Video-Appell Angehörige bitten um Gnade für deutsche Geiseln

Die engsten Angehörigen der beiden im Irak verschleppten Deutschen haben sich in einer Videobotschaft an die Entführer gewandt: "Seid gnädig", flehen sie und bitten um die Freilassung der Geiseln.


Mainz - "Lasst meine Ehefrau und meinen Sohn frei!", sagte Mohamed al-Tornachi, der Ehemann der entführten Deutschen Hannelore Krause, in einer vom ZDF verbreiteten Übersetzung des Videos. Es wurde nach Angaben des Senders am gleichen Tag in arabischer Sprache aufgenommen. Tornachi äußerte über das am Wochenende aufgetauchte Video von den Geiseln erleichtert: "Wir sind Gott dankbar, dass sie noch am Leben sind."

Gemeinsam mit Tornachi äußerte sich auch die frisch vermählte Braut von Sinan, dem Sohn von Hannelore Krause. "Ich bin eine junge Braut (...) und ich hoffe, dass er so schnell wie möglich zu mir zurückkommt", sagte sie.

Der irakische Ehemann und die Schwiegertochter appellierten an die Geiselnehmer, die Mutter und ihren Sohn "mit Respekt und Ehre" zu behandeln. "Seid gnädig - der Islam ist eine Religion des Friedens und der Barmherzigkeit", heißt es in dem Appell.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) erklärte: "Der bewegende Appell der beiden Angehörigen zeigt, wie menschenverachtend diese Tat ist. Ich unterstütze nachdrücklich den Appell, die beiden deutschen Geiseln im Irak sofort gesund und unversehrt frei zu lassen." Der Krisenstab des Auswärtigen Amtes arbeite weiter "mit Hochdruck", um eine sichere Rückkehr der Entführten zu ihren Familien und Angehörigen zu ermöglichen.

Am Mittwoch hatte Bundespräsident Horst Köhler an die Entführer appelliert, ihre beiden Geiseln umgehend freizulassen. Die 61 Jahre alte Mutter und ihr 20-jähriger Sohn sind seit dem 6. Februar in der Gewalt ihrer Entführer. Diese hatten sich am vergangenen Samstag erstmals öffentlich gemeldet und mit der Tötung der Geiseln gedroht, sollte die Bundeswehr ihren Afghanistan-Einsatz nicht beenden.

jaf/AFP/dpa



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