Verdacht auf Kinderpornografie Ermittler durchsuchen weiteres Büro von Edathy

Bei den Durchsuchungen von Wohnung und Arbeitsräumen des SPD-Politikers Sebastian Edathy sind die Ermittler auf ein weiteres Büro gestoßen. Auch dieses hat die Polizei nun inspiziert. Edathy steht unter Verdacht, Kinderpornografie besessen zu haben, weist die Vorwürfe aber zurück.

Politiker Edathy (Archivbild): Weist die Vorwürfe gegen ihn zurück
imago/ CommonLens

Politiker Edathy (Archivbild): Weist die Vorwürfe gegen ihn zurück


Hannover - Am Montag hatten Ermittler bereits Wohnungen und Büros des SPD-Politikers Sebastian Edathy in Niedersachsen und Berlin durchsucht, nun nahmen sie sich einen weiteren Arbeitsraum in seinem niedersächsischen Heimatort Rehburg vor.

"Es wurden dort Dinge sichergestellt", sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Hannover, Kathrin Söfker, der Nachrichtenagentur dpa. Laut Staatsanwaltschaft ist die Existenz des weiteren Büros erst durch die Durchsuchung am Montag bekanntgeworden.

Am Mittwochmorgen war Edathy, gegen den wegen des Verdachts des Besitzes von Kinderpornografie ermittelt wird, in die Offensive gegangen: Er kritisierte das Vorgehen der Ermittler und Staatsanwälte scharf. Laut seinen Erkenntnissen liege "ausdrücklich kein strafbares Verhalten vor", sagte Edathy SPIEGEL ONLINE. Die Durchsuchungen seien nicht nur unverhältnismäßig, sondern stünden im Widerspruch zu rechtsstaatlichen Grundsätzen. Bereits am Dienstag hatte Edathy sich via Facebook zu Wort gemeldet und die Vorwürfe zurückgewiesen.

Hinweise kamen aus Kanada

Die Ermittler wiederum wiesen die Kritik des ehemaligen SPD-Innenpolitikers zurück: "Wir haben hier ein rechtsstaatliches Verfahren, das sich nicht von Verfahren gegen andere Beschuldigte unterscheidet", sagte die Sprecherin der Behörde. "Wenn Herr Edathy meint, dass nicht rechtmäßig gegen ihn vorgegangen wurde, dann kann er dagegen das Rechtsmittel der Beschwerde einlegen."

Nach Informationen des SPIEGEL kamen Hinweise auf Edathy aus Kanada: Die dortige Polizei habe in den vergangenen drei Jahren bei Ermittlungen gegen einen internationalen Kinderporno-Ring umfangreiches Material sichergestellt. Die Operation lief unter dem Codenamen "Spade".

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vek/dpa

Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 24 Beiträge
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halliburtonium 12.02.2014
1. Sein Ruf ist hin.
Egal, was am Ende dabei rauskommt. Die Medien werden Richten, bevor irgendetwas von den Ermittlern vorgelegt, oder nicht vorgelegt wird.
radamriese 12.02.2014
2. anstatt abzuwarten, sind die Medien wieder mal dabei
Zitat von sysopimago/ CommonLensBei den Durchsuchungen von Wohnung und Arbeitsräumen des SPD-Politikers Sebastian Edathy sind die Ermittler auf ein weiteres Büro gestoßen. Auch dieses hat die Polizei nun inspiziert. Edathy steht unter Verdacht, Kinderpornografie besessen zu haben, weist die Vorwürfe aber zurück. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/verdacht-auf-kinderpornografie-weiteres-buero-von-edathy-durchsucht-a-953069.html
ein Leben zu zerstören, falls dieser Mann unschuldig ist. Es ist wohl, seit Wulff zum Sport geworden. Mit SChaum vor dem Mund, Menschen fertig zu machen
wolf_64 12.02.2014
3. hoffentlich stimmt dies nicht:
Hamburg – Der langjährige SPD-Bundestagsabgeordnete Sebastian Edathy soll zwischen dem 21. Oktober 2005 und dem 18. Juni 2010 Film- und Foto-Sets mit Nacktaufnahmen von Kindern bei einer kanadischen Firma 4P5P bestellt und erhalten haben. Dies geht nach neuesten Recherchen des NDR Politikmagazins “Panorama 3″ aus dem Durchsuchungsbeschluss der Staatsanwaltschaft Hannover hervor. Wie “Panorama 3″ aus Ermittlerkreisen erfuhr, soll es sich bei den Nacktbildern um Aufnahmen der so genannten Kategorie 2 handeln, bei denen die Genitalien nicht im Vordergrund stehen. Sie zeigen unbekleidete Jungs im Alter von ungefähr 8 bis 14 Jahren. Sexuelle Handlungen werden nicht dargestellt. Der Besitz solcher Aufnahmen ist in Deutschland nicht strafbar. Aus Sicht der Ermittler begründet der Besitz bzw. die Beschaffung von Bildern dieser Art jedoch einen hinreichenden Verdacht, dass ein Beschuldigter auch härtere Kinderpornographie der Kategorie 1 konsumiert. Vor diesem Hintergrund leitet eine Staatsanwaltschaft in der Regel ein Ermittlungsverfahren ein, um den Verdacht zu bestätigen oder zu entkräften. Mit seiner Unterschrift unter den Durchsuchungsbeschluss hat der unterzeichnende Richter in diesem Fall den Anfangsverdacht der Staatsanwaltschaft Hannover als begründet anerkannt. Sebastian Edathy wies die Vorwürfe heute erneut zurück. Gegenüber “Spiegel Online” sagte er: “Nach mir vorliegenden Informationen wirft mir die Staatsanwaltschaft ausdrücklich kein strafbares Verhalten vor. Die Durchsuchungen waren nicht nur unverhältnismäßig, sondern stehen im Widerspruch zu rechtsstaatlichen Grundsätzen. Ich hoffe, dass die Staatsanwaltschaft demnächst einräumt, dass die Vorwürfe gegenstandslos sind”.
jensen12345 12.02.2014
4. Erinnert an die causa Wulf
Zitat von halliburtoniumEgal, was am Ende dabei rauskommt. Die Medien werden Richten, bevor irgendetwas von den Ermittlern vorgelegt, oder nicht vorgelegt wird.
Edathy war damals erbarmunglos in der Rolle des Inquisitors, des großen Moralapostels gegenüber Wulff. Wer sich nicht daran erinnert , dem sei google empfohlen mit 157 000 Einträgen unter "Wulff + Edathy". Was die Medienhetze jetzt angeht, passt insofern bezüglich Edathy die Metatpher: "Die Geister, die ich rief".
cobaea 12.02.2014
5. optional
Zitat von radamrieseein Leben zu zerstören, falls dieser Mann unschuldig ist. Es ist wohl, seit Wulff zum Sport geworden. Mit SChaum vor dem Mund, Menschen fertig zu machen
Falls dieser Mann unschuldig sein sollte, hat die Staatsanwaltschaft sein Leben zerstört - nicht die Medien. Denn irgendwoher müssen die Medien ja gewusst haben, dass Edathys Büros durchsucht wurden/werden. Irgendein Vögelchen muss da was gepfiffen haben.... (Das würde auch gelten, falls der Mann schuldig sein sollte - was erst gerichtlich festgestellt werden müsste) Dass die Medien dann darüber berichten, ist normal: Der Mann ist eine öffentlich bekannte Person - zumindest seit er den entsprechenden Ausschuss im Bundestag leitete. Und nachdem sich hier im Forum bereits ein angeblich durch Edathys Kommissions-Ermittlungen enttarnter V-Mann diebisch freut, könnte man ja mal mutmassen, woher solche Infos kommen - oder auch, woher solche Anschuldigungen kommen.
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