Protest gegen US-Atomwaffen Aktivisten dringen in Fliegerhorst Büchel ein

Sicherheitsalarm auf dem Bundeswehr-Fliegerhorst Büchel in Rheinland-Pfalz: Demonstranten zerschnitten am Morgen den Zaun zum Stützpunkt. Sie wollten gegen die dort stationierten US-Atomwaffen protestieren.

Luftaufnahme vom Fliegerhorst Büchel (Archiv)
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Luftaufnahme vom Fliegerhorst Büchel (Archiv)

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Trotz scharfer Sicherheitsmaßnahmen sind am Montagmorgen mehrere Menschen auf den Fliegerhorst im rheinland-pfälzischen Büchel eingedrungen und haben gegen die umstrittene Stationierung von US-Atomwaffen auf dem Bundeswehrgelände protestiert.

Die Bundeswehr bestätigte den sicherheitsrelevanten Vorfall. Demnach zerschnitten mehrere Personen den Zaun zu der streng abgesicherten Kaserne und dem dazugehörigen Luftwaffenstützpunkt. Sieben Personen seien von Wachsoldaten festgenommen und der Polizei übergeben worden.

Zunächst war es am Morgen vor dem Fliegerhorst zu einem spontanen Protest von einer kleinen Gruppe vor dem Haupttor gekommen. Dieser wurde von der Polizei aufgelöst. Wenig später drang ein deutlich kleinerer Kreis durch das Aufschneiden des Zauns zunächst unbemerkt auf den Fliegerhorst vor.

Stationierung unter strenger Geheimhaltung

Seit Jahren protestierten Atomwaffengegner vor dem Fliegerhorst, da dort etwa 20 US-Atombomben vom Typ B61 gelagert sein sollen. Im Kriegsfall könnten diese von "Tornado"-Jets der Bundeswehr in die Luft gebracht werden. Die Stationierung folgt dem Prinzip der sogenannten "nuklearen Teilhabe" Deutschlands an der Atom-Abschreckung der USA.

Die Stationierung der Atomwaffen in Deutschland unterliegt strenger Geheimhaltung, ist jedoch seit Jahren durch Medienberichte bekannt. In den vergangenen Jahren gab es immer wieder Proteste gegen die Lagerung von Atomwaffen in Deutschland, im jüngsten Wahlkampf hatte SPD-Spitzenkandidat Martin Schulz einen Abzug der Waffen eingefordert.

Seit Wochen Proteste am Fliegerhorst

Den festgenommenen Personen drohen nach dem Eindringen in den Sicherheitsbereich durchaus empfindliche Strafen. Gegen sie wird nach Angaben aus Bundeswehrkreisen nicht nur wegen der Sachbeschädigung sondern auch wegen eines gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr ermittelt.

Trotz des Eindringens sind die Demonstranten den US-Atomwaffen nicht sehr nahegekommen. Die Waffen befinden sich in einem gesondert bewachten Sicherheitsbereich, der von der Bundeswehr aber auch von schwer bewaffneten US-Soldaten geschützt wird. Hätten sich die Demonstranten diesem Bereich genähert, hätten die Soldaten vermutlich geschossen.

Für die Bundeswehr ist der Vorgang ärgerlich. Bereits vergangene Woche waren Demonstranten schon einmal in den Fliegerhorst Büchel eingedrungen, damals entrollten sie auch Plakate, schossen Fotos und verbreiteten das Material später im Internet. Seit Wochen finden in der Nähe des Fliegerhorsts Protestcamps statt.

Dass die Bundeswehr die Aktionen nicht verhindern kann, wird intern immer wieder kritisiert. Seit Längerem ist eine Verbesserung der Außensicherung in Büchel im Gespräch. So will die Bundeswehr etwa durch eine Video-Anlage mögliche Manipulationen am Zaun schneller erkennen und damit das Eindringen in den Fliegerhorst unterbinden.

Bisher aber verliefen die Planungen für das Sicherheits-Upgrade rund um das US-Atomwaffenlager schleppend. Nach dem Vorfall vom Montag, hieß es in Bundeswehrkreisen, sollen die Maßnahmen nun beschleunigt werden.



insgesamt 77 Beiträge
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hugahuga 23.07.2018
1.
Das wundert mich nicht. Ist es doch die zunehmend aggressive Aussenpolitik der US Administration, die durch Geld, Anstiften der jeweiligen Oppositionellen, Wirtschaftssanktionen und nachfolgendem regime change oder gar Krieg versucht, die Welt zu beherrschen. Ob Syrien - den IS unterstützend - oder subversiv in Venezuela und Nikaragua oder gar offen feindselig im Fall Iran - man verbreitet Chaos, Leid und Not und entzieht sich den Folgen - für die dann andere aufzukommen haben. Alle US Soldaten (nebst Waffen) sollten unser Land verlassen. Weder brauchen wir Ramstein als Drohnen - Killing - Center noch sonstige "Unterstützung". Die größte Gefahr geht von "god's own country" aus - einmal erkannt, sollten hier die entsprechenden Konsequenzen gezogen werden. Allerdings sind momentan noch unsere US affinen Politiker davor - und dass diese ihre Gehirnwäsche so schnell abschütteln könnten, ist eher anzuzweifeln.
merapi22 23.07.2018
2. Atomwaffen und AKW freie Welt ist möglich
Nur mit A-Waffen ist es dem Mensch möglich sich völlig auszulöschen. Ganz logisch das sich immer mehr Menschen dieser Gefahr bewusst werden und A-Waffen, sowie die Möglichkeit der Beschaffung von Waffenfähigen Uran-Material über AKWs zu verhindern. Die neue Zukunft Vision: Ein Planet, eine Land, eine Währung Dann sind alle nationalen Armeen, Kriegswaffen und A-Waffen überflüssig! Uns 8 Millionen Weltbürger verbindet 1000 mal mehr als was uns trennt. Nur gemeinsam können wir die Weltprobleme lösen!
vox veritas 23.07.2018
3.
"Dass die Bundeswehr die Aktionen nicht verhindern kann, wird intern immer wieder kritisiert. " Für die Absicherung im Außenbereich um den Fliegerhorst herum ist grundsätzlich die Polizei zuständig. Die Bundeswehr hat nach dem Unmittelbaren Zwanggesetz der Bw nur Befugnisse in Militärischen Bereichen und Militärischen Sicherheitsbereichen. Es gibt zwar Ausnahmen, aber die kommen hier nicht zum tragen. Die Frage wäre also: Warum lässt die Polizei dies zu?
itajuba 23.07.2018
4.
Martin Schulz hat also einen Abzug der Atomwaffen "eingefordert". Wie steht die SPD zu dieser Forderung, und falls positiv, warum wurde dieser Abzug dann nicht in den Koalitionsverhandlungen diskutiert?
pleromax 23.07.2018
5. Wie wär's mit Abzug?
Wie wär's mit Abzug der Atomwaffen? Gerade in Anbetracht gegenwärtig wackelnder Schutzgarantien der Trump-Administration wäre das sicher angebrachter denn je. So ließe sich auch unsere versprochene Aufstockung des NATO-Beitrags viel effizienter verwenden bei gleichzeitiger Kostensenkung. Sicher finden diese Waffensysteme ein herzliches Willkommen und ein warmes Nest unter den Fittichen der gegenwärtigen polnischen oder ungarischen Regierung. Gern auch in Lettland. Damit könnte man dann dort auch prima die nichtvorhandenen Flüchtlingswogen abschrecken.
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