Verbraucherministerium: Ilse Aigner soll Kruzifix entfernen

Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner: Kruzifix im Besucherraum Zur Großansicht
dpa

Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner: Kruzifix im Besucherraum

Verbraucherministerin Ilse Aigner muss sich mit fachfremden Vorwürfen herumschlagen: Vertreter der Opposition kritisieren, dass im Besucherraum des Verbraucherministeriums ein Kruzifix aufgehängt sei, das widerspreche der Trennung von Staat und Kirche.

Berlin - Selbstverständlich gestalten Minister die Räumlichkeiten ihrer Ministerien nach ihren Vorstellungen um, im Rahmen ihrer Möglichkeiten und Bedürfnisse. Dass aber im Besucherraum des Bundesministeriums für Verbraucherschutz ein Holzkreuz hängt, halten Abgeordnete der Linken und der Grünen für einen Fauxpas. Der Linken-Bundestagsabgeordnete Ilja Seifert forderte Ministerin Ilse Aigner (CSU) in der "Saarbrücker Zeitung" auf, das Kruzifix wieder abzuhängen. "Ministerien sind weder Gottes- noch Parteihäuser", sagte Seifert der Zeitung.

Er kündigte an, den Vorgang in den Bundestag einbringen zu wollen. Aus der Grünen-Bundestagsfraktion hieß es dem Bericht zufolge, Aigner müsse die "religiöse Neutralität des Staates" akzeptieren. Hintergrund ist offenbar eine Beschwerde aus den Reihen einer Besuchergruppe der hessischen Grünen. Zwei Teilnehmerinnen drückten demnach in einem Brief an die Ministerin ihre "Verwunderung" darüber aus, dass in dem Besucherraum ein "den christlichen Glauben symbolisierendes Kreuz aufgehängt war". Das widerspreche der klaren Trennung von Staat und Kirche.

Der "Saarbrücker Zeitung" zufolge lehnt Aigner das Abhängen des Kreuzes ab. Die Ministerin verweise auf eine Einschätzung des Innenministeriums, wonach das Kreuz die Religionsfreiheit nicht beeinträchtige.

Ob Kruzifixe in Schulen oder anderen öffentlichen Räumen hängen dürfen, beschäftigt seit Jahren die Gerichte. So hatte im Frühjahr 2011 der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte entschieden, dass Kruzifixe in Klassenzimmern kein Grundrecht verletzen. Im Januar 2013 entschied der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte über gleich vier unterschiedlich gelagerte Fälle, die alle mit Religionsausübung, religiöser Überzeugung und Freiheit zu tun hatten. Die Richter kamen hier zu differenzierten Urteilen: Eine britische Krankenschwester darf ihre Kruzifix-Kette nicht über der Arbeitskleidung tragen - weil sie ein Infektions- und Verletzungsrisiko darstelle. Einer Flugbegleiterin dagegen wurde das offene Tragen des Kruzifixes zugestanden: Es beeinträchtige niemanden.

cis/AFP

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insgesamt 88 Beiträge
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1.
Maya2003 09.03.2013
Zitat von sysopVerbraucherministerin Ilse Aigner muss sich mit fachfremden Vorwürfen herumschlagen: Vertreter der Opposition kritisieren, dass im Besucherraum des Verbraucherministeriums ein Kruzifix aufgehängt sei, das widerspreche der Trennung von Staat und Kirche. Verbraucherinisterin Ilse Aigner soll Kruzifix entfernen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/verbraucherinisterin-ilse-aigner-soll-kruzifix-entfernen-a-887861.html)
Wer suchet der findet. Das Land wird immer toleranter :)
2.
naeltard 09.03.2013
Um auf die Selbstregulierung und Regeleinhaltung der Lebensmittelproduzenten bauen zu können, braucht man eben ein stabiles Maß an Gottvertrauen
3. Die verhaltensauffälligen der CSU
Stelzi 09.03.2013
Unabhängig davon was ich von religiösen Symbolen in staatlichen Institutionen halte, so stösst mir aber sauer auf, dass es immer wieder die verhaltensauffälligen Mitglieder der CSU sind, die durch derlei Aktionen ins Gerede kommen...
4.
Kurt Köster 09.03.2013
Zitat von Maya2003Wer suchet der findet. Das Land wird immer toleranter :)
Wir Menschen haben nicht umsonst mit unserem Blut für die Trennung von Kirche und Religion gekämpft. Ich gedenke allen Märtyrern des Atheismus.
5. Gefährliche Entwicklung
watislos 09.03.2013
Die Kirchen haben in Europa viel zu viel Macht. Kaum ein Krankenhaus, dass nicht in der Hand dieser Organisationen ist. Hunderte Schulen, Kitas und andere gesellschaftsrelevante Einrichtungen wo diese Organisationen ihr gefährliches Gedankengut verbreiten können. Die Regierung muss frei von Religionen werden und der Staat sollte dem Beispiel dann folgen. Überall haben Arbeitgeber genaue Vorschriften bezüglich Arbeitnehmer. Kirchen jedoch haben etliche Ausnahmen für Diskriminierung. So eine Entwicklung hatte Deutschland schon einmal zugelassen.
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