Gedenken an Soldaten De Maizière will Veteranentag im Mai

Wie soll Deutschland seiner Soldaten gedenken? Verteidigungsminister de Maizière hat nun konkrete Vorschläge gemacht: Er plädiert für einen Veteranentag am 22. Mai - damit reagierte der CDU-Politiker auf Kritik an seiner ursprünglichen Idee.

Verteidigungsminister de Maizière (CDU): Gedenktag am 22. Mai
dapd

Verteidigungsminister de Maizière (CDU): Gedenktag am 22. Mai


Berlin - Die Bundeswehr soll einen eigenen Gedenktag erhalten. Verteidigungsminister Thomas de Maizière hat den 22. Mai als Ehrentag für die Bundeswehr-Veteranen vorgeschlagen. 1956 seien an diesem Datum die wehrverfassungsrechtlichen Grundlagen für die Bundeswehr in Kraft getreten, erklärte der CDU-Politiker in einem am Dienstag veröffentlichten Diskussionspapier. Mit dem Veteranentag will de Maizière die Leistungen der Soldaten als Dienst für das Gemeinwohl würdigen.

Im Februar hatte der Minister vorgeschlagen, den Veteranentag an den Volkstrauertag im November zu koppeln und hatte damit für Irritationen bei der Opposition gesorgt.

Die Bundeswehr habe sich zu einer Armee im Einsatz entwickelt, schrieb der Verteidigungsminister nun. Mittlerweile seien mehr als 300.000 Soldaten und zivile Mitarbeiter im Auslandseinsatz gewesen, der Anteil von Soldaten mit Einsatzerfahrung wachse stetig. Die Themen Tod und Verwundung seien ins öffentliche Bewusstsein gerückt. Seit 1991 seien mehr als hundert Angehörige der Bundeswehr in Einsätzen gestorben.

Ausdrücklich lud der CDU-Politiker die anderen Parteien zur Debatte ein. "Vor dem Hintergrund der Einsätze und den mit ihnen verbundenen Fragen an unsere Gesellschaft ist es an der Zeit, sachlich und offen über eine Veteranenpolitik zu diskutieren", schrieb de Maizière in seinem Diskussionspapier unter dem Titel "Eine Veteranenpolitik für die Bundeswehr". Bis zum Herbst soll dafür ein Konzept vorliegen. Unklar ist noch, ob nur die Soldaten in den Auslandseinsätzen als Veteranen gezählt werden oder alle Angehörigen der Bundeswehr.

Wer gilt als Veteran - und wer nicht?

Kritisch zu dem Vorhaben äußerten sich Grüne und Linke. Zwar sei eine Würdigung der Verdienste früherer Soldaten legitim, doch müsse dies "für alle gelten, die im Ausland Dienst tun", also auch zum Beispiel Polizisten oder Entwicklungshelfer, sagte der Grünen-Verteidigungsexperte Omid Nouripour in Berlin. Auch gehöre zu einem ehrlichen Umgang mit Veteranen auch "eine kritische Diskussion".

"Wenn der Verteidigungsminister etwas für ehemalige Soldaten tun will, soll er Geld in die Hand nehmen und ihre soziale Absicherung verbessern", erklärte der Linken-Verteidigungspolitiker Paul Schäfer. Auch warf er de Maizière vor, mit besonderen Ehrenbezeugungen für Veteranen die Anerkennung für deren persönlichen Einsatz "in allgemeine Akzeptanz für Kampfeinsätze und Kriegführung" ummünzen zu wollen.

De Maizière sagte jedoch, Ansprüche auf großzügige Versorgungsleistungen wie in anderen Ländern sollten mit dem Veteranenstatus nicht verbunden sein. In Deutschland seien die Sozialleistungen für aktive und ehemalige Bundeswehrangehörige bereits auf hohem Niveau.

De Maizière nannte es wünschenswert, in Anlehnung an die Verbündeten über ein Veteranenabzeichen, die Gründung von Veteranenheimen oder das Amt eines Sonderbeauftragten nachzudenken. Im Vordergrund stünden Betreuung und Unterstützung der Veteranen sowie deren ideelle Würdigung. Eine Spaltung der Streitkräfte in Soldaten mit und ohne Veteranenstatus müsse vermieden werden.

Ob und wie Polizisten, Angehörige anderer Behörden und Mitarbeiter ziviler Organisationen in Auslandseinsätzen als Veteranen ausgezeichnet werden könnten, müsse noch geprüft werden.

Bislang kümmert sich etwa der Bund Deutscher Veteranen um die Anliegen ehemaliger Bundeswehrangehöriger. Er hat mehrere hundert Mitglieder und kooperiert mit dem Deutschen Bundeswehrverband.

fab/dpa/dapd/AFP

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cassandros 03.04.2012
1. Ist der noch gescheit?
Zitat von sysopdapdWie soll Deutschland seiner Soldaten gedenken? Verteidigungsminister de Maizière hat nun konkrete Vorschläge gemacht: Er plädiert für einen Veteranentag am 22. Mai - damit reagierte der CDU-Politiker auf Kritik an seiner ursprünglichen Idee. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,825589,00.html
Gar nicht? Wozu denn auch? Was kommt als nächtes? Die Renaissance von Schmiß und Pickelhaube? Und der nächste Bundespräsident ist dann wieder ein Kaiser? Ich fürchte, der Herr Kriegsminister hat beim Truppenbesuch in Afghanistan ein bißchen zu lange in der sonne gesessen.
ted211 03.04.2012
2. Verschiebung
Zitat von sysopdapdWie soll Deutschland seiner Soldaten gedenken? Verteidigungsminister de Maizière hat nun konkrete Vorschläge gemacht: Er plädiert für einen Veteranentag am 22. Mai - damit reagierte der CDU-Politiker auf Kritik an seiner ursprünglichen Idee. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,825589,00.html
14 Tage vorher würde doch Sinn machen.
autocrator 03.04.2012
3. Krieg
Wer einen Veteranentag will, muss erstmal zugeben, dass sich Deutschland im Krieg befindet.
Reiner_Habitus 03.04.2012
4.
Zitat von sysopdapdWie soll Deutschland seiner Soldaten gedenken? Verteidigungsminister de Maizière hat nun konkrete Vorschläge gemacht: Er plädiert für einen Veteranentag am 22. Mai - damit reagierte der CDU-Politiker auf Kritik an seiner ursprünglichen Idee. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,825589,00.html
Ich will weder Ehernhain, Ehrenorden noch Veteranentag. Was ich will sind schlicht und einfach keine Veteranen. Deutschland wird im extrem unwahrscheinlihen Ernstfall nicht in Pusemuckel verteidigt, sondern an Rhein und an der Oder. Alles andere sind nur duchrgeknallte Machtphantasien unfähiger Politiker, denen der Ehrensold entzogen gehört....
Angelheart 03.04.2012
5. GGeht's noch???
Zitat von sysopdapdWie soll Deutschland seiner Soldaten gedenken? Verteidigungsminister de Maizière hat nun konkrete Vorschläge gemacht: Er plädiert für einen Veteranentag am 22. Mai - damit reagierte der CDU-Politiker auf Kritik an seiner ursprünglichen Idee. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,825589,00.html
Da muss jedem durchschnittlich Gescheiten doch das Kotzen kommen, wenn er diesen reaktionären Sch..ß liest! Waren wir darüber nicht schon weit hinaus und sollten wir es nach zwei auf deutschem Boden geborenen Katastrophen nicht besser wissen??? STOPPT DE MAIZIERE: JETZT!!!
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