet haben, berichtet die "Bild am Sonntag".

Das sei zunächst nicht aufgefallen, da mehrere Behörden an den zugehörigen Rahmenverträgen beteiligt gewesen seien. Der Mann soll mindestens 25.000 Euro zu viel erhalten haben, schreibt die Zeitung.

Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums bestätigte demnach "Auffälligkeiten bei der Abrechnung von Projekten", die sich bei einer internen Prüfung ergeben hätten. Diese würden nun untersucht, weitere Details nannte er nicht. Das beschuldigte Unternehmen habe sich nicht dazu geäußert.

Ein Untersuchungsausschuss des Bundestags soll den Einsatz der externen Fachleute unter Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen untersuchen. Dabei geht es um Verstöße gegen das Vergaberecht, Vorwürfe der Verschwendung von Steuereinnahmen und mögliche Vetternwirtschaft.

In Rechnungshofberichten wurden bereits Vergaberechtsverstöße aufgedeckt. Zudem sollen Generäle und Beamte befreundeten Beratern millionenschwere Verträge zugeschanzt haben. Der Ausschuss will auch ausleuchten, warum Ministerin von der Leyen den Wildwuchs zuließ und ob sie die Kontrolle über ihr Haus verloren hat.

Bereits im Vorfeld des Ausschusses kam es zu einem Streit zwischen den Parteien des Parlaments, da Union und SPD die Fragestellungen für das Gremium kritisierten und formale Bedenken anmeldeten. Nach SPIEGEL-Informationen prüft die Staatsanwaltschaft Berlin derweil, ob die Vergabe der Aufträge den Tatbestand der Untreue erfülle.

kko

insgesamt 48 Beiträge
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ayee 10.02.2019
1. Welche Kontrolle?
Ich glaube, die Frage, ob man die Kontrolle über das Haus verloren hat, stellt sich angesichts so vieler scheiternder Projekte oder bei so vielen Projekten, bei denen sich plötzlich gigantisch die Parameter ändern, nicht. Es hat nicht den Anschein, als ob es dort irgendeine Form von Projektcontrolling bzw. generell professionellem Projektmanagement gibt. Aber das ist kein Alleinstellungsmerkmal des Verteidigungsresorts.
duc999 10.02.2019
2. Ducati999S
Sie sollte unbedingt zurücktreten, zu viele Ungereimtheiten und Korruptionsfälle.
phantasierender... 10.02.2019
3. Das ist doch gut ...
Also ich finde das prima das der doppelt bezahlt wurde. Jeder Euro in Händen der Regierung ist verloren insofern ist das doch toll. Wer hat diese Leute nur gewählt .... ?
Ezechiel 10.02.2019
4. Regieren mit Beratern.
Es war mir immer schon suspekt wie es sei kann, dass Menschen auf Ministerposten gesetzt werden, und vom Fachbereich null Ahnung haben. Die letzten Vorfälle haben gezeigt, dass die Fähigkeit des Ministers oder der Ministerin offensichtlich nur darin bestehen muss, die richtigen Berater auszusuchen. Die Dankbarkeit über die vorzügliche Beratung ist dann wohl so groß, dass gar nicht darauf geachtet wird wie hoch die Honorarrechnungen sind, und wie oft für ein und die selbe Leitung gezahlt wird. Mein Vorschlag an Frau v.d.L. wäre, noch einen Berater-Management-Berater zu engagieren, damit dies nicht wieder passiert.
brathbrandt 10.02.2019
5.
Wenn man sich erinnert, für welche Kleinigkeiten die Leute früher zurücktraten! Ein Kennzeichen von Merkelland ist, dass es keine Verantwortung mehr gibt. Wenn was schief läuft, zuckt man die Achseln. Das kann nicht gut gehen.
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