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Verfassungsschutz-Warnung: Deutschland drohen Terroranschläge

Verfassungsschutz-Chef Heinz Fromm sieht eine erhebliche Gefahr für Terroranschläge in Deutschland. Das verstärkte Engagement der Bundeswehr in Afghanistan könne das Anschlagsrisiko noch erhöhen, warnte der Geheimdienstler.

Baden-Baden – In der Einschätzung der Terrorgefahr sei man sich mit den anderen deutschen Sicherheitsbehörden einig, sagte der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Heinz Fromm, heute im Südwestrundfunk. "Deutschland ist nicht nur Ruhe- und Vorbereitungsraum für islamistische Terroristen, sondern auch potenzieller Anschlagsraum", sagte Fromm und verwies auf die gescheiterten Kofferbombenanschläge im vergangenen Jahr.

Auch ein Anschlag mit einer so genannten schmutzigen Bombe sei eine mögliche Option. Man müsse alles ins Kalkül ziehen, erklärte der oberste Verfassungsschützer, etwa dass einem Sprengsatz radioaktives Material beigemischt werde. Ein solcher Anschlag würde auch Strahlenschäden verursachen und eine verheerende psychologische Wirkung entfalten.

Auch der verstärkte Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan könnte eine Rolle spielen, ergänzte der Chef des Inlandsnachrichtendienstes. Alle Länder, die sich am Kampf gegen den internationalen Terrorismus beteiligten, gerieten in den Fokus dieser Gruppierungen. Es gebe verschiedene Verlautbarungen der al-Qaida, in denen diese Beteiligung als Grund für Angriffe genannt werde.

Seit dem militärischen Eingreifen in Afghanistan nach dem 11. September 2001 wurden die Strukturen der al-Qaida wie etwa Trainingscamps nach Auffassung des Verfassungsschutzpräsidenten aber entscheidend geschwächt: "Die logistische Basis ist weg, das ist ein wesentlicher Punkt, auch wenn es jetzt in Afghanistan wieder verstärkten Widerstand gibt." Al-Qaida stelle aber immer noch als Idee des islamistischen Terrors und als Kern des internationalen Dschihads eine Gefahr dar und versuche dies durch propagandistische Aktivitäten und weniger durch Operationen durchzusetzen.

Auch der G-8 Gipfel in Heiligendamm im Juni dieses Jahres sei für den Verfassungsschutz von Interesse. Das Protestpotenzial reiche von Globalisierungsgegnern aus dem nichtextremistischen Bereich bis zu Linksextremisten. Laut Fromm gibt es seit einiger Zeit Mobilisierungsanstrengungen mit Blick auf dieses Ereignis, er bezweifle aber, dass sich die Erwartungen der Veranstalter von bis zu 100.000 Demonstranten erfüllten.

hda/AP

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