Verkauf von Bundestagsfüllern Aigner entlässt Büroleiterin

Eine langjährige Mitarbeiterin von Agrarministerin Aigner muss gehen: Sie bestellte Luxus-Füller über ein Bundestagskonto und verkaufte sie übers Internet. Wert: 3900 Euro. Die Ministerin zeigte sich über den Vertrauensbruch tief enttäuscht.

Ministerin Aigner mit Kanzleramtsminister Pofalla (l.): "Menschlich betroffen"
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Ministerin Aigner mit Kanzleramtsminister Pofalla (l.): "Menschlich betroffen"


Passau - Als im November bekannt wurde, dass Bundestagsabgeordnete 2009 Luxus-Füllfederhalter im Wert von 70.000 Euro bestellt hatten, erregte das die Gemüter. Bundestagspräsident Norbert Lammert sprach von "Selbstbedienung". Doch die Büroleiterin des Bundestagsbüros von Agrarministerin Ilse Aigner (CSU) ging offenbar noch einen Schritt weiter: Sie soll die Waren über das Internet verkauft haben.

Aigner hat die langjährige Mitarbeiterin nach Informationen der "Passauer Neuen Presse" fristlos entlassen. Die Frau habe unbefugt hochwertige Schreibwaren über ein Sachleistungskonto des Bundestages bestellt und die Waren im Gesamtwert von etwa 3900 Euro weiterverkauft, hieß es.

Die Mitarbeiterin habe dies eingestanden, nachdem die Sache bei einer internen Kontrolle entdeckt worden war. Ein Sprecher Aigners bestätigte den Sachverhalt der Zeitung. Die Ministerin habe das Arbeitsverhältnis sofort beendet und die Polizei im Bundestag eingeschaltet. Die Mitarbeiterin habe das Berliner Bundestagsbüro noch am selben Tag verlassen müssen.

Die Ministerin sei "tief enttäuscht und menschlich betroffen über den Umstand, dass ihre Mitarbeiterin ihre besondere Vertrauensstellung auf diese Weise missbraucht habe", sagte der Sprecher weiter. Aigner werde dafür Sorge tragen, dass die Mitarbeiterin den angerichteten Schaden wieder gutmache.

Im November war bekanntgeworden, dass gegen Ende der abgelaufenen Wahlperiode aus 115 Abgeordnetenbüros 396 Füllfederhalter und Stifte einer teuren Marke im Gesamtwert von 68.800 Euro auf Steuerzahlerkosten bestellt worden waren. Abgerechnet wurde dies über ein Sachleistungskonto für Abgeordnete.


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kgp/ddp/AFP

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insgesamt 18 Beiträge
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nanokain 18.12.2009
1. Diebstahl
Na das gibt ja hoffentlich auch eine Anzeige wegen Diebstahl und Veruntreuung. Was anderes kann das ja nicht sein wenn man Waren auf Kosten des Steuerzahlers bezieht und für den eigenen Profit verhökert.
fucus-wakame 18.12.2009
2. Wer hat die Füller bezahlt?
Mir sei die Frage gestattet, wer diese Füller letztendlich bezahlt hat.
limasign 18.12.2009
3. Bekomme ich nun einen? Oder nur mein Kreisvorsitzender?!?
Zitat von sysopEine langjährige Mitarbeiterin von Agrarministerin Aigner muss gehen: Sie bestellte Luxus-Füller über ein Bundestagskonto und verkaufte sie übers Internet. Wert: 3900 Euro. Die Ministerin zeigte sich über den Vertrauensbruch tief enttäuscht. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,668077,00.html
herbert 18.12.2009
4. ja in der Amigo CSU ist was los !
die ertappte Leiterin scheint vermutlich keine geistige Grösse zu sein, wenn sie Luxusfüller im Internet verkauft. Solche Folgen erkennt man mit einem gesunden Menschenverstand. Zwingt sich die Frage auf, hat sie das Zuhause gemacht oder im Dienstbüro ? Wird man das unter den Tisch kehren oder gibt es dafür eine Strafe? Zur Erinnerung, wir sind hier bei der CSU !
Kassian 18.12.2009
5. .
Zitat von fucus-wakameMir sei die Frage gestattet, wer diese Füller letztendlich bezahlt hat.
Öhm, der Steuerzahler natürlich. Insofern ist es auch nett wenn sie den teueren Füller auch gleich wieder verkauft hat um das Geld in die Wirtschaft stecken zu können, das wiederum sichert Arbeitsplätze in unserem Land (also die der Steuerzahler, welche den Füller ja letztlich bezahlt haben). So schließt sich der Kreis. Meine Forderung: jedem mindestens ein Füller und beim verkaufen nachher so manchen Politiker als "neuwertig + nicht benutzt" gleich als Bonus oben drauf legen, das sichert den Absatz sicherlich.
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