Urwahl 15 Grüne wollen Spitzenkandidaten werden

Die Urwahl der Grünen-Spitzenkandidaten wird zum Tummelplatz der Basis: Die vier prominenten Bewerber bekommen reichlich Konkurrenz - allein sieben Parteimitglieder meldeten sich noch bis zum Ablauf der Frist. Das stellt die Grünen vor logistische Herausforderungen.

Grünen-Spitzenleute Künast, Roth, Trittin: Zusätzliche Konkurrenz bei der Urwahl
dapd

Grünen-Spitzenleute Künast, Roth, Trittin: Zusätzliche Konkurrenz bei der Urwahl


Berlin - Gleich 15 Grüne kämpfen um die Posten der beiden Spitzenkandidaten bei der Bundestagswahl. Sieben Basisvertreter meldeten sich bis zum Ablauf der Frist noch zusätzlich zu den acht bisher bekannten Bewerbungen. Damit bekommt die Parteiprominenz weitere Konkurrenz.

Klar ist nun: Wenn bei den anstehenden Vorstellungsrunden in den Ländern annähernd alle kommen, wird es große Podien brauchen. Am Freitag werden die Kandidaten zum ersten Mal in Hannover aufeinandertreffen. Nach bisherigen Planungen sollen sie sich in der "Apostelhalle" kurz vorstellen und dann den Fragen des Publikums stellen. Die Veranstaltung ist der Auftakt einer Reihe von Treffen im ganzen Bundesgebiet.

Seit Wochen ist bekannt, dass vier Spitzenpolitiker die Grünen im kommenden Bundestagswahlkampf anführen wollen: die Fraktionsvorsitzenden Renate Künast und Jürgen Trittin, Parteichefin Claudia Roth und die Bundestags-Vizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt. Da sich die Beteiligten nicht einigen konnten, wurde die Urwahl überhaupt erst nötig. Die Grünen sind die erste Partei in Deutschland, die ihre Spitzenkandidaten für die Bundestagwahl auf diesem Weg bestimmt.

Beworben hatten sich bereits die Parteimitglieder Patrick Held, Markus Meister, Franz Spitzenberger und Werner Winkler. Von der Basis hinzugekommen sind nun noch Thomas Austermann (Essen), Nico Hybbeneth (Wiesbaden), Roger Jörg Kuchenreuther (Bamberg-Land), Alfred Mayer (Berg am Laim), Friedrich Wilhelm Merck (Harburg), Hans-Jörg Schaller (Berlin) und Peter Zimmer (Rottal-Inn). Unter den bisher unbekannten Namen ist keine Frau.

Die rund 60.000 Parteimitglieder haben bis zum 30. Oktober Zeit, ihren Wahlzettel einzureichen. Ab dem 8. Oktober werden die Wahlunterlagen an die Basis versandt. Das Ergebnis soll rechtlich bindend sein. Die Mitglieder haben zwei Stimmen. Dabei dürfen nicht zwei Stimmen auf zwei männliche Bewerber entfallen und nicht beide Stimmen auf eine Person vereint werden. Gewählt werden zwei Frauen oder ein Mann und eine Frau.

Die prominenten Kandidaten gelten als aussichtsreichste Bewerber, wobei mit Trittins Wahl parteiintern fest gerechnet wird.

heb/Reuters/dpa

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insgesamt 16 Beiträge
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freigeist1964 18.09.2012
1. Meine Stimme
Zitat von sysopdapdDie Urwahl der Grünen-Spitzenkandidaten wird zum Tummelplatz der Basis: Die vier prominenten Bewerber bekommen reichlich Konkurrenz - allein sieben Parteimitglieder meldeten sich noch bis zum Ablauf der Frist. Das stellt die Grünen vor logistische Herausforderungen. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,856465,00.html
habe die Grünen mit ihren kleinkarierten, stockkonservativen Politik verloren! Ströbele werde ich als Kreuzberger zwar noch meine Stimme geben, denn er ist zumindest ein Orginal und davon gibt es in der Politik ja nun nicht mehr viele, aber ansonsten ist die Partei für mich unwählbar geworden! Bleiubt die Frage,w as man überhaupt nch wählen kann, denn nicht-wählen kommt für mich auch nicht in Frage!
fridayn 18.09.2012
2. Dicker Minuspunkt
Die Wahlregeln sind diskriminierend.
TWOSTONE 18.09.2012
3. Gleichheitsgrundsatz gilt nicht überall
Da sich zwei Frauen und zwei Männer nicht einigen konnten wurde die Urwahl erforderlich. Bitter für die Grünen. Mit der Einschränkung, eine Frau oder ein Mann oder zwei Frauen können gewählt werden, wäre gesichert, dass mindestens eine der drei Spitzenkandidatinnen erfolgreich ist. Das ist eine schöne Urwahl.
Crom 18.09.2012
4.
"Die Grünen sind die erste Partei in Deutschland, die ihre Spitzenkandidaten für die Bundestagwahl auf diesem Weg bestimmt." Das ist natürlich falsch! Rudolf Scharping hat seine Kanzlerkandidatur 1994 auch einer Urwahl zu verdanken.
WhereIsMyMoney 18.09.2012
5.
Kaum hatte ich mich gefreut, dass die Grünen zu ihren Wurzeln zurückkehren und der Demokratie eine Chance geben, muss ich jetzt sowas lesen. "Entweder zwei Frauen oder ein Mann und eine Frau" und "es dürfen nicht zwei Stimmen auf zwei männliche Bewerber fallen". Heisst also es dürfen beide Stimmen auf weibliche Bewerber fallen und es könnten also tatsächlich zwei Frauen nominiert werden, aber nicht zwei Männer. Und wenn man sich die Bewerber anschaut, bei den ja die meisten Männer sind, ist es fast schon garantiert dass zwei Frauen nominiert werden. Willkommen im Sexismus des 21.Jahrhunderts! Als jahrelanger Grünen-Wähler hatte ich vor mich bei den unter-5%-Parteien umzuschauen. Dann kamen die Grünen mit dieser Urwahl und ich hatte vor ihnen noch eine Chance zu geben. Jetzt. mit diesem Sexismus, haben sie mich für immer verschreckt.
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