Verstorbener US-Senator Schäuble vertritt Deutschland bei McCain-Trauerakt

Bundestagspräsident Schäuble fliegt nach SPIEGEL-Informationen als Vertreter Deutschlands zum Trauerakt des verstorbenen US-Senators John McCain. Der CDU-Politiker ist protokollarisch die Nummer zwei der deutschen Staatsorgane.

Wolfgang Schäuble
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US-Präsident Donald Trump wird beim Trauerakt für den am Sonntag verstorbenen Senator John McCain voraussichtlich fehlen - als deutscher Vertreter wird Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble nach SPIEGEL-Informationen an der Zeremonie in Washington am kommenden Samstag teilnehmen. Bundestagssprecher Ernst Hebeker bestätigte die Reisepläne.

Der CDU-Politiker reist in Absprache mit Kanzlerin Angela Merkel als offizieller deutscher Vertreter zu dem Trauerakt für den langjährigen republikanischen Senator und ehemaligen Präsidentschaftskandidaten, der im Alter von 81 Jahren einer Krebserkrankung erlegen war. "Dies findet auch auf Bitte der Bundeskanzlerin statt", sagte ein Regierungssprecher dem SPIEGEL. Die Veranstaltung findet in der National Cathedral statt, in der traditionell verstorbene hochrangige amerikanische Politiker gewürdigt werden.

Der Gedenkgottesdienst zu Ehren McCains beginnt um 10 Uhr Ortszeit. Zu den Rednern werden nach aktuellem Stand unter anderem die Ex-Präsidenten Barack Obama und George W. Bush gehören, ebenso sollen Ex-Vizepräsident Joe Biden und der langjährige demokratische Senator Joe Lieberman sprechen.

McCain und Schäuble im Februar 2005 beim Empfang des bayerischen Ministerpräsidenten zur Münchner Sicherheitskonferenz
People Image/ Michael Tinnefeld

McCain und Schäuble im Februar 2005 beim Empfang des bayerischen Ministerpräsidenten zur Münchner Sicherheitskonferenz

Dass Schäuble als protokollarische Nummer zwei der deutschen Staatsorgane zu der Zeremonie für McCain anreist, unterstreicht die hohe Wertschätzung, die der US-Politiker hierzulande genoss. McCain, der 2008 gegen Obama im Rennen um das Weiße Haus verlor, war anders als sein Widersacher, der amtierende Präsident Trump, ein ausgewiesener Transatlantiker und pflegte enge Beziehungen zu deutschen Politikern. McCain besuchte regelmäßig die Münchener Sicherheitskonferenz.

Schäuble hatte McCain in seinem Kondolenzschreiben an dessen Frau "eine Inspiration für viele, die sich in Sorge um das Gemeinwesen in der Politik engagieren" genannt. Er schrieb weiter: "Dies gilt auch und gerade für den Deutschen Bundestag, der mit dem Tod Ihres Mannes eine Stütze der deutsch-amerikanischen Beziehungen und einen Freund Deutschlands verliert." Der 75-Jährige und McCain kannten sich persönlich.

Auch Röttgen reist zu der Trauerfeier

Der CDU-Politiker Norbert Röttgen, Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, wird eigenen Angaben zufolge ebenfalls zu dem Trauerakt für McCain nach Washington reisen.

Röttgen hatte McCain zuletzt im Frühjahr 2017 in Washington getroffen. "Bei aller Kämpfernatur war John McCain im persönlichen Umgang liebenswürdig", sagt er über den Verstorbenen. "Er war ein treuer Freund Deutschlands, aber auch einer, der uns gleichzeitig gefordert und gemahnt hat, auf unserer Seite die Voraussetzungen der transatlantischen Partnerschaft zu erfüllen."

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jujo 29.08.2018
1. ...
Tut mir leid. McCain war ein hardliner, gehörte zum Gespann um Bush, Cheney und Rumsfeld. Denen haben wir das gegenwärtige Deaster im Nahen Osten zu verdanken. Um den Frieden in der Welt hat er sich jedenfalls nicht verdient gemacht.
charlybird 29.08.2018
2. Sehr richtig.
Es ist dabei bewundernswert, wie großzügig die Vietnamesen ihren damaligen ''Beschützern'' verziehen haben, obwohl diese ihnen das ganze Land in Schutt und Asche gelegt haben, von den unzähligen Toten ganz zu schweigen. Und McCain hat sich niemals auch nur ansatzweise entschuldigend über den sinnlosen Krieg in Vietnam geäußert. Wenigstens das hätte er tun können, dann hätte es noch zum Helden gereicht.
muellerthomas 29.08.2018
3.
Zitat von charlybirdEs ist dabei bewundernswert, wie großzügig die Vietnamesen ihren damaligen ''Beschützern'' verziehen haben, obwohl diese ihnen das ganze Land in Schutt und Asche gelegt haben, von den unzähligen Toten ganz zu schweigen. Und McCain hat sich niemals auch nur ansatzweise entschuldigend über den sinnlosen Krieg in Vietnam geäußert. Wenigstens das hätte er tun können, dann hätte es noch zum Helden gereicht.
Waren Sie mal in Vietnam? Im Süden wird bis heute - nicht ganz zu Unrecht - die Schuld für den Krieg bei China und der Sowjetunion gesehen.
charlybird 29.08.2018
4. Die
Zitat von muellerthomasWaren Sie mal in Vietnam? Im Süden wird bis heute - nicht ganz zu Unrecht - die Schuld für den Krieg bei China und der Sowjetunion gesehen.
allgemeine Staatsdoktrin ist heute ziemlich china-und russlandallergisch, da ist das kein Wunder und der Süden war bekanntlich in Amihand. Und ja ich war, habe sogar 8 Jahre in Fernost gelebt, wenngleich nicht in Vietnam. Die Frage bleibt dennoch, ob der massive Eingriff Amerikas in dieser Dimension Sinn gemacht und geholfen hat ? Nee, kann man da konstatieren, ganz und gar nicht.
muellerthomas 29.08.2018
5.
Natürlich nicht, da Vietnam gegen die Vietcong verteidigt wurde. Wie gut hätten es die Vietnamenesen heute haben können. Ein Blick nach Korea reicht... dank Unterstützuing aus Peking und Moskau aber müssen die Vietnamesen bis heute unter der sozialistischen Diktatur leiden. Aber passt schon, dass natürlich der böse Westen schuld ist und nicht die diktatorischen Regime.
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