Berlin - Deutschland wird sich nicht an einem Militäreinsatz zur Rückeroberung des von Islamisten beherrschten Nordens im westafrikanischen Staat Mali beteiligen, sagte Verteidigungsminister Thomas de Maizière der "Süddeutschen Zeitung". "Unsere Aufgabe könnte vielmehr sein, die malischen Streitkräfte auszubilden". Wann deutsche Soldaten nach Mali geschickt würden, stehe nicht fest.
Der CDU-Politiker ließ offen, ob für so einen Einsatz ein Mandat des Bundestages gesucht werde. "Wir klären jetzt erst einmal, was unser Auftrag sein könnte und was wir für dessen Erfüllung bräuchten. Wenn das ein Mandat erforderlich macht, dann werden wir dies selbstverständlich im Bundestag anstreben", sagte er.
Die Lage in Mali sei schlimm. "Im Norden regiert eine Mischung aus Steinzeit-Islamisten, Terroristen und Tuareg. International besteht der feste Wille, deren Herrschaft zu beenden. Das muss Afrika selbst in die Hand nehmen, aber wir könnten den Afrikanern helfen." Die Optionen dafür würden bis Mitte November in der EU geklärt.
Afghanistan-Einsatz mit der Opposition verlängern
Für die anstehende Verlängerung des Afghanistan-Einsatzes strebt de Maizière eine breite Mehrheit im Bundestag an. Er bemühe sich um einen Vorschlag, dem die Opposition zustimmen könne: "Das setzt voraus, dass man vorher mit der Opposition spricht, sie nicht nur informiert." Der Vorschlag der Regierung werde Ende November fertig sein. Das gegenwärtige Mandat für den Einsatz der in Afghanistan läuft im Januar aus.
De Maiziere bekräftigte in der "Süddeutschen Zeitung" das Ziel, bis Ende 2014 mit Kampftruppen am Hindukusch zu bleiben. Bis dahin werde ein Sicherheitsniveau erreicht sein, auf dem die Afghanen selbst für ihren Schutz sorgen könnten. "Für die Zeit danach wird ein anderes, neues Mandat erarbeitet, da wird der Auftrag nur Ausbildung und Unterstützung heißen", sagte de Maiziere.
Die Bundeswehr ist seit Anfang 2002 in Afghanistan im Einsatz, und zwar im Norden des Landes. Dort hat sie seit 2006 die Führungsverantwortung inne. Derzeit sieht das Mandat eine Obergrenze von 4900 Soldaten vor, deren Zahl bis 2013 auf 4400 sinken soll. Das Mandat wird jedes Jahr vom Bundestag erneuert.
nck/Reuters/dapd
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