"Schwarzbraun ist die Haselnuss" Ministerium stoppt Bundeswehr-Liederbuch

"Panzerlied" und "Schwarzbraun ist die Haselnuss" - das sollen Bundeswehr-Soldaten nicht mehr singen. Auf Wunsch des Verteidigungsministeriums wird ein neues Liederbuch entwickelt.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen
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Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen


Das Verteidigungsministerium hat die Ausgabe eines Bundeswehr-Liederbuches gestoppt. "Im Rahmen des kritischen und sensiblen Umgangs mit den Inhalten wurde erkannt, dass einige Textpassagen nicht mehr unserem Werteverständnis entsprechen", sagte ein Ministeriumssprecher dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

Besonders in der Kritik stehen in dem Liederbuch "Kameraden singt!" Stücke wie "Schwarzbraun ist die Haselnuss", das "Panzerlied" oder "Das Westerwaldlied". Sie wurden dem Ministerium zufolge in der NS-Zeit und während des Zweiten Weltkriegs als Ausdruck nationalsozialistischer Überhöhung missbraucht. Zudem finden sich in dem Liederbuch Kompositionen und Texte von NS-Ideologen.

Laut Verteidigungsministerium wurde die Änderung des Buches bereits im Januar in Auftrag gegeben. Es ist also keine Reaktion auf den Fall Franco A. Der Oberleutnant der Bundeswehr, der sich monatelang als syrischer Flüchtling ausgegeben und offenbar mit Komplizen einen rechts motivierten Anschlag geplant hatte, war Ende April festgenommen worden.

Nach Angaben des Ministeriums wurde das Streitkräfteamt beauftragt, eine völlig neue Form des Liederbuches zu entwickeln. "Alle derzeitig im Liederbuch erfassten Lieder werden unter Einbindung des Zentrums für Innere Führung und des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr erneut kritisch und auch sensibel betrachtet", teilte das Ministerium den RND-Zeitungen mit.

"Singen in der Truppe ist ein alter Brauch"

Im laufenden Haushaltsplan des Ministeriums hieß es bislang, "dass an jede Soldatin und an jeden Soldaten auf Wunsch ein Liederbuch der Bundeswehr unentgeltlich abgegeben wird". Die Auflage des seit 1991 unveränderten Liederbuches umfasst 100.000 Exemplare, von denen noch etwa ein Zehntel verfügbar ist.

Bislang war das Singen der Lieder in der Bundeswehr ausdrücklich erlaubt. Im Traditionserlass der Bundeswehr, in dem die Regeln zur Traditionspflege in der Truppe festgelegt werden, heißt es: "Das Singen in der Truppe ist ein alter Brauch, der bewahrt werden soll. Das Liedgut ist im Liederbuch der Bundeswehr zusammengestellt.

Im Zuge des Skandals um rechtes Gedankengut bei der Bundeswehr kündigte Ministerin Ursula von der Leyen an, den Traditionserlass überarbeiten zu lassen. Generalinspekteur Volker Wieker ordnete zudem an, sämtliche Kasernen und Bundeswehrgebäude nach Wehrmachtsandenken zu durchsuchen und diese zu entfernen.

cte/AFP



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