Völkermord an den Herero Deutschland bittet Namibia offiziell um Entschuldigung

Deutschland hat die Massaker deutscher Truppen an den Herero und Nama bereits als Völkermord bezeichnet. Jetzt bittet die Bundesregierung Namibia auch offiziell um Entschuldigung.

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Im einstigen Deutsch-Südwestafrika wurden zwischen 1904 und 1908 mehr als 75.000 Angehörige der Volksgruppen Herero und Nama von deutschen Truppen getötet. Jetzt will Deutschland sich bei Namibia offiziell für den Völkermord entschuldigen. Die laufenden Gespräche zwischen beiden Seiten über eine Regierungserklärung sollten bis zum Jahresende abgeschlossen werden, kündigte das Auswärtige Amt in Berlin an.

Geplant ist eine gemeinsame Erklärung der Regierungen und Parlamente Deutschlands und Namibias, in der die Massaker ausdrücklich als Völkermord bezeichnet werden. Bundespräsident Joachim Gauck soll sich bereit erklärt haben, dann die offizielle Entschuldigung auszusprechen. Darüber hinaus soll eine deutsch-namibische "Zukunftsstiftung" ins Leben gerufen werden. Außerdem soll es neue Infrastrukturprojekte wie Meerwasser-Entsalzungsanlagen geben.

Auf deutscher Seite werden die Gespräche von dem ehemaligen Vorsitzenden des Auswärtigen Ausschusses, Ruprecht Polenz (CDU), geführt. "Beide Seiten hoffen, dass die Gespräche noch in diesem Jahr abgeschlossen werden", sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amts. Polenz wird im September zu neuen Verhandlungen in Namibias Hauptstadt Windhuk erwartet.

Der SPIEGEL hatte kürzlich über Probleme bei den Gesprächen mit Vertretern der Herero und Nama berichtet. Der Hauptgrund dafür waren demnach Forderungen von Herero-Vertretern, Deutschland müsse eine finanzielle Entschädigung leisten.

als/dpa

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