Flugbereitschaft der Bundeswehr Weiße Flotte soll nach Merkels Pannenflug vergrößert werden

Als die Kanzlerin zum G20-Gipfel fliegen wollte, versagte das Funksystem des Regierungs-Airbus. Laut einem Medienbericht will die Bundeswehr daraus Konsequenzen ziehen.

Pannen-Airbus "Konrad Adenauer"
DPA

Pannen-Airbus "Konrad Adenauer"


Eine Panne wie auf dem Weg zum G20-Gipfel in Buenos Aires soll sich nicht wiederholen: Die Bundeswehr will die Flotte der deutschen Flugbereitschaft um mindestens einen Langstrecken-Airbus vergrößern. Für den Flugzeugkauf verlangt Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen mindestens 200 Millionen Euro zusätzlich aus dem Bundeshaushalt.

"Dass die Kanzlerin verspätet zu G20 kam, war bitter. Damit sich so etwas nicht wiederholt, stocken wir jetzt bei den Besatzungen auf und prüfen die Beschaffung von ein oder zwei weiteren Flugzeugen für die Langstrecke", sagte die CDU-Politikerin der "Bild am Sonntag".

Laut Plänen des Verteidigungsministeriums, die am Mittwoch im Kabinett präsentiert wurden, hält die Bundeswehr die Beschaffung mindestens eines dritten Langstreckenflugzeugs für erforderlich. Infrage kämen dafür die Airbus-Modelle A330 oder A350. Aktuell verfügt die Flugbereitschaft über zwei Flugzeuge des Typs A340. Je nach Ausstattung und ob sie neu oder gebraucht sind, kosten die Flieger zwischen 200 und 300 Millionen Euro, schreibt die "BamS".

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"Weiße Flotte": Pannen im Regierungsflieger

Ihre Forderung nach zusätzlichen Mitteln aus dem Bundeshaushalt begründet von der Leyen damit, dass der Transport von Regierungsmitgliedern nicht zu Lasten der Luftwaffe gehen dürfe, "die ihr Budget für Hubschrauber und Flugzeuge in den Einsätzen braucht".

Wegen eines Komplettausfall des Funksystems an Bord des Regierungsflugzeugs "Konrad Adenauer" hatte Angela Merkel den Auftakt des G20-Gipfels im November verpasst. (Lesen Sie hier, wie es zum Defekt kam.) Die Bundeskanzlerin musste schließlich per Linienflug nach Buenos Aires reisen.

Es war nicht der erste Vorfall dieser Art, die weiße Flotte der Flugbereitschaft sorgt immer wieder für Ausfälle. Zur Pannenflotte der Regierung gehören aber nicht nur Flugzeuge, auch der Kanzler-Hubschrauber blieb wegen technischer Probleme schon am Boden .

löw



insgesamt 62 Beiträge
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Mario V. 15.12.2018
1. Hubschrauber und Flugzeuge in den Einsätzen
Man könnte auch mal drüber nachdenken, welche der aktuellen Bundeswehr-Einsätze für ihren eigentlichen Auftrag, die Landesverteidigung nämlich, tatsächlich notwendig sind...
woodpecker76 15.12.2018
2. Mal ehrlich....
wir sind einer der reichsten Länder der Welt. Warum ist es nicht möglich, in neue Maschinen zu investieren ? Wir sprechen hier von Regierungsfliegern. Da hat Sicherheit aber auch repräsentative Aussenwirkung durchaus Priorität. Jede andere Industrienation lacht sich doch schlapp oder hat zumindest Mitleid.
emmimaus 15.12.2018
3. Berater Forum
Das muss dann sicher noch durch das Beraterforum. Somit wird es nur einen kleinen, alten gebrauchten Flieger geben, da das Groß der Mittel für die Kaufberatung draufgeht.
wasistlosnix 15.12.2018
4. Noch mindestens 3 Flugzeuge kaufen
Es können auch 5 oder 6 sein. Wenn dann eines flugfähig wäre, dann wäre das schon die große Ausnahme bei der BW.
Frank Klipp 15.12.2018
5. Falsche Antwort
Ich bitte um einen 8D Report. Grüne Flotte, Linienflüge, Verzicht. Es gibt alternative Sofortmaßnahmen. Und vielleicht kümmern wir uns um die Ursachen. Wenn schon Steuergelder ausgegeben werden, dann bitte in die Behebung der Ursachen, nicht der Symptome.
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