US-Besuch im April Merkel goes Hollywood

Kanzlerin Merkel vermischt bei ihrem US-Besuch im April Glamour und Politik: Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE wird die Regierungschefin nach dem Atomgipfel bei Präsident Obama auch in Los Angeles Station machen - und Vertreter der Filmindustrie treffen.

Merkel und Obama (Archivbild): Die Kanzlerin reist im April zum US-Präsidenten
dpa

Merkel und Obama (Archivbild): Die Kanzlerin reist im April zum US-Präsidenten

Von , Washington


Nach ihrer Teilnahme am Atomgipfel von US-Präsident Barack Obama in Washington wird Angela Merkel nach Kalifornien aufbrechen. Dort stehen nach Informationen von SPIEGEL ONLINE die Filmindustrie und akademische Ehren auf dem Programm.

Demnach wird Merkel Vertreter aus Filmindustrie und Kunst treffen. Außerdem soll die gelernte Physikerin von der Stanford University in Palo Alto eine Ehrendoktorwürde erhalten. Ein Abstecher nach San Francisco sowie Wirtschaftstermine im Silicon Valley sind ebenfalls im Gespräch.

Bei Obamas "Nuclear Energy Summit" am 12. und 13. April in Washington werden rund 40 Staatsmänner aus aller Welt über die Nichtweiterverbreitung und Sicherung von Atomwaffen diskutieren - unter den Gästen sind neben Merkel die Führer von wichtigen Atomstaaten wie Russland und China.

Nach einem Abendessen am 12. April werden Obamas Gäste am Folgetag fast ganztätig miteinander sprechen. Zur Abrüstungsthematik finden die Deutschen in Washington Gehör. Schon bei seinem Dresden-Besuch im vorigen Jahr bekräftigte Obama, die Kanzlerin solle unbedingt zum Atomgipfel kommen. Vor kurzem fand in Berlin eine Veranstaltung mit dem Titel "Welt ohne Atomwaffen" statt, an der unter anderem der ehemalige US-Außenminister Henry Kissinger und der frühere Bundeskanzler Helmut Schmidt teilnahmen.

Obama ist dieses Anliegen sehr wichtig: Er bemüht sich um einen neuen Abrüstungsvertrag mit Russland und hat die Vision einer atomwaffenfreien Welt wiederholt skizziert, unter anderem in einer Rede in Prag. Vorige Woche bekräftigte Vizepräsident Joe Biden die Entschlossenheit der US-Regierung, einen internationalen Vertrag über die Ächtung von Atomwaffentests zu verabschieden.

Merkel kann bei dem Treffen mit Obama auch Irritationen um den jüngsten Vorstoß ihres Außenministers Guido Westerwelle ausräumen.

Dieser hat in einem Brief an Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen für den Abzug der amerikanischen Mittelstreckenraketen in Europa geworben - und dabei auf Obamas Vision einer Welt ohne Nuklearwaffen verwiesen. US-Außenministerin Hillary Clinton warnte die Europäer vor überstürzten Aktionen. "Wir hoffen, dass es keine voreiligen Abrüstungsschritte gibt, die unsere Abschreckungsfähigkeit unterminieren würden", sagte sie in einer Grundsatzrede am Montag.



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