Vermietung an NPD: Ex-Kohl-Beraterin Höhler unter Druck

Die Literaturwissenschaftlerin Gertrud Höhler steckt in einer unschönen Affäre: Die frühere Beraterin von Altkanzler Kohl hat ein Gebäude in Zwickau an die NPD vermietet. Nun soll sie von ihrem Amt als Mitglied des Hochschulrats der Universität Paderborn zurücktreten.

Düsseldorf/Paderborn - Die Rücktrittsforderung stammt vom nordrhein-westfälischen Wissenschaftsminister Andreas Pinkwart. Höhler solle Schaden von der Universität abwenden und ihr Amt zur Verfügung stellen, sagte der Liberale der "Rheinischen Post".

Rücktrittsforderungen abgelehnt: Gertrud Höhler
DDP

Rücktrittsforderungen abgelehnt: Gertrud Höhler

Hintergrund der Forderung sind Berichte, wonach Gertrud Höhler vor mehreren Wochen ein Büro in ihrem Mietshaus in Zwickau an einen Landtagsabgeordneten der NPD vermietet hat, der dort inzwischen ein "Bürgerbüro" einrichtete. Auf die Aufforderung des Vorsitzenden des Hochschulrates, die Vorgänge zu klären, sei Höhler bislang nicht eingegangen, heißt es in der Zeitung unter Berufung auf eine Sprecherin der Universität. Pinkwart sagte, eine wissentliche Vermietung von Räumen zur Nutzung durch die NPD sei zwar nicht justiziabel, "für mich allerdings auch nicht akzeptabel."

Der Minister hatte Höhler erst vor zwei Wochen in den Hochschulrat der Uni Paderborn berufen, der den Rektor wählt. Absetzen kann der Minister die Wissenschaftlerin allerdings nicht. Höhler selbst lehnt einen Rückzug ab. Sie sei auch nicht bereit, sich zu der strittigen Mietsache öffentlich zu äußern, sagte die 66-Jährige nach Angaben der Universität.

Der Hochschulrat will sich nun gemeinsam mit dem Rektorat und dem Wissenschaftsministerium über das weitere Vorgehen abstimmen. Laut einer ersten Prüfung gebe es aber "kaum eine formale Handhabe", um gegen Höhler vorzugehen. Höhler war einst Beraterin von Altbundeskanzler Helmut Kohl.

ler/ddp

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