Salafisten-SMS "Bei Nichtkonvertierung droht dir das Höllenfeuer"

Innenminister de Maizière hat die Koranverteilaktion "Lies!" verboten. Doch die Gruppe ist offenbar immer noch umtriebig. Die Verbraucherzentrale Bremen warnt vor SMS der Salafisten.

"Lies"-Kampagne
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"Lies"-Kampagne


"Bei Nichtkonvertierung zum Islam droht dir das Höllenfeuer." Diesen Satz mussten zuletzt vermehrt Smartphone-Nutzer lesen, als sie eine SMS von einem unbekannten Absender öffneten. Das berichtet die Verbraucherzentrale Bremen. "Wenn du eine Koranübersetzung haben möchtest, folge dem Link", lautete der weitere Text in der Nachricht. Hinter dem Link verbarg sich laut Verbraucherzentrale eine Seite der Koranverteilungskampagne "Lies!".

Mitte November hatte Innenminister Thomas de Maizière den islamistischen Verein und die damit verbundenen örtlichen "Lies"-Initiativen verboten. Die Mitglieder hatten kostenlos Korane in Innenstädten verteilt. Doch dabei blieb es nicht immer: Viele, die an den Infoständen der "Wahren Religion" oder ihrer "Lies"-Kampagne von den Salafisten geworben wurden, zogen nach Erkenntnissen des Verfassungsschutzes später als vermeintliche Gotteskrieger nach Syrien.

Die Sicherheitsbehörden um de Maizière erkannten schon im Herbst 2014, dass der Verein des salafistischen Hasspredigers Ibrahim Abou Nagie ein wichtiger Baustein in den Radikalisierungskarrieren vieler Dschihadisten war.

Die Bremer Verbraucherzentrale hat zuletzt vermehrt Beschwerden über solche SMS erhalten. Sie empfiehlt den Empfängern der Nachricht, den Link nicht zu öffnen und die Nummer der Bundesnetzagentur zu melden.

Rechtlich sei die Lage zudem eindeutig, heißt es in der Pressemitteilung: Das Verschicken von SMS mit einer Werbebotschaft sei nur dann zulässig, wenn Verbraucher vorher dem Empfang solcher SMS zugestimmt hätten.

mho

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