Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Drogenfall: Grünen-Chefin Peter warnt vor Attacken auf Beck

Grünen-Chefin Peter Zur Großansicht
DPA

Grünen-Chefin Peter

Die Grünen fürchten, die Drogenaffäre von Volker Beck könnte sich negativ auf das Ergebnis bei den Landtagswahlen auswirken. Parteichefin Peter fordert, die Ermittlungen abzuwarten. Es handele sich um "ein menschliches Drama".

0,6 Gramm Drogen soll die Polizei beim Grünen-Bundestagsabgeordneten Volker Beck gefunden haben - kurz vor den wichtigen Landtagswahlen am 13. März auch für seine Partei eine unangenehme Nachricht. Die Grünen liegen vor allem in Baden-Württemberg aussichtsreich im Rennen. Im Südwesten könnten sie stärkste Kraft werden, Winfried Kretschmann Ministerpräsident bleiben. Ein Drogenfall in den eigenen Reihen, so fürchtet die Partei, könnte am Ende das Abstimmungsergebnis verhageln.

Jetzt hat sich Grünen-Vorsitzende Simone Peter zu Wort gemeldet - und angemahnt, die Ermittlungen abzuwarten. "Ein einzelnes Fehlverhalten sollte im Wahlkampf nicht ausgeschlachtet werden", sagte sie der "Saarbrücker Zeitung". Denn es sei klar, "dass dies vor allem ein menschliches Drama ist".

Die Berliner Staatsanwaltschaft hatte den Fund "einer betäubungsmittelverdächtigen Substanz" bei Beck bestätigt. Der "Bild"-Zeitung zufolge soll es sich um die synthetische Droge Crystal Meth handeln (mehr zu Crystal Meth lesen Sie hier). Beck hatte daraufhin unter anderem seine Ämter als innen- und religionspolitischer Sprecher der Fraktion zur Verfügung gestellt.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) äußerte Respekt für diese Entscheidung. "Alles Weitere lässt sich erst bewerten, wenn die Ermittlungen abgeschlossen sind", fügte er in der "Passauer Neuen Presse" an. "Ganz grundsätzlich gilt, dass jeder darauf achten muss, ob er die hohen moralischen Maßstäbe selbst erfüllt, die er an andere stellt." Am Donnerstag hatte sich auch Ministerpräsident Kretschmann zum Fall Beck geäußert. Er sprach von einem "schweren Fehlverhalten".

Grünen-Chefin Peter betonte darüber hinaus, dass es keinen Grund gebe, den Kurs der Grünen in der Drogenpolitik zu ändern. "Wir Grüne stehen für eine Drogenpolitik, die auf Entkriminalisierung setzt und für eine staatlich kontrollierte Abgabe von Cannabis an Erwachsene eintritt." Das habe "nichts mit der Freigabe von Drogen wie Crystal Meth zu tun". Der Konsum von Crystal Meth bedeute gravierende gesundheitliche Risiken. Auch die Grünen würden daher die Freigabe solcher Substanzen ablehnen.

Im Video: Jürgen Trittin zum Drogenvorwurf gegen Volker Beck

SPIEGEL ONLINE
Lesen Sie auch:

Folgen des Drogenfunds bei Volker Beck: Doppelt desaströs Crystal Meth: Was ist das?

Karriere einer Droge

Diesen Artikel...

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH





Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: