Verteidigungsministerium Struck rechnet mit weiteren Rambo-Fällen

Verteidigungsminister Peter Struck schließt weitere Fälle von Misshandlung von Bundeswehrsoldaten nicht aus. "Wir gehen derzeit von zwölf Fällen aus. Aber es ist nicht auszuschließen, dass sich auf unsere Aufforderung noch weitere Soldaten melden, die Opfer von Misshandlungen geworden sind." Zugleich warnte er vor einer Überspitzung der Vorgänge.


Verteidigungsminister Struck: "Es gibt - von geringen Ausnahmen abgesehen - keine Rambos in der Bundeswehr"
AP

Verteidigungsminister Struck: "Es gibt - von geringen Ausnahmen abgesehen - keine Rambos in der Bundeswehr"

Hamburg - Der SPD-Politiker verwahrte sich in der "Bild"-Zeitung entschieden dagegen, Ausbilder der Bundeswehr unter Generalverdacht zu stellen: "Tatsache ist, dass es sich bei den beschuldigten Ausbildern um eine verschwindend kleine Minderheit handelt: 99,9 Prozent verhalten sich so, wie wir es von ihnen erwarten."

Struck betonte: "Ohne etwas verharmlosen zu wollen: In der Bundeswehr werden jährlich rund 135.000 junge Menschen ausgebildet. Daran gemessen ist die Zahl der jetzt bekannten Fälle wirklich klein." Der Minister fügte hinzu: "Es gibt - von geringen Ausnahmen abgesehen - keine Rambos in der Bundeswehr."

In der ZDF-Sendung "Berlin Mitte" sagte Struck gestern Abend, die bislang bekannt gewordenen Vorfälle seien ohne Zweifel eine "Missachtung der Menschenwürde". Er fügte hinzu: "Aber eine Folter ist das nicht." Vergleiche mit Foltervorgängen der amerikanischen Armee im Irak seien unzulässig.

Struck versicherte, alle Vorkommnisse würden von der Bundeswehr sorgfältig geprüft und notwendige Konsequenzen gezogen. In Coesfeld seien 23 Ausbilder vom Dienst suspendiert worden, vier würden aus der Armee entlassen. Doch dürfe man die Bundeswehr nicht unter einen Generalverdacht stellen. Schließlich handle es sich um Ermittlungen von 30 bis 40 Soldaten bei insgesamt 13.000 Ausbildern.



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