Sicherheitsbehörden: Friedrich will Verfassungsschutz in Köln halten

Der Bundesinnenminister will den deutschen Sicherheitsapparat reformieren, aber einen Umzug des Verfassungsschutzes nach Berlin hält er nach SPIEGEL-Informationen nicht für nötig. Auch einer Fusion von Bundespolizei und BKA erteilte der Minister eine Absage.

Bundesamt für Verfassungsschutz: "Ein Umzug ist nicht das Primäre"Zur Großansicht
DPA

Bundesamt für Verfassungsschutz: "Ein Umzug ist nicht das Primäre"

Berlin - Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) plant keinen Umzug des Bundesamts für Verfassungsschutz nach Berlin. "Ich mache die Leute jetzt nicht verrückt, ein Umzug ist nicht das Primäre", sagte er dem SPIEGEL. Stattdessen will Friedrich bei einem Sondertreffen der Innenminister von Bund und Ländern auf mehr Kompetenzen für das Bundesamt drängen. Denkbar wäre etwa eine ähnliche Regelung wie beim Bundeskriminalamt, wonach das Bundesamt in besonderen Situationen Fälle an sich ziehen kann, oder das zentrale Führen von V-Leuten.

Friedrich versprach für die Zukunft eine stärkere Kontrolle des Verfassungsschutzes durch den Bundestag. "Ich will die Transparenz gegenüber dem Parlament verstärken und weitere Möglichkeiten schaffen, die Arbeit der Geheimdienste zu begleiten", kündigte der Minister an. "Da werden wir mehr machen." Die Behörde hat ihren Hauptsitz in Köln.

Das Bundesamt für Verfassungsschutz stand in letzter Zeit häufig in den Schlagzeilen, weil es Akten über die rechtsextreme Szene vernichtete. Außerdem werden ihm schwere Ermittlungspannen in der Mordserie der Neonazi-Zelle NSU vorgeworfen. Friedrich will seither seine Reform der Behörde vorantreiben.

Fusionsplänen der Bundespolizei mit dem Bundeskriminalamt erteilte der Minister eine Absage. "Es gibt keinen Masterplan, die Bundespolizei näher an das Innenministerium zu rücken, das ist Unfug", sagte er im SPIEGEL. "Auch eine Fusion von Bundeskriminalamt und Bundespolizei wird es nicht geben. Ich kenne niemanden, der so etwas auch nur ernsthaft erwägt."

Der Innenminister hatte den Präsidenten der Bundespolizei, Matthias Seeger, und seine beiden Stellvertreter vor einigen Tagen ohne Angabe von Gründen entlassen. Seegers Nachfolger ist der Terrorexperte Dieter Romann.

Diese Meldung kommt aus dem neuen SPIEGEL. Hier können Sie das Heft ab Sonntag um 8 Uhr kaufen.

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insgesamt 8 Beiträge
_acro_ 04.08.2012
Warum Verfassungsschutz? Ich dachte wir haben ein Grundgesetz, wenn wir eine Verfassung hätten, dann würde sie auch so heißen. Aber so wie der Brandschutz gegen Brände schützen soll, so schützt der Verfassungsschutz vor einer [...]
Warum Verfassungsschutz? Ich dachte wir haben ein Grundgesetz, wenn wir eine Verfassung hätten, dann würde sie auch so heißen. Aber so wie der Brandschutz gegen Brände schützen soll, so schützt der Verfassungsschutz vor einer Verfassung! GG § 146
tom_k0305 05.08.2012
Umbauen ohne Information an das Volk? Nach Nachfrage, leider keine Informationen dazu. Ich zitiere: Am 28. März 2011 bekam Friedrich per Post eine Patrone zugesandt. Ein Bekennerschreiben der linksextremistischen Revolutionären [...]
Umbauen ohne Information an das Volk? Nach Nachfrage, leider keine Informationen dazu. Ich zitiere: Am 28. März 2011 bekam Friedrich per Post eine Patrone zugesandt. Ein Bekennerschreiben der linksextremistischen Revolutionären Aktionszellen (RAZ) wurde im Internet veröffentlicht. Der Innenminister stehe für „staatliche Repression“, weiterhin wurde angedroht „die nächste Zustellung erfolgt per Express“. Scheint also nah an meiner letzten Erkenntnis! Und an meinem unveröffentlichten Kommentar von Ihnen. Es scheint auch Ihr Hirn zu trüben, wenn Kommentare für uns Mitglieder nur im Dreizeiler zu prüfen sind! Sie möchten also nicht mehr an der Basis sein, danke dann werden wir dies akzeptieren!
cassandra106 05.08.2012
Der Verfassungsschutz versagt nicht nur seit Jahrzehnten immer wieder gegen Rechts und allgemein, er schützt auch weder Volk, noch Verfassung, noch Land, sondern lediglich die Vormachtstellung der etablierten Parteien, indem er [...]
Zitat von sysopDer Bundesinnenminister will den deutschen Sicherheitsapparat reformieren, aber einen Umzug des Verfassungsschutzes nach Berlin hält er nach SPIEGEL-Informationen nicht für nötig. Auch einer Fusion von Bundespolizei und BKA erteilte der Minister eine Absage. Verfassungsschutz soll laut Friedrich in Köln bleiben - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,848275,00.html)
Der Verfassungsschutz versagt nicht nur seit Jahrzehnten immer wieder gegen Rechts und allgemein, er schützt auch weder Volk, noch Verfassung, noch Land, sondern lediglich die Vormachtstellung der etablierten Parteien, indem er gegen jegliche politische Alternative als Propaganda- und Manipulationsmittel eingesetzt wird. Wenn es einen Verfassungsschutz weiterhin geben soll, darf dieser nur dem Volk dienen, parteiunabhängig und nicht von diesem missbraucht werden können, wie es beständig geschieht. Gleichzeitig, ähnlich wie bei der Staatsanwaltschaft, die ja auch weisungsgebunden ist, schützen die Korrupten ihr eigenes Klientel und sich selbst. Sprich: Diejenigen, die wirklich dieses Land bedrohen, weil Sie ja an den Schalthebeln für maßgebende Veränderungen sitzen und dies immer wieder gegen die Verfassung dieses Landes einsetzen, diejenigen werden gar nicht verfolgt oder auch nur kontrolliert. So Leute wie die NSU, das sind Verbrecher, die gibt es immer und die Polizei würde diese wohl weit ideologiefreier verfolgen.
wibo2 05.08.2012
Schutzschild für Verfassungsfeinde? In der Realität scheint es so, als richte sich das "Schwert der wehrhaften" Demokratie oft gegen diejenigen, denen es eigentlich dienen sollte. Eine Behörde, die sich [...]
Zitat von _acro_Warum Verfassungsschutz? Ich dachte wir haben ein Grundgesetz, wenn wir eine Verfassung hätten, dann würde sie auch so heißen. Aber so wie der Brandschutz gegen Brände schützen soll, so schützt der Verfassungsschutz vor einer Verfassung!
Schutzschild für Verfassungsfeinde? In der Realität scheint es so, als richte sich das "Schwert der wehrhaften" Demokratie oft gegen diejenigen, denen es eigentlich dienen sollte. Eine Behörde, die sich selbst entfremdet ist. Die Frage bleibt: Kann er aus seinen Fehlern lernen? Das NPD-Verbot droht zum zweiten Mal am Verfassungsschutz zu scheitern. Damit erweist sich die Behörde einmal mehr als Schutzschild für militante Neonazis. (Die Linke)
m01z 05.08.2012
Von wo aus dieses Inkompetenzzentrum seine indirekte Parteienfinanzierung der NPD durchführt, sollte doch wohl keinen Unterschied machen.
Von wo aus dieses Inkompetenzzentrum seine indirekte Parteienfinanzierung der NPD durchführt, sollte doch wohl keinen Unterschied machen.
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  • Samstag, 04.08.2012 – 20:15 Uhr
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