Asylstreit in der Union CDU-Vize Bouffier appelliert an CSU

Die einflussreichen CDU-Vizevorsitzenden Laschet und Bouffier stützen demonstrativ den Kurs von Kanzlerin Merkel im Asylstreit der Union - und setzen auf ein Einlenken der Schwesterpartei.

CDU-Vize Volker Bouffier
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CDU-Vize Volker Bouffier


Die CDU-Vizevorsitzenden Armin Laschet und Volker Bouffier unterstützen die Position von Bundeskanzlerin Angela Merkel im Asylstreit der Union. Der europäische Geist gehöre zur Seele der CDU, sagte Laschet der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" (FAS). "Die werden wir nicht verkaufen."

Der hessische Ministerpräsident Bouffier appellierte ebenfalls in der "FAS" an die CSU, der Kanzlerin für die Suche nach einer Lösung auf europäischer Ebene etwas Zeit zu lassen: "Der Vorschlag von Angela Merkel ist vernünftig, und diese zwei Wochen zu nutzen, ist für niemanden eine Zumutung."

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Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) will im nationalen Alleingang Flüchtlinge an der Grenze zurückweisen, die schon in einem anderen EU-Land registriert wurden. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) strebt eine europäische Lösung an und will diese auf dem EU-Gipfel Ende des Monats ausloten. Die CSU hat der Kanzlerin praktisch eine Frist bis Montag gesetzt, um auf ihre Linie einzuschwenken.

Bouffier sieht die Einheit von CDU und CSU als Grundlage einer stabilen Regierung in Deutschland und für die Handlungsfähigkeit in Europa. "Glaubt jemand, dass in Deutschland etwas besser wird, dass wir deutsche Interessen in Europa und in der Welt besser durchsetzen, wenn die Einheit der Union zerschlagen wird?", sagte er. Er glaube das nicht.

Kritiker werfen der CSU vor, den Konflikt mit der CDU aus parteitaktischen Motiven zu forcieren. Am 14. Oktober wird in Bayern gewählt, und die CSU will bei der Landtagswahl ihre absolute Mehrheit verteidigen - muss aber fürchten, wichtige Stimmen an die AfD zu verlieren.

Unterdessen nahm Griechenlands Ministerpräsident Alexis Tsipras Merkel für ihre Flüchtlingspolitik in Schutz. "Für mich ist diese Politik einer der positivsten Aspekte von Frau Merkel", sagt er der "Welt am Sonntag". "Sie hat versucht, in dieser Flüchtlingskrise europäisch zu handeln. Das war nicht leicht."

bbr/dpa/Reuters



insgesamt 70 Beiträge
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kahabe 16.06.2018
1. Eines ist wohl bewiesen.
Eine stabile Regierung wird es mit der CSU nie mehr geben. Pacta sunt servanda, so ein Gewäsch ist für die Möchtegern-Männlein~Innen doch Schnee von vorvorgestern. Und wenn sie dann weg sind, sich beleidigt auf die grundgesetzverweigernde Scholle zurückgezogen haben, demnächst als Juniorpartner anderer, macht Mutti weiter, ggf. mit einem anderen dritten Koalitionspartner. Die demokratische soziale Republik wird das alles überleben.
Ottokar 16.06.2018
2. Die CDU-Vizevorsitzenden Laschet und Bouffier
sollten nicht vergessen das sie nur auf Zeit in ihren Positionen sind und das es bald wieder Wahlen gibt.
rocky_heike 16.06.2018
3.
"Bouffier sieht die Einheit von CDU und CSU als Grundlage einer stabilen Regierung in Deutschland und für die Handlungsfähigkeit in Europa." So, sieht er das so. Ich sehe das ganz anders. Aktuell ist die Bockigkeit von Seehofer und Merkel nicht mehr zu überbieten. Die Union kriegt gar nix hin.
Tolotos 16.06.2018
4. Ich frage mich, was denn europäisches Handeln ist!
Inzwischen ist die EU sich doch am ehesten darüber einigen, dass sie sich nicht einigen kann. Gerade in der Flüchtlingspolitik ist doch die größte Gemeinsamkeit, dass jeder sich der Nächste ist!
instant feedback 16.06.2018
5. Immer die gleichen Verdächtigen
---Zitat--- Unterdessen nahm Griechenlands Ministerpräsident Alexis Tsipras Merkel für ihre Flüchtlingspolitik in Schutz. ---Zitatende--- Das ist ja auch kein Wunder, Tsipras Partei entspricht der Linkspartei in Deutschland, die und die Grünen loben Merkel doch auch immer. Und dass Laschet Merkels Kurs unterstützt überrascht auch niemand, da er ebenfalls zum linken Flügel der CDU gehört. Einzig bei Bouffier frage ich mich, welches Motiv er wohl haben könnte. Was in der gesamten Diskussion jedoch untergeht, ist die Aussage Markus Söders im Interview mit Mariela Slomka im heute-Journal vom Donnerstag, dass nur an drei von 90 Grenzübergängen Asylanten zurückgewiesen werden sollen. Das würde ja bedeuten, dass sie dann einfach über die restlichen 87 Grenzübergänge einreisen könnten. Diese Erklärung Söders muss aufgeklärt werden, wird aber scheinbar gar nicht beachtet.
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