Islamischer Prediger Verfassungsschutz warnt vor Gülen-Gemeinde

Antidemokratisches Gedankengut, Streben nach islamischem Staat: Der baden-württembergische Verfassungsschutz warnt nach Informationen des SPIEGEL und "Report Mainz" vor der Gülen-Bewegung in Deutschland. In Bildungseinrichtungen soll es zudem zu körperlichen Übergriffen und Mobbing gekommen sein.

Gülen (2004): "Widerspruch zur freiheitlichen demokratischen Grundordnung"
REUTERS / ZAMAN

Gülen (2004): "Widerspruch zur freiheitlichen demokratischen Grundordnung"


Der Verfassungsschutz warnt nach Informationen des SPIEGEL und des ARD-Politikmagazins "Report Mainz" vor der Gemeinde des islamischen Predigers Fethullah Gülen. In einem internen Papier des Landesamts für Verfassungsschutz Baden-Württemberg heißt es, Gülens Gedankengut stehe in mancherlei Hinsicht im Widerspruch zur freiheitlichen demokratischen Grundordnung. Die Bewegung verfolge einen türkischen Nationalismus in "seriösem Gewand" mit "islamistischen Komponenten". Gülen selbst strebe einen islamischen Staat an.

Anhänger des Predigers betreiben allein in Deutschland etwa 300 Bildungseinrichtungen. Der Verfassungsschutz Baden-Württemberg kritisiert, Gedanken Gülens seien mit dem Prinzip der Gewaltenteilung, der Religionsfreiheit, der Freiheit von Wissenschaft und Lehre und der Gleichberechtigung von Mann und Frau mitunter nicht in Einklang zu bringen.

SPIEGEL und "Report Mainz" berichten über Vorwürfe gegen mehrere Bildungseinrichtungen, die der Gülen-Bewegung zugerechnet werden. So beschwerten sich in Rüsselsheim Eltern über den "Förderkreis Rhein Main": Ihr Kind sei während der Kinderbetreuung im Rahmen eines Integrationskurses geschlagen worden.

Laut einer Sprecherin des zuständigen Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) habe eine Betreuerin eingeräumt, dem Kind einen "leichten Klaps" gegeben zu haben. Der Verein erklärte, sie habe versucht, einen Streit zu deeskalieren. Man habe sich von ihr getrennt. Das BAMF stellte zudem fest, dass ein Kind während des Kurses in seinem Buggy "festgeschnallt" gewesen sei.

Auch gegen die private Carl-Friedrich-Gauß-Schule in Ludwigsburg werden laut Recherchen Vorwürfe erhoben. So erzählen Eltern, ihre Kinder seien gemobbt worden, etwa wegen ihres modernen Lebensstils. Eine Mutter berichtet, ihre Tochter sei an der Schule gezwungen worden, ein Kopftuch zu tragen. Der Geschäftsführer der Gauß-Schule wies die Vorwürfe zurück. Mitarbeiter der Schule hätten die Vorfälle nicht bestätigen können. Die Gülen-Bewegung spiele zudem weder im Schulalltag noch im pädagogischen Konzept eine Rolle.

Insider werfen der Gülen-Bewegung vor, dass sie die Bildungseinrichtungen dazu nutze, Kinder und Jugendliche als neue Anhänger der Gemeinschaft zu rekrutieren. Sie berichten auch von Homophobie und Ablehnung der Evolutionslehre in Schulen, die der Bewegung zugerechnet werden.



Forum - Diskussion über diesen Artikel
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Kiste 02.02.2014
1. Freiheit
In muslimisch geprägten Staaten gibt es anscheinend immer nur "schlimm" und "schlimmer", statt Diktatur nun Gottesstaat, statt korrupter Herrscherclique nun Unterdrückung durch Mullahs. Es fehlt in diesen Staaten ein aufgeklärtes Bürgertum wie in Europa im 19. Jahrhundert, aus dem heraus sich der Freiheitsgedanke entwickeln kann. Über allem liegt der bleiernde Mantel der Religion.
karuso 02.02.2014
2. Verfassungschutz warnt auf einmal
Vor kurzem behaupteten sie noch, es gäbe keine Bedenken gegenüber der Gülen-Bewegung und stürzten sich lieber weiterhin auf die Linke. Obwohl Gülen immer behauptet hatte, hier in D Schulen u.s.w. zu investieren, um deutsche Kinder für den Islam zu begeistern.Auch hatte er öffentlich zu gegeben , für ein Gottesstaat alles zu tun. Seine negative Haltung gegenüber unseren Staat, hat er nie verheimlicht und war ein offenes Buch für jedermann. Komischerweise nicht für unseren Vefassungschutz.Überrascht bin ich nicht darüber.
Teddi 02.02.2014
3. Schon in diesem Moment ist schnelles Handeln
von äußerster Wichtigkeit. So ein Verein gehört ohne Umschweife sofort geschlossen und verboten, denn er ist eine Gefahr für die Zukunft unserer Kinder und deren Recht in einem freien Staat zu leben. Eine übermäßige Zögerlichkeit, genau wie bei dem Verbieten der NDP, ist hier fehl am Platze. Strengere Gesetze müssen her, um die Verfassung eines freien demokratischen Staates zu erhalten und zu schützen. Nun komme mir nur nicht einer mit Religionsfreiheit, denn die kann es nur geben, wenn die jeweilige Religion den Menschen nicht schadet und deren Menschenwürde nicht angreift. Das ist es ja, warum Moslems manchmal Probleme haben akzeptiert zu werden, weil zuweilen von einem "Spinner" aus ihren Reihen mit islamistischen Zwangsmethoden der Versuch gemacht wird, schleichend einen Gottesstaat innerhalb unseres Staates einzurichten. Und das kann nicht sein. Die islamistische Welt sollte sich besinnen und zu einer Renaissance erwachen, wo Suren aus urväterlichen Zeiten überarbeitet oder ganz entfernt werden, weil sie in eine moderne Gesellschaft nicht passen. Wenn man das Problem mit aller Ehrlichkeit anschaut, dann geht es wieder nicht um die Religion, sondern um ganz schnöde, gewöhnliche, doch platzhirschartige, männliche Machtgier und Machthaberei. Und nein, ich betone!!: Ich habe nicht das Geringste gegen den freundlichen, familienorientierten, "etwas anderen" Moslem von nebenan. Und ja doch, es gibt auch "Spinner" in anderen Religionen. (siehe Scientologie)
RudiLeuchtenbrink 02.02.2014
4. Gülen Bashing ?
Verfassungsschutz warnt vor Gemeinde des islamischen Predigers Gülen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/verfassungsschutz-warnt-vor-gemeinde-des-islamischen-predigers-guelen-a-950679.html)[/QUOTE] ich war froh als mein Junge nicht mehr den katholischen Kindergarten besuchen mußte. Die Kinder wurden auch methodisch katholisiert, der Pfarrer mobbte eine Erzieherin wegen "wilder Ehe" hatte aber eine nette Haushälterin und zwei Kinder. Sicher sollten wir wissen was in unserem Land geschieht, ob Erdoghan die Leute aufstachelt, oder Gülen missioniert beides ist schlecht. Trotzdem vermute ich mal das Gülen auch vielen jungen Menschen geholfen hat den Weg zur höheren Bildung zu finden.
mesopotamien00 02.02.2014
5.
350 dschihadisten die in Syrien für Terror sorgen wurden in solchen güllen schulen (überwiegend in der Türkei) rekrutiert . Das sind Mafia ähnliche Strukturen dieses gefährlich . Gehören auf die Terrorliste . Sie attackieren auch Minderheiten an Universitäten . Vor Mord und Terror Schrecken sie auch nicht zurück .
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