Gleiche Gehälter für Männer und Frauen Kauder erteilt Schwesig Absage

Die SPD fordert ein Gesetz, das die gleiche Bezahlung von Männern und Frauen vorschreibt. Doch Unionsfraktionschef Kauder bremst den Plan nach Informationen des SPIEGEL aus.

Unionsfraktionschef Kauder: "In diesem Jahr wird das nichts mehr"
DPA

Unionsfraktionschef Kauder: "In diesem Jahr wird das nichts mehr"


Hamburg - Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) tritt bei den Plänen von Familienministerin Manuela Schwesig für ein Gesetz zur Entgeltgleichheit von Männern und Frauen auf die Bremse. "In diesem Jahr wird das nichts mehr", sagte Kauder SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann nach Informationen des SPIEGEL beim Koalitionsfrühstück am Dienstagvormittag. Wenn, dann könne man sich so ein Gesetz nur für Betriebe mit mehr als 500 Mitarbeitern vorstellen, so Kauder. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

Auch im Kanzleramt wird das Gesetzesvorhaben als äußert heikel eingeschätzt. Schwesigs Entgeltgleichheitsgesetz habe das Zeug, zu einer echten Zerreißprobe für die Koalition zu werden, heißt es im Kanzleramt. Die Unionsfraktion widersprach am Wochenende dem Eindruck, sie würde das Vorhaben blockieren. Das Gesetz sei Teil des Koalitionsvertrages. Dieser werde umgesetzt, sagte eine Sprecherin.

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) stärkt Parteikollegin Schwesig bei ihrem Gesetzesvorhaben demonstrativ den Rücken: "In kaum einem anderen Land in Europa werden Frauen so drastisch schlechter bezahlt als Männer", sagte Gabriel dem SPIEGEL: "Das ist eine Schande."

Der SPD-Chef will unter anderem die geringere Bezahlung in sozialen Berufen, die mehrheitlich von Frauen ergriffen werden, im Vergleich zu männlich dominierten kaufmännischen und industriellen Berufen anheben. "Denn auch in der Pflege gilt: Gute Arbeit erfordert guten Lohn. Dann gibt es endlich auch gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit", so Gabriel zum SPIEGEL.

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 41 Beiträge
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Friedrich Hattendorf 07.03.2015
1. Steuern mit Steuern? (Weshalb nicht?)
Das Wort "Steuern" hat im Deutschen zwei Bedeutungen. Was spricht dagegen, dass Firmen, in denen das durschnittliche Einkommen eines Geschlechtes mehr als 10% von dem des anderen abweicht, in einigen Bereichen einen höheren Steuersatz leisten müssen? Vermutlich würde das für die Gleichberechtigung mehr bringen, als die Frauenquote bei Aufsichtsräten.
hujfredo 07.03.2015
2. Ach der Kauder
Wenn Herr Kauder gegen die gleiche Bezahlung von Frauen und Männern argumentiert, dann wundert mich das überhaupt nicht... Schließlich hat er ja 1997!!! gegen das Gesetz, welches Vergewaltigung in der Ehe strafbar machte
alanjo 07.03.2015
3. Was
der Kauder von Emanzipation und Frauenförderung hält, wissen wir ja. Hoffentlich erinnern sich die Frauen an der Urne daran. So denken viele alte Männer in derCDU!
mowlwrf 07.03.2015
4. Wo
liegt denn der Fehler im Gesundheitswesen? Ich glaube wir haben in Deutschland die Tarifparteien die für die Gehaltsverhandlungen zuständig sind. Anstatt den Sozialismus per Gesetz einzuführen, sollte man lieber die Möglichkeiten des demografischen Wandels nutzen, denn der kommt bestimmt
Jeckl8 07.03.2015
5.
Anstatt rumzuprollen kann Gabriel als Regierungsmitglied doch einfach dafür kämpfen, dass mehr Pflegepersonal eingestellt wird. Ob die nun Arbeitslos sind oder Lohn bekommen ist ja nun das selbe. Aber dann könnten die ja, sobald wieder Druck auf dem Arbeitsmarkt herrscht selber für ihre Löhne kämpfen, das wollen unsere fetten Politbonzen ja nicht.
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