Bundeswehr: De Maizière erwägt Einsatz in Mali

Verteidigungsminister Thomas de Maizière erwägt einen Auslandseinsatz der Bundeswehr in Mali, beispielsweise zur Ausbildung der malischen Streitkräfte. Für die Verlängerung des Afghanistan-Einsatzes will de Maizière eine breite Mehrheit im Bundestag schmieden sagte er der "Süddeutschen Zeitung".

Islamistische Kämpfer in Timbuktu: Bundeswehr könnte malische Streitkräfte ausbildenZur Großansicht
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Islamistische Kämpfer in Timbuktu: Bundeswehr könnte malische Streitkräfte ausbilden

Berlin - Deutschland wird sich nicht an einem Militäreinsatz zur Rückeroberung des von Islamisten beherrschten Nordens im westafrikanischen Staat Mali beteiligen, sagte Verteidigungsminister Thomas de Maizière der "Süddeutschen Zeitung". "Unsere Aufgabe könnte vielmehr sein, die malischen Streitkräfte auszubilden". Wann deutsche Soldaten nach Mali geschickt würden, stehe nicht fest.

Der CDU-Politiker ließ offen, ob für so einen Einsatz ein Mandat des Bundestages gesucht werde. "Wir klären jetzt erst einmal, was unser Auftrag sein könnte und was wir für dessen Erfüllung bräuchten. Wenn das ein Mandat erforderlich macht, dann werden wir dies selbstverständlich im Bundestag anstreben", sagte er.

Die Lage in Mali sei schlimm. "Im Norden regiert eine Mischung aus Steinzeit-Islamisten, Terroristen und Tuareg. International besteht der feste Wille, deren Herrschaft zu beenden. Das muss Afrika selbst in die Hand nehmen, aber wir könnten den Afrikanern helfen." Die Optionen dafür würden bis Mitte November in der EU geklärt.

Afghanistan-Einsatz mit der Opposition verlängern

Für die anstehende Verlängerung des Afghanistan-Einsatzes strebt de Maizière eine breite Mehrheit im Bundestag an. Er bemühe sich um einen Vorschlag, dem die Opposition zustimmen könne: "Das setzt voraus, dass man vorher mit der Opposition spricht, sie nicht nur informiert." Der Vorschlag der Regierung werde Ende November fertig sein. Das gegenwärtige Mandat für den Einsatz der in Afghanistan läuft im Januar aus.

De Maiziere bekräftigte in der "Süddeutschen Zeitung" das Ziel, bis Ende 2014 mit Kampftruppen am Hindukusch zu bleiben. Bis dahin werde ein Sicherheitsniveau erreicht sein, auf dem die Afghanen selbst für ihren Schutz sorgen könnten. "Für die Zeit danach wird ein anderes, neues Mandat erarbeitet, da wird der Auftrag nur Ausbildung und Unterstützung heißen", sagte de Maiziere.

Die Bundeswehr ist seit Anfang 2002 in Afghanistan im Einsatz, und zwar im Norden des Landes. Dort hat sie seit 2006 die Führungsverantwortung inne. Derzeit sieht das Mandat eine Obergrenze von 4900 Soldaten vor, deren Zahl bis 2013 auf 4400 sinken soll. Das Mandat wird jedes Jahr vom Bundestag erneuert.

nck/Reuters/dapd

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insgesamt 26 Beiträge
UnitedEurope 03.11.2012
Ganz oder gar nicht. So was halbgares wie in Afghanistan braucht man gar nicht erst wieder versuchen. Und was wäre, wenn wir uns mal wieder aufs "Brunnen bauen" konzentrieren? Bei aller Liebe, aber wie schnell würden [...]
Ganz oder gar nicht. So was halbgares wie in Afghanistan braucht man gar nicht erst wieder versuchen. Und was wäre, wenn wir uns mal wieder aufs "Brunnen bauen" konzentrieren? Bei aller Liebe, aber wie schnell würden wir uns dort wieder in eine Auseinandersetzung reinziehen lassen, die wir nicht stemmen können? Solange 27 EU-Staaten 27 eigene Streitkräfte, eigene Befehlsketten und Logistik haben, sind solche Einsätze ohne amerikanische Hilfe höchst ineffektiv und für die Soldaten gefährlich.
oannad 03.11.2012
Humane Hilfe ja, ist sogar sehr wichtig. Militär nein. Unsere Bundeswehr sollte nur für die Verteidigung der BRD sein. Mali oder alle anderen Kriegsgebiete sind keine Bundesländer der BRD.
Humane Hilfe ja, ist sogar sehr wichtig. Militär nein. Unsere Bundeswehr sollte nur für die Verteidigung der BRD sein. Mali oder alle anderen Kriegsgebiete sind keine Bundesländer der BRD.
nicolo1782 03.11.2012
de Maiziere lügt sich doch wie alle Politiker was in die Tasche ! Weder werden die Afghanen 2014 in der Lage sein, alleine für ihre Sicherheit zu sorgen noch wird eine eventuelle Mission in Mali sich auf Unterstützung 'in der [...]
de Maiziere lügt sich doch wie alle Politiker was in die Tasche ! Weder werden die Afghanen 2014 in der Lage sein, alleine für ihre Sicherheit zu sorgen noch wird eine eventuelle Mission in Mali sich auf Unterstützung 'in der Etappe' beschränken lassen. Was soll das auch ? Entweder die Situation in Süd-Mali ist auch für Europa so gefährlich wie de Maiziere uns weismachen will, dann müssen wir auch richtig ran, oder sonst soll man die Afrikaner silbst machen lassen.
loddarcontinua 03.11.2012
Ich denke, es ist nicht Aufgabe der Bundeswehr, die verkorkste, undurchsichtige postkoloniale Afrika-Politik Frankreichs bedingungslos zu unterstützen....
Zitat von sysopVerteidigungsminister Thomas de Maizière erwägt einen Auslandseinsatz der Bundeswehr in Mali, beispielsweise zur Ausbildung der malischen Streitkräfte. Für die Verlängerung des Afghanistan-Einsatzes will de Maizière eine breite Mehrheit im Bundestag schmieden sagte er der "Süddeutschen Zeitung". Verteidigungsminister De Maizière erwägt Bundeswehr-Einsatz in Mali - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/verteidigungsminister-de-maiziere-erwaegt-bundeswehr-einsatz-in-mali-a-865123.html)
Ich denke, es ist nicht Aufgabe der Bundeswehr, die verkorkste, undurchsichtige postkoloniale Afrika-Politik Frankreichs bedingungslos zu unterstützen....
hollah 03.11.2012
Könnte mir jemand von unseren "Spitzenpolitikern" den Unterschied von Afghanistan, Mali, Tunesien, Ägypten oder Syrien erklären, wäre ich sicher ein bisschen schlauer. Denn Islamisten sind Islamisten auch wenn sie [...]
Könnte mir jemand von unseren "Spitzenpolitikern" den Unterschied von Afghanistan, Mali, Tunesien, Ägypten oder Syrien erklären, wäre ich sicher ein bisschen schlauer. Denn Islamisten sind Islamisten auch wenn sie neue Diktaturen errichten. Bodenschätze sind besonders interessant wenn andere darüber verfügen wollen. Allein die eine Frage gilt; Was haben wir davon? Leider gar nichts. Wir sollen für andere die Handelswege freihalten oder freischießen. Einmal für Obama, dann für Hollande und für den und den. Dafür müssen unsere Soldatinnen und Soldaten nicht den Kopf hinhalten: Bodenschätze und Handelswege.
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  • Samstag, 03.11.2012 – 13:28 Uhr
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Beschlüsse der Kabuler Afghanistan-Konferenz
Die afghanische Regierung will spätestens 2014 die Verantwortung für die Sicherheit in ihrem Land von den ausländischen Truppen übernehmen. Mitte 2011 will Deutschland beginnen, seine Truppen abzuziehen. Derzeit sind in Afghanistan unter dem Kommando der Nato rund 85.000 Soldaten aus mehr als 40 Ländern stationiert. Um den Abzug zu ermöglichen, werden derzeit afghanische Soldaten und Polizisten ausgebildet. Die internationale Gemeinschaft rechnet damit, dass Afghanistan bis zum Herbst 2011 171.600 Soldaten und 134.000 Polizisten benötigt. Deutschland beteiligt sich an dem Aufbau der afghanischen Armee und bildet zudem mit gut 200 Polizeibeamten die örtlichen Polizisten in bilateralen Programmen aus.

Fläche: 652.225 km²

Bevölkerung: 31,412 Mio.

Hauptstadt: Kabul

Staats- und Regierungschef: Hamid Karzai

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Die Positionen der Parteien zum Afghanistan-Einsatz
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Für die Union ist klar, dass der Einsatz der Bundeswehr fortgeführt werden soll. "Dieses Mandat ist über jeden vernünftigen völkerrechtlichen oder verfassungsrechtlichen Zweifel erhaben", erklärte CDU-Chefin Angela Merkel. Forderungen nach einem sofortigen Rückzug aus Afghanistan nannte sie "unverantwortlich".

Sie warnte vor "unabsehbaren" Folgen für die Sicherheit der Deutschen und ihrer Verbündeten; Folgen, die "weit verheerender wären" als jene der Anschläge vom 11. September 2001. Zudem würde Afghanistan "in Chaos und Anarchie versinken".

Mit Blick auf den deutschen Einsatz betont die Union, es könne "keinen zivilen Aufbau ohne eine militärische Absicherung geben". Die Union will den Afghanistan-Einsatz zeitlich nicht konkret begrenzen. "Die internationale Gemeinschaft wird ihre militärische Präsenz so lange aufrechterhalten, wie es nötig ist, nicht länger, aber auch nicht kürzer", erklärte Merkel. Es müsse mit der afghanischen Regierung eine "Übergabe in Verantwortung" geben.

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